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05. September 2017, 14:20 Uhr

Neuer Sturm vor USA

Hurrikan "Irma" auf höchste Kategorie hochgestuft

Wer in der Karibik Urlaub macht, sollte auf "Irma" vorbereitet sein: Der "extrem gefährliche" Hurrikan bewegt sich auf die nördliche Karibik und weiter in Richtung USA zu. Das Auswärtige Amt rät Reisenden, ihre Veranstalter zu kontaktieren.

In der Karibik müssen sich Reisende wegen des Hurrikans "Irma" auf Einschränkungen und Probleme vorbereiten. Das Nationale Hurrikanzentrum in den USA (NHC) hat den Sturm am Dienstag auf die höchste Kategorie fünf der Hurrikanskala und damit als "extrem gefährlich" eingestuft. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h gemessen. "Irma" ist damit noch stärker als der Wirbelsturm "Harvey", der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Die Behörde sprach Warnungen für die Leeward-Inseln, die Jungferninseln und Puerto Rico aus. Es wurde erwartet, dass Irma am späten Dienstag oder Mittwoch (Ortszeit) über Teile der Kleinen Antillen hinwegfegt. Das NHC erklärte, "Irma" werde wohl am Samstag den Süden Floridas erreichen, und rief alle Behörden in der Gefahrenzone auf, ihre Maßnahmen zur Vorbereitung auf "Irma" beschleunigt abzuschließen. Puerto Rico und Florida riefen vorsorglich den Notstand aus.

Puerto Rico mit 3,4 Millionen Einwohnern hält 456 Notunterkünfte bereit, in denen bis zu 62.000 Menschen untergebracht werden können. Außerdem verhängte das Außengebiet der USA einen Preisstopp auf Waren des täglichen Bedarfs wie Essen, Wasser, Medizin, Stromgeneratoren und Batterien. In den Geschäften bildeten sich lange Schlangen.

Der Direktor der staatlichen Energiebehörde, Ricardo Ramos, sagte im Fernsehen, das Stromnetz sei wegen fehlender Investitionen äußerst anfällig, sodass Teile des Landes für drei oder vier Monate ohne Strom sein könnten. "Wir bereiten uns auf das Worst-Case-Szenario vor", sagte er.

Das Notfallzentrum der Dominikanischen Republik empfahl den Bewohnern, sich auf den Sturm vorzubereiten. Die Menschen sollten sich mit Trinkwasser und Lebensmitteln eindecken, Taschenlampen und batteriebetriebene Radios bereitlegen und sich über die Lage der Notunterkünfte informieren.

"Ich rufe die Bürger und Bewohner auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Schäden durch Hurrikan 'Irma' möglichst gering zu halten", sagte der Premierminister von St. Kitts und Nevis, Timothy Harris. "Jeder Einzelne muss dafür sorgen, dass Leben geschont werden und die Aufräumarbeiten schnell erledigt werden können. Wir müssen sofort handeln."

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Das NHC erklärte, es sei noch zu früh, um vorherzusagen, welchen genauen Weg der Hurrikan einschlagen und welche Effekte er auf die kontinentalen Vereinigten Staaten haben werde. Zugleich warnte die Behörde, Auswirkungen könnten sich später in dieser Woche zeigen.

Auswärtiges Amt: Anweisungen der Behörden folgen

Urlauber müssen mit starkem Regen und Wind rechnen, in deren Folge es zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen kann. Straßen können dadurch unpassierbar werden. Darauf weist das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für mehrere Karibikstaaten hin. Darunter sind das beliebte Pauschalreiseziel Dominikanische Republik und Kuba.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden dazu, die aktuellen Informationen des Zentrums weiter zu beachten - sie sind hier zu finden. Wer bereits vor Ort ist, sollte den Anweisungen lokaler Behörden folgen. Pauschalurlauber kontaktieren am besten ihren Reiseveranstalter.

In den Monaten August bis Oktober werden in der Karibik und im Golf von Mexiko stets die meisten Hurrikans eines Jahres registriert. Am 25. August war der Sturm "Harvey" auf die Küste des US-Bundesstaates Texas getroffen und hatte weite Gebiete unter Wasser gesetzt.

abl/dpa/Reuters/AFP

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