Hochwasser Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Bangkok ab

Thailand rechnet in den kommenden Tagen mit Überschwemmungen in ganz Bangkok. Auch Hotels von Touristen könnten dann betroffen sein. Das Auswärtige Amt rät daher von Aufenthalten in die Hauptstadt ab - das gilt allerdings nicht für Transitreisen.

Flut am Rand von Bangkok: In den nächsten Tagen könnten alles Stadtteile betroffen sein
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Flut am Rand von Bangkok: In den nächsten Tagen könnten alles Stadtteile betroffen sein


Berlin/Potsdam - Seit Wochen kämpft Thailand mit den Wassermassen. In der Hauptstadt Bangkok wird die Lage immer prekärer. Die Randgebiete sind bereits überschwemmt, und die thailändischen Behörden rechnen mit der möglichen Überflutung aller Stadtteile. Das könnte Einschränkungen in der Strom- und Wasserversorgung sowie des Transportwesens bedeuten - und Beeinträchtigungen für Touristen sind damit sehr wahrscheinlich.

Das Auswärtige Amt hat daher seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand verschärft: "Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Großraum Bangkok und Zentralthailand wird dringend abgeraten", heißt es darin. "Reisende sollten sich umgehend mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen, um die Möglichkeit der Verschiebung der Reise oder der Änderung der Reiseroute zu besprechen."

Der Internationale Flughafen Bangkok, der Suvarnabhumi Airport, sei aber weiterhin geöffnet, hieß es auf der Internetseite der Behörde. Der Reisehinweis gelte daher nicht für Transitaufenthalte. Auch hält das Auswärtige Amt ausdrücklich an seiner bisherigen Einschätzung der Lage für die Haupttouristengebiete im Süden des Landes fest: Regionen wie "wie Phuket, Pattaya, Koh Samui und Hua Hin sind derzeit kaum in Mitleidenschaft gezogen".

Veranstalter bieten Bangkok-Urlaubern kostenloses Storno an

Pauschalurlauber, die bereits in Bangkok sind, nun aber vorzeitig abreisen wollen, müssten nicht den vollen Reisepreis bezahlten, erläutert Sabine Fischer-Volk, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg: "Aber sie bezahlen den Urlaub bis zum Tag der Abreise, den Rest bekommen sie erstattet."

Anders ist die reiserechtliche Lage, wenn Touristen unfreiwillig länger in Bangkok bleiben müssen - etwa, weil es Probleme mit den Rückflugmöglichkeiten gibt. "Dann müssen sie die Kosten für weitere Übernachtungen selbst tragen", sagte Fischer-Volk. "Wird die Rückreise teurer als ursprünglich vorgesehen, teilen sie sich die Mehrkosten mit dem Reiseveranstalter."

Aufgrund des Hinweises bietet Reiseveranstalter Kunden, die Aufenthalte in Bangkok gebucht haben, die Möglichkeit der kostenlosen Umbuchung und Stornierung an. Bei dem größten deutschen Touristikkonzern TUI gilt dies für Anreisen bis einschließlich Freitag, 4. November, Rundreisen nach Mittelthailand seien laut seiner Webseite bereits bis einschließlich 3. November abgesagt.

Auch bei Thomas Cook samt seinen Marken Neckermann und Bucher gilt das kostenlose Stornierungs- und Umbuchungsangebot für Bangkok- und Zentralthailand-Urlauber bis 4. November. Die betroffenen 330 Kunden würden vom Service-Team kontaktiert, sagt Unternehmenssprecherin Nina Kreke SPIEGEL ONLINE. Zurzeit ist in Thailand Nebensaison, nicht viele Gäste seien dort unterwegs.

Der Veranstalter FTI gewährt seinen Bangkok-Kunden eine Frist bis 6. November. Das Unternehmen sei mit allen betroffenen Gästen in Kontakt, teilte FTI am Donnerstag mit. Kunden, die sich schon in der Hauptstadt befinden und abreisen wollen, erhielten Kosten für nicht genutzte Leistungen wie Hotelnächte oder Transfers zurück. Studiosus ermöglicht seinen Gästen sogar auf allen Thailandreisen mit planmäßiger Anreise bis zum 31. Oktober kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen.

abl/dpa



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