Hybrid-Expeditionsschiff von Hurtigruten Jungfernfahrt der MS "Roald Amundsen" verzögert sich erneut

Ursprünglich sollte das Schiff 2018 fertig werden, doch es gab immer wieder Verzögerungen. Nun steht das Hybrid-Expeditionsschiff von Hurtigruten kurz vor seiner Jungfernfahrt.

Expeditionsschiff MS "Roald Amundsen" (Illustration)
Hurtigruten

Expeditionsschiff MS "Roald Amundsen" (Illustration)


Es wird nun nicht in Hamburg ablegen, sondern im norwegischen Tromsø: Das neue Hybrid-Expeditionskreuzfahrtschiff "Roald Amundsen" von Hurtigruten soll endgültig Anfang Juli in See stechen. Die Jungfernfahrt ist für den 3. Juli geplant. Das gab die Reederei bekannt.

Ursprünglich sollte der Neubau, der zu den umweltfreundlichsten Kreuzfahrtenschiffen der Welt gehören soll, am 27. Juni vom Hamburger Hafen aus aufbrechen. Die Fertigstellung hatte sich zuletzt immer wieder verzögert.

Die Endphase des Innenausbaus des Schiffs auf der Kleven Werft in Norwegen ist in den vergangenen Tagen laut Hurtigruten nicht wie erwartet vorangeschritten. Daher starte die Jungfernfahrt später und von Tromsø aus. Eigentlich sollte das Schiff im Frühjahr fertig werden - und ursprünglich sogar einmal 2018.

Hurtigruten ist vor allem bekannt für Schiffsreisen entlang der norwegischen Küste. Die "Roald Amundsen" ist ein hybridbetriebenes Expeditionskreuzfahrtschiff für den Einsatz unter anderem in polaren Gewässern. Es wird sowohl mit Dieselkraftstoff als auch Strom aus Batterien an Bord angetrieben. Die Hybridtechnik soll das Schiff sparsamer machen, laut Prognose von Hurtigruten um 20 Prozent.

Ein Höhepunkt des neuen Schiffs ist ein 17,5 Meter hoher LED-Bildschirm im Atrium, der sich über sieben Decks erstreckt und auf den etwa die vorbeiziehende Landschaft oder Expertenvorträge übertragen werden. Maximal 530 Gäste haben an Bord Platz.

Diesen bietet Hurtigruten die Möglichkeit, auf den Kabinenputzdienst zu verzichten, wodurch das Unternehmen Waschmittel und Energie sparen kann. Das Geld will Hurtigruten dann guten Zwecken zuführen. Auch in anderen Bereichen bemüht sich die Reederei um Umweltschutz - so gibt es beispielweise keine Plastikbecher an Bord. Lesen Sie hier mehr über die MS "Roald Amundsen".

In diesem Sommer ist das Schiff entlang der norwegischen Küste sowie rund um Spitzbergen und vor Grönland unterwegs. Danach geht es durch die Nordwestpassage und dann nach Süden in die Antarktis. Mit der "Fridtjof Nansen" und einem weiteren Neubau sind bereits zwei baugleiche Schwesterschiffe in Planung.

jus/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Oberleerer 28.06.2019
1.
Weiß nicht, ist nicht mutig genug. Gibt es die AIDA nicht auch in Erdgas? Aktuell wäre doch sogar LNG eine Option?
RalfBukowski 28.06.2019
2. "...es gab immer wieder Verzögerungen..."
Sollte da eine gewisse deutsche Werft de Finger mit drin haben?
j1958 28.06.2019
3. Leichtsinn?
Ist ja im Prinzip gut neue Antriebsarten zu entwickeln, aber polare Regionen sind extrem gefährlich was Klima und Meer angeht. Und sehr, sehr einsam. Ob man die Jungfernfahrt nicht erst mal ins Mittelmeer oder die Karibik legen sollte?
Gluehweintrinker 28.06.2019
4. Umweltschutztipps, Verschwörungstheorien, es fehlen noch...
Zitat von RalfBukowskiSollte da eine gewisse deutsche Werft de Finger mit drin haben?
...die üblichen Stereotype wie "Käfighaltung" und "Zerstörung Venedigs" - ach, nein, das sind ja nur die großen Schiffe. Der größte deutsche Konstrukteur von großen Kreuzfahrtschiffen in Papenburg / Ems. soll also seine Saboteure losgeschickt haben, um das Werk einer anderen Werft zu beschädigen? Ich denke, es liegt an zu intensivem Konsum von James-Bond-Filmen, wenn man solche Schnapsideen verbreitet. Alle Werften sind übrigens zur Zeit auf Jahre ausgebucht, Existenzängste können da wohl kaum vorliegen. Flüssigerdgas/LNG - dahin wird der Weg wohl gehen in der Schifffahrt. Hier existiert jedoch immer noch ein Henne-Ei-Problem. Es gibt sehr wenige LNG-Schiffe, weil es weniger Möglichkeiten zum Bunkern gibt. Es gibt wenige LNG-Tankstellen, weil es wenige LNG-Schiffe gibt. Schauen Sie nach den Routen dieses Expeditionsschiffs, findet man die Arktis, die Antarktis, Ecuador und kommt sofort selbst auf die Lösung des Rätsels. Mit LNG wäre das Schiff auf nur wenigen Regionen beschränkt gewesen, weil der Treibstoff eben nicht überall verfügbar ist. Auf jedem Ozean ist es "einsam", im Polarmeer wie im Mittelländischen Meer. Geht man nach der Zahl der Todesopfer, kommen wir zu dem Ergebnis, dass es in letzterem offenbar deutlich gefährlicher ist, nicht wahr? Ein prominentes Beispiel der Kreuzfahrthistorie zeigt auch, dass man nicht unbedingt weit vom Ufer havarieren muss, um mit Todesopfern Negativschlagzeilen zu produzieren. Übrigens gelten in der Schifffahrt hohe Sicherheitsstandards (mal nach SOLAS googeln!) und Sie dürfen davon ausgehen, dass ein traditionsreiches Unternehmen wie Hurtigruten, das sich bestens mit seinen Heimatgewässern auskennt, diese ohne Abstriche umsetzt
man-o-war 28.06.2019
5. Hybrid-Expeditionsschiff?
Das ist eine Mogelpackung. Der Strom wird mit dreckigem Diesel produziert, auf jeden Fall schädlich für´s Weltklima, die Schadstoffe werden lediglich umverteilt. Und Expedition? Neue wissenschaftliche Erkenntnisse? Für wie dumm wird der Tourist hier gehalten?
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