Hochwasser-Folgen Wo Bahnstrecken und Straßen gesperrt sind

Auch am Montag sorgt das Hochwasser für Ärger auf Straßen und Gleisen: Mehrere Bahnstrecken sind unterbrochen, Brücken nicht befahrbar und Autobahnabschnitte gesperrt. Die Verkehrsbehinderungen im Überblick.

Sperrung auf der A8 (Archivbild): Das Hochwasser behindert den Verkehr
DPA

Sperrung auf der A8 (Archivbild): Das Hochwasser behindert den Verkehr


Hamburg - Wegen eines Deichbruchs an der Elbe in Sachsen-Anhalt kommt es zu starken Behinderungen im Zugverkehr. Auf der Strecke Hannover-Berlin sei am Montagmorgen eine Bahnbrücke gesperrt worden, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Behörden hätten die Sperrung der Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten angeordnet. Hunderte Menschen hatten nach dem Dammbruch mitten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen müssen.

Die ICE-Hauptverbindungen von Frankfurt am Main nach Berlin und von Hannover nach Berlin sind unterbrochen. Die Züge fallen aus oder werden umgeleitet. Die Bahn spricht von stundenlangen Verspätungen. Wie lange die Brücke gesperrt bliebe, sei noch nicht absehbar und hänge von der Hochwasserlage ab.

Vorerst müssen unter anderem die ICE-Linien 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln), 11 (München-Frankfurt-Berlin) und 12 (Basel-Frankfurt-Berlin) umgeleitet werden. Dadurch entfallen mehrere Haltepunkte, beispielsweise Wolfsburg und Göttingen.

Die IC-Linie 77 von und nach Amsterdam endet und beginnt nun in Hannover statt in Berlin. Außerdem entfällt den Angaben zufolge der Regionalverkehr zwischen Rathenow und Stendal komplett. Aufgrund des Hochwassers könne auch kein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet werden.

Aktuelle Informationen erhalten Bahnkunden über die kostenlose Servicenummer 08000 99 66 33, im Ausland unter +49 1805 334444 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider). Reisende können sich auch auf www.bahn.de/aktuell und m.bahn.de/ris (für mobile Endgeräte) informieren.

Auf folgenden Autobahnen kommt es laut Angaben des ADAC zu Einschränkungen:

  • Die A3 ist zwischen Garham/Vilshofen und Straubing in beiden Richtungen gesperrt, die Fahrt dauert mit Umleitung circa eine Stunde länger.
  • Auf der A9 zwischen Dessau-Süd und Dessau-Ost nur einer von drei Fahrstreifen befahrbar. Aktuelle Verkehrsinformationen finden Reisende auf der Webseite maps.adac.de.

Im Kampf gegen das Hochwasser der Elbe hatten die Einsatzkräfte in Sachsen-Anhalt in der Nacht einen Rückschlag hinnehmen müssen. In der Nähe von Fischbeck brach in der Nacht zum Montag ein Deich. Er sei laut einem Sprecher zunächst auf einer Länge von zehn Metern eingerissen, durch die Kraft der Wassermassen habe sich der Durchbruch auf "massive 50 Meter" erweitert. Das nur 800 Meter entfernte Fischbeck wurde völlig überflutet.

sto/AFP/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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matti99 10.06.2013
1. Anlaß zum Nachdenken?
Das aktuelle Hochwasser sollte Gelegenheit zum Nachdenken sein, nachdenken über unsere Infrastruktur bei den Bahnlinien und bei den Autostrecken, mir scheint, daß so manche Haupt-Bahn-Strecke auch mit Alternativstrecken ausgestattet werden sollte oder anders gesagt die vorhandenen Nebenbahnlinien müssen elektrifiziert und technisch höher ausgerüstet werden, um manche Orte sollte eine Umgehungsbahn gebaut werden (z.B. um Hamburg herum) - aber unser Straßenverkehrsplan hat vermutlich für solchen Ausbau oder solche Neubauten kein Geld, rechnet sich wirtschaftlich nicht, da Hochwasser nicht planbar sind aber immer wieder auftreten werden....
derflieger 10.06.2013
2.
So mancher Flutschaden ist unverständlich, vor allem, was bewegliche Güter angeht. Wenn das Wasser kurz vor der Haustür steht und die Aussichten schlecht, dann würde doch wohl ein jeder denkende Mensch Verwandte und Freunde alarmieren und alles was nicht niet-und nagelfest ist in die obere Etage oder auf den Dachboden schleppen. Auch das ein Autohändler zig Luxuswagen absaufen lässt, ohne seine ganze Belegschaft dazu zu verdonnern, sie wegzufahren - da drängt sich die Frage auf, was hat der stattdessen gemacht?
plagiatejäger 10.06.2013
3. AKWs bei künftiger Rheinflut
Wenn der Dauerregen nächstes Jahr in den Rhein statt die Donau und Elbe fließt, dann bezweifle ich die Sicherheit deutscher AKWs und erinnere an Japan, wo auch nur alle 100 Jahre ein Jahrhunderterdbeben stattfindet.
Flari 10.06.2013
4.
Zitat von derfliegerSo mancher Flutschaden ist unverständlich, vor allem, was bewegliche Güter angeht. Wenn das Wasser kurz vor der Haustür steht und die Aussichten schlecht, dann würde doch wohl ein jeder denkende Mensch Verwandte und Freunde alarmieren und alles was nicht niet-und nagelfest ist in die obere Etage oder auf den Dachboden schleppen. Auch das ein Autohändler zig Luxuswagen absaufen lässt, ohne seine ganze Belegschaft dazu zu verdonnern, sie wegzufahren - da drängt sich die Frage auf, was hat der stattdessen gemacht?
Prinzipiell waren rund oder sind noch bis zu 7 mio Menschen gefährdet, dass ihre Wohnung/Haus oder Arbeitsstelle/Betrieb überflutet wird oder wurde, falls jeweils der betreffende Deich versagt... Hätten die alle räumen sollen? 3 mio Küchen, Heizungsanlagen, Öltanks, etc. abbauen auf vagen Verdacht? Oder hundertausende Betriebe? Der Jaguarhändler hat sofort mit der Räumung begonnen, als es hiess, dass der Deich ggf. nachgeben würde. Um die 40 fahrzeuge konnten wohl noch in Sicherheit gebracht werden, dann war das Wasser da. Ich selber hätte ggf. vorher geräumt, aber ich mache höchstens denen einen Vorwurf, die wirklich davon ausgehen konnten, abzusaufen und es dennoch nicht getan oder versucht haben.
Flari 10.06.2013
5.
Zitat von plagiatejägerWenn der Dauerregen nächstes Jahr in den Rhein statt die Donau und Elbe fließt, dann bezweifle ich die Sicherheit deutscher AKWs und erinnere an Japan, wo auch nur alle 100 Jahre ein Jahrhunderterdbeben stattfindet.
Haben Sie dafür auch ein paar Fakten, oder lediglich eine ausgeprägte Phantasie? Oder haben Sie sich mit den Fakten überhaupt nicht beschäftigt/interessiert, weil Ihnen das zu kompliziert ist oder Sie einfach mal etwas sagen wollten?
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