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13. September 2016, 14:08 Uhr

Reisekomfort

Was der neue ICE 4 den Fahrgästen bringt

Lichtdurchflutete Wagen, mehr Platz für Passagiere und endlich auch Stellplätze für Fahrräder: Die Bahn verspricht ihren Kunden im neuen ICE 4 mehr Reisekomfort. Die Neuerungen in der Übersicht.

Die Deutsche Bahn will am Mittwoch die vierte Generation ihres Hochgeschwindigkeitszugs vorstellen. Der ICE 4 wird es zwar höchstens auf 250 Stundenkilometer bringen. Dafür hält er im Innenraum ein paar Neuheiten für Fahrgäste bereit. Hier die wichtigsten Details, die den Reisekomfort erhöhen könnten:

Mehr Sitzplätze

Die Deutsche Bahn sieht im ICE 4 einen "Nutzflächen-Champion", weil er auf einer Länge von 346 Metern 830 Sitzplätze bietet. Ein Viertel davon befindet sich in der ersten Klasse. Die hohe Zahl an Sitzen ist möglich, weil die Wagen länger sind und im Inneren weitgehend auf Schränke für Steuersysteme verzichtet wurde.

Um viele Sitzplätze und trotzdem Beinfreiheit zu ermöglichen, gleiten die Rückenlehnen beim Verstellen in die Sitzschale. Die neu entwickelten ergonomischen Sitze wurden laut Bahn bereits in der Bestandsflotte getestet.

Bessere Klimaanlagen

Die Klimaanlagen in Zügen haben der Deutschen Bahn schon allzu oft Probleme beschert - im vergangenen Sommer beispielsweise fielen an einem heißen Wochenende 26 Fernzüge aus. Die Klimaanlage im ICE 4 wurde technisch weiterentwickelt und besteht nun aus zwei Kältekreisläufen. Gibt es bei einem Probleme, funktioniert die Anlage trotzdem weiter. Zudem ist sie nun für Umgebungstemperaturen von minus 25 bis plus 45 Grad Celsius ausgelegt - und damit deutlich leistungsfähiger als die bisherigen Anlagen.

Erstmals Fahrradstellplätze

Gute Nachrichten für alle, die mit dem Fahrrad verreisen wollen: Im neuen ICE 4 wird es in einem Endwagen acht Stellplätze geben. "Bisher konnte man sein Fahrrad im ICE nur demontiert und verpackt als Traglast mitnehmen", sagt eine Bahnsprecherin. Künftig werden immerhin einige Fahrgäste von der Mitnahmemöglichkeit profitieren können. Da das Angebot begrenzt ist, müssen sie allerdings reserviert werden. Wer sein Fahrrad mitnimmt, findet seinen Sitzplatz direkt im angrenzenden Abteil der zweiten Klasse.

Beleuchtung nach Tageszeit

Im gesamten Fahrgastraum wartet der ICE 4 mit einem neuen Lichtkonzept auf: Die Lichtfarbe und die -intensität sollen sich der Tageszeit anpassen - von kühlem Blau bis zu warmem Rot. Auch wird Angaben der Bahn zufolge mehr Tageslicht in die Wagen kommen: Der ICE 4 biete im Fahrgastinnenraum unter anderem Panoramascheiben, die eine hohe Lichtdurchflutung ermöglichen und ein helles Ambiente erzeugen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Besondere Ausstattung für Rollstuhlfahrer

Der ICE 4 verfügt über einen eingebauten Hublift, mit dem Rollstuhlfahrer in den Zug gelangen können. Er kann über einen Taster außen angefordert werden und führt in einen Großraumwagen mit breiterem Gang, in dem auch das Wenden eines Rollstuhls möglich sein soll. Der Stellplatz für Rollstuhlfahrer ist mit einem höhenverstellbaren Tisch ausgestattet. Dort sind sowohl eine Notruftaste als auch eine Servicetaste angebracht, über die das Bordpersonal gerufen werden kann. Auch das WC in dem Wagen ist für Rollstuhlfahrer ausgelegt.

Noch in diesem Herbst sollen die ersten ICE 4 ihren 14 Monate währenden Probebetrieb aufnehmen, davon zwölf mit Fahrgästen an Bord. Der Testbetrieb soll die Zuverlässigkeit der Technik testen und helfen, "Kinderkrankheiten" noch rechtzeitig abzustellen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 gehen die ersten ICE-4-Züge dann in den Regelbetrieb.

jus/AFP

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