Passagierkontrollen am Flughafen Flughafen Heathrow führt Ebola-Screening ein

Am Flughafen London Heathrow werden Passagiere nun verstärkt auf Ebola untersucht. Das Screening soll in den nächsten Tagen auf Reisende am Airport Gatwick und Zuggäste des aus Frankreich kommenden Eurostar-Zuges ausgeweitet werden.

Flughafen London Heathrow: Passagiere werden auf Ebola untersucht
Corbis

Flughafen London Heathrow: Passagiere werden auf Ebola untersucht


London - An Europas größtem Flughafen Heathrow werden seit Dienstag gesonderte Ebola-Kontrollen vorgenommen. Die ersten Passagiere, die mit indirekten Flugverbindungen aus Westafrika in Großbritannien landeten, mussten dabei Fragen zu ihren Reisedaten und Kontakten beantworten. Außerdem wurde die Temperatur von Ankömmlingen aus Liberia, Guinea und Sierra Leone gemessen.

Laut BBC wurden die Untersuchungen zunächst an Heathrows Terminal 1 durchgeführt. Im Laufe der nächsten Woche wollen die Behörden das Ebola-Screening auf Passagiere an den anderen Terminals sowie am Flughafen Gatwick ausweiten. Auch Reisende, die mit dem Eurostar aus Frankreich ankommen, sollen kontrolliert werden.

Was passiert, wenn jemand die Maßnahme gegen die Ausbreitung des tödlichen Virus verweigert, war zunächst nicht klar. Laut BBC kommen monatlich etwa 1000 Passagiere aus den betroffenen Ländern in Heathrow an, das sind weniger als ein Prozent des Reiseverkehrs an diesem Flughafen.

Nicht alle betroffenen Passagiere wurden untersucht

Laut "Guardian" wurden am Einführungstag längst nicht alle betroffenen Passagiere dem Screening unterzogen. Eine Londonerin, die aus Gambia über Dakar und Brüssel nach Heathrow gekommen war, sagte, sie sei weder angehalten noch seien ihr Fragen gestellt worden oder jemand habe wissen wollen, woher sie eingereist sei. Experten hatten die Ebola-Befragungen zuvor schon als "völlige Zeitverschwendung" bezeichnet.

Seit der vergangenen Woche denkt die Europäische Union (EU) darüber nach, verschärfte Kontrollen an europäischen Flughäfen für Reisende aus Westafrika einzuführen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Das Thema soll bei der Ratssitzung der EU-Gesundheitsminister am Donnerstag erörtert werden.

Die USA haben bereits angekündigt, Fluggäste aus den vom Ebola-Virus betroffenen afrikanischen Ländern an einigen Flughäfen auch "Entry Screenings" zu unterziehen. Dabei werden laut einem Informationsblatt der Gesundheitsbehörde CDC die Passagiere unter anderem befragt, um das Risiko einer Erkrankung festzustellen. Außerdem wird bei ihnen Fieber gemessen, und sie werden auf andere Symptome von Ebola untersucht.

emt/dpa

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