Heimattourismus Urlaub in Deutschland wird immer beliebter

Lange Autoreisen und Flüge sind teuer, deshalb machen viele Deutsche Urlaub im eigenen Land. Aber auch aus dem Ausland kommen immer mehr Reisende in die Bundesrepublik. Am stärksten stiegen die Besucherzahlen auf Campingplätzen und in Ferienhäusern.

Wiesbaden - In der Ferienzeit ist Deutschland als Urlaubsziel beliebter geworden. Im Juli stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 44,8 Millionen, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch. Den stärksten Zuwachs von sieben Prozent verzeichneten Campingplätze, Ferienhäuser und Erholungsheime (18,3 Millionen Übernachtungen). Hotels zählten vier Prozent mehr Gäste (22,3 Millionen Übernachtungen). Besonders beliebt waren Gemeinden auf dem Land und kleine Städte.

"Die Deutschen machen häufiger Urlaub im eigenen Land", sagte eine Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Berlin. Grund dafür seien die hohen Energiepreise, die Flugtickets und lange Autoreisen verteuert hätten. Zudem sei das Verhältnis von Preis und Leistung hierzulande gut. So liege der Zimmerpreis in Deutschland im Schnitt bei 91 Euro, in Europa dagegen bei 112 Euro. Die Ertragslage der deutschen Hoteliers bleibe wegen der hohen Energiekosten aber angespannt.

Reisende aus dem Inland stellen traditionell die meisten Besucher. Im Juli wurden 37,5 Millionen inländische Gäste gezählt (plus fünf Prozent) und 7,3 Millionen Gäste aus dem Ausland (plus vier Prozent). Die Statistik berücksichtigt alle Übernachtungen auf Campingplätzen sowie in Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten.

Der Aufwärtstrend zeigte sich bereits in den ersten sieben Monaten dieses Jahres. Von Januar bis Juli stieg die Übernachtungszahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 210 Millionen.

Generell verzichten die Deutschen trotz gestiegener Lebenshaltungskosten und der Angst vor einer Rezession nicht auf ihren Urlaub. Zwischen November 2007 und April 2008 seien 38 Prozent der deutschen Haushalte auf Reisen gegangen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg mit.

Das entspreche einem Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Kosten für die Reisen legten gleichzeitig um 0,9 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro zu.

Insgesamt unternahmen die Deutschen zwischen November 2007 und April 2008 knapp 44 Millionen Reisen, wie die Konsumforscher weiter mitteilten. Dies bedeute einen Anstieg von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders reisefreudig seien dabei Singles und ältere Menschen gewesen. Der Marktanteil an Single-Reisen sei um 7,8 Prozent gestiegen, der Marktanteil der über 64-Jährigen habe um fünf Prozent zugelegt. Familien seien hingegen seltener verreist als bisher.

car/dpa/ddp

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