Hurrikan "Sandy" Dutzende Flüge zwischen USA und Deutschland abgesagt

Die New Yorker Airports schließen, Flüge in die USA sind abgesagt. Wer für Dienstag einen Transatlantikflug gebucht hat, muss mit Änderungen rechnen: Hier finden Sie Informationen zu Ihren Flügen.

Gestrandete Passagiere: "Sandy" wirbelt die Flugpläne durcheinander
AP

Gestrandete Passagiere: "Sandy" wirbelt die Flugpläne durcheinander


Hamburg - Der Hurrikan "Sandy" hat die Ostküste der USA in der Nacht in ein Notstandsgebiet verwandelt. Einem CNN- Bericht zufolge sind die New Yorker Flughäfen JFK, La Guardia und Newark wegen des Sturms "bis auf weiteres" geschlossen. Seit Sonntag mussten 15.000 Flüge gestrichen werden. Auch am Dienstag müssen sich Reisende auf einen eingeschränkten Flugverkehr zwischen deutschen Flughäfen und den USA einstellen.

Am Frankfurter Flughafen sind erneut mehrere Flüge in die USA annulliert worden, unter anderem nach New York und Washington. Zunächst wurden neun Abflüge verschiedener Fluggesellschaften abgesagt, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport sagte.

Außerdem würden zwölf Flüge von der amerikanischen Ostküste nach Frankfurt nicht durchgeführt. Betroffen seien die Flughäfen in New York, Washington, Boston und Philadelphia. Ob im Laufe des Tages noch weitere Annullierungen hinzukommen werden, konnte der Sprecher nicht sagen. Schon in den Vortagen waren wegen des Unwetters Verbindungen abgesagt worden.

In München wurden am Dienstag vier Starts und drei Landungen gestrichen, betroffen war ein Lufthansa-Flug nach New York sowie Verbindungen amerikanischer Airlines nach New York, Washington und Philadelphia. Für einen weiteren Lufthansa-Flug nach New York stand am Vormittag die endgültige Entscheidung noch aus, ob er stattfinden kann. In Hamburg fiel am Dienstagmorgen ein Flug der United Airlines aus New York aus, auch der für 8 Uhr geplante Rückflug nach New York wurde gestrichen.

In den USA waren vor allem Fluglinien betroffen, bei denen an der US-Ostküste viele Passagiere umsteigen müssen. United Airlines strich zwischen Sonntag und Mittwoch 3700 Flüge, Delta sagte laut einem CNN-Bericht alle Verbindungen zwischen Washington und Boston ab sowie Flüge von New York und Philadelphia. Auch American Airlines annullierte Inlandsflüge in Richtung Ostküste. Welche Strecken betroffen sind, wird auf dieser Webseite angezeigt.

Keine Entschädigung für Passagiere

Fällt ein Flug in die USA wegen des Hurrikans "Sandy" aus, haben Betroffene keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Weil der Sturm als höhere Gewalt gilt, können Kunden die Fluggesellschaft nicht für eine Annullierung verantwortlich machen. Darauf weist der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover hin. Betroffene erhalten daher keine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Diese sieht in anderen Fällen bis zu 600 Euro als Entschädigung für einen Flugausfall vor.

Allerdings haben Betroffene Anspruch auf die Rückzahlung des Ticketpreises. Alternativ können sie sich für einen kostenlosen Ersatzflug auf der gleichen Strecke entscheiden. Dabei müssen sie eventuell aber eine längere Wartezeit hinnehmen, bis der Flughafen am gebuchten Reiseziel wieder geöffnet ist. Wer etwa statt nach New York nach Miami fliegen möchte, um dem Sturm auszuweichen, muss verhandeln: Einen Anspruch auf kostenlose Umbuchung auf ein anderes Ziel gibt es nicht.

Pauschalurlauber bekommen Geld vom Veranstalter zurück, wenn sich der Sturm erheblich auf eine gebuchte Rundreise auswirkt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn mehrere Stationen nicht wie geplant angefahren werden können. Dann dürfen Urlauber den Reisepreis mindern, erklärt Degott. Fällt eine Pauschalreise komplett ins Wasser, weil der Zubringerflug annulliert wird, erhalten Betroffene den kompletten Reisepreis zurück.

Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden an die US-Ostküste, sich auf Internetseiten wie www.weather.gov und www.fema.gov über die Lage vor Ort zu informieren.

SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Informationsquellen für deutsche Reisende zusammen.

Lufthansa

Deutschlands größte Fluglinie sagte für Montag neun und für Dienstag vier Flüge an die US-Ostküste ab. Betroffen waren Verbindungen nach New York, Washington und Boston, von den Airports in Frankfurt, München und Düsseldorf. Wer am Dienstag in die USA fliegen wolle, solle sich auf der Webseite der Fluggesellschaft informieren, sagte ein Lufthansa-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Kunden, die einen Flug von/nach New York, Boston, Philadelphia oder Washington gebucht haben, können diesen unter bestimmten Umständen kostenfrei umbuchen.

Air Berlin

Die zweitgrößte deutsche Fluglinie streicht mehrere Flüge nach und von New York. Insgesamt würden Sonntag, Montag und Dienstag zehn Flüge ausfallen, sagte eine Sprecherin. Das betreffe Verbindungen von Berlin und Düsseldorf nach New York und zurück. Passagiere könnten kostenlos umbuchen oder stornieren. Ob auch am Mittwoch Flüge gestrichen werden müssen, war am Dienstagvormittag noch nicht absehbar. Die Sprecherin riet dazu, sich auf der Webseite oder über die Facebook- und Twitter-Angebote der Airline zu informieren.

Singapore Airlines

Bei Singapore Airlines sind die Flüge SQ26 von Frankfurt am Main nach New York (John F. Kennedy) und SQ25 von New York (John F. Kennedy) nach Frankfurt am Main am Montag ausgefallen. Weitere Hinweise gibt es auf der Homepage der Fluggesellschaft.

United Airlines

Auch bei United Airlines fielen Flüge von Deutschland in die USA aus. Betroffen sind unter anderem Flüge von München nach New York und Washington sowie von Hamburg nach New York. Weitere Informationen erhalten Kunden auf der Webseite der Fluggesellschaft.

US-Flugbehörde

Die Federal Aviation Administration der USA hält auf ihrer Webseite eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Flughäfen bereit. Flugreisende können sich dort informieren, auf welchen Flughäfen es zu Verspätungen kommt und in welchen Städten gar keine Flugzeuge mehr starten oder landen können.

FlightAware.com

Der US-Fluginformationsdienst FlightAware.com sammelt auf seiner Webseite Informationen zu verspäteten und abgesagten Flügen.

jus/sto/dba/lei/dpa/AFP

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