Hochwasser Taucher suchen im Tiber nach irischem Touristen

Die Wassermassen rissen ihn mit sich: Ein irischer Tourist ist in Rom in den Fluss Tiber gestürzt und wird seitdem vermisst. Nun suchen Taucher nach dem jungen Mann.


Rom - Rettungstaucher versuchten am Samstag zunächst vergeblich, den vermissten Iren zu finden. Der 27-Jährige war in der Nacht in den Tiber gefallen, als er wie viele andere Schaulustige das Hochwasser des Flusses vom Ufer aus beobachten wollte.

Der Tiber führt Hochwasser: Ein Tourist aus Irland ist in den Fluten verschwunden
AFP

Der Tiber führt Hochwasser: Ein Tourist aus Irland ist in den Fluten verschwunden

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, der junge Mann sei wegen einer Hochzeitsfeier in Rom gewesen und nach Angaben seiner Begleiter in den Fluss gefallen, als er ein Foto machen wollte. Wahrscheinlich sei er betrunken gewesen.

Der Tiber war nach tagelangen heftigen Regenfällen auf sein höchstes Niveau seit 40 Jahren gestiegen. Rom verhängte am Freitag wegen des Tiber-Hochwassers den Notstand.

Nach Angaben der Behörden erreichte der Fluss den höchsten Wasserstand am frühen Samstagmorgen, danach entspannte sich die Lage. Der Wasserpegel gehe allmählich zurück, sagte der Chef des Zivilschutzes, Guido Bertolaso, der Nachrichtenagentur ANSA.

Weiterhin heftige Regenfälle erwartet

Im historischen Stadtzentrum versuchten Rettungskräfte, unter der Sant-Angelo-Brücke festsitzende Boote mit Hilfe eines Krans zu befreien. Andere befestigten Boote, die von der starken Strömung mitgerissen zu werden drohten.

Die Gefahr, dass der Tiber über die Ufer treten und mehrere Stadtviertel überschwemmen könnte, schien nach Einschätzung der Behörden jedoch gebannt. Bürgermeister Gianni Alemanno sagte, die Lage sei offenbar unter Kontrolle. Dennoch müsse man sich für weitere Niederschläge am Sonntag rüsten.

Meteorologen rechnen für die kommenden drei Tage mit erneut heftigen Niederschlägen. Allein in der Nacht zu Donnerstag war in Rom so viel Regen gefallen wie sonst durchschnittlich im ganzen Dezember.

Die schweren Unwetter halten ganz Italien seit Tagen in Atem, im Norden des Landes gab es auch Schneestürme. Die Schäden für die Landwirtschaft, insbesondere im Süden, werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Seit Mittwoch starben bereits vier Menschen durch die heftigen Unwetter.

tno/AP/AFP



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