Bauarbeiten ICE-Fahrt von Hannover bis Göttingen dauert 30 Minuten länger

Auf der ICE-Strecke zwischen Hannover und Göttingen haben die angekündigten Bauarbeiten begonnen. Bis 14. Dezember müssen Passagiere mit einer längeren Fahrt rechnen - auch im Regionalverkehr.

ICE-Zug auf der Strecke Hannover-Göttingen: Mindestens 30 Minuten länger
Julian Stratenschulte/ DPA

ICE-Zug auf der Strecke Hannover-Göttingen: Mindestens 30 Minuten länger


In den kommenden sechs Monaten sind Reisende auf der Nord-Süd-ICE-Strecke deutlich länger unterwegs. Der Grund sind umfangreiche Bauarbeiten auf dem Abschnitt zwischen Hannover und Göttingen, die voraussichtlich bis 14. Dezember dauern.

Der Start der Bauarbeiten und das Einrichten von Umleitungen verlief problemlos, wie eine Bahn-Sprecherin sagte. Dass es dennoch am Vormittag zu Verspätungen kam, hing mit Unwettern in Süddeutschland zusammen, weshalb Züge verzögert Richtung Norden unterwegs waren oder Ersatzzüge eingesetzt werden mussten.

ICE-Pendler zwischen Nord- und Süddeutschland sowie Berlin und Frankfurt müssen sich auf eine 30 bis 45 Minuten längere Fahrt einrichten. Dies ist aber schon in die aktuellen Fahrpläne eingearbeitet. Die Züge fahren während der Arbeiten über die Leinetal-Strecke. Statt einer komfortablen Fahrt ohne Stopp werden ICE- und IC-Züge auf der knapp 89 Kilometer langen Strecke mehrmals anhalten.

"Die reguläre Strecke ist für Fahrgeschwindigkeiten von 280 km/h gebaut, die Umleitung durch das Leinetal aber nicht", sagte Sven Meyer von der Deutschen Bahn Ende Mai. Die Sperrung der Schnellfahrstrecke wirke sich auch auf andere Gebiete aus. Wer etwa von Bremen nach München fährt, braucht nun insgesamt eine Stunde länger.

Städte, die von den Bauarbeiten profitieren, sind Celle, Uelzen und Lüneburg: Sie "werden als Ersatzhaltestellen nun jede Stunde von einer ICE-Linie nach München angefahren", sagte Meyer. Weil sich alle Bahnen und der Güterverkehr eine Strecke teilen, kommt es aber auch zu Einschränkungen und Zugausfällen für den regionalen Bahnverkehr.

Eine Übersicht für Änderungen im Regionalverkehr nach Angaben der Bahn:

  • Für die Linien RB 80 (Göttingen-Nordhausen) und RB 86 (Einbeck Mitte-Northeim-Göttingen) ergeben sich laut Bahn Fahrplan- und Anschlussänderungen.
  • Linie RB82 (Göttingen-Bad Harzburg): Zwischen Bad Harzburg und Kreiensen verkehren die Züge mit abweichenden Fahrzeiten, in Kreiensen wird stündlich der RE2 erreicht. Zwischen Kreiensen und Northeim entfallen die Züge; Fahrgäste nutzen den RE2. Zwischen Northeim und Göttingen entfallen die Züge ebenfalls; ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.
  • RE2 (metronom): Die Linie RE2 (metronom) Hannover-Northeim-Göttingen verkehrt mit abweichenden Abfahrts- und Ankunftszeiten. Sollten aufgrund der Bauarbeiten die Züge in Einbeck-Salzderhelden verspätet ankommen, wird nach Möglichkeit eine zusätzliche Fahrt der RB86 von Einbeck-Salzderhelden nach Einbeck Mitte angeboten.
  • Die S-Bahn-Linie S4 Hannover-Sarstedt-Hildesheim fährt in leicht geänderten Taktzeiten zwischen Hannover-Messe/Laatzen und Hildesheim. Die Züge der Linien S21 (Barsinghausen-Hannover) und S51 (Hameln-Hannover-Bismarckstraße) fallen aus.

Neuer Schotter, sanierte Brücken

"Wir wissen, dass die Sanierung den Kunden Geduld und Verständnis abverlangt", sagte die Konzernbevollmächtigte für die norddeutschen Bundesländer, Manuela Herbort, Ende Mai. Die Bahn habe seit 2010 die Hälfte ihres Schienennetzes erneuert. Es gebe aber noch viel zu tun.

Nach fast 30 Jahren Betrieb ist nun der ICE-Abschnitt zwischen den beiden niedersächsischen Städten dran: Gleise, Weichen, Schwellen und Schotter werden erneuert. Neun Tunnel, acht Talbrücken sowie technische Anlagen und Oberleitungsanlagen werden der Bahn zufolge saniert. Für die Arbeiten hat der Konzern 175 Millionen Euro veranschlagt.

Der weitere südliche Verlauf der ICE-Trasse bis nach Würzburg soll zu einem späteren Zeitpunkt überholt werden, zwischen Göttingen und Kassel geht es planmäßig im April 2021 los. Die Sanierung der gesamten Strecke von Hannover nach Würzburg kostet voraussichtlich 640 Millionen Euro. Auf der 327 Kilometer langen Trasse fahren täglich 110 Fernzüge durch Niedersachsen, Hessen und Bayern.

abl/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
shardan 11.06.2019
1. Immerhin...
Immerhin, es steht nur 14. Dezember, jedoch nicht, in welchem Jahr. Ist in Deutschland mittlerweile wohl auch besser so. Nuja. Das bedeutet, eben nicht mit dem Zug zur Konferenz, sondern mit dem Flieger. Nicht gut fürs Klima, spart aber Zeit und Geld. Andere Verbindung? Könnte man ja machen. Nur weist mir die Buchung das nicht aus, die geht nach wie vor von der ursprünglichen Fahrzeit aus. Das Buchungsprogramm auf der Webseite ist nicht in der Lage, solche Dinge einzuplanen. Die Informationspolitik hat oft so große Mängel, dass ich mir nicht wünsche, da am Bahnsteig zu stehen und nichts brauchbares zu erfahren. Die 30 Minuten länger dürften ohnehin die übliche euphemistische Untertreibung sein..... Muss ich mir alles nicht geben.
mullertomas989 11.06.2019
2. Was haben die zusätzlichen Stopps ...
... in Lüneburg, Uelzen und Celle damit zu tun? Der Zusammenhang zur Fahrtzeitverzögerung zwischen Hannover und Göttingen wird im Text nicht klar. Kann das jemand erklären?
Thomasvon Bröckel 11.06.2019
3. Bremen mal wieder abgehängt
Es verlängern sich nicht nur die Fahrzeiten, Bremen wird auch wieder einmal von durchgehenden ICE-Verbindungen abgehängt. Stattdessen fahren Ersatz-IC und es ist ein zusätzlicher Umstieg in Hannover erforderlich. Statt sonst 4 Std. 17 Minuten Fahrzeit für die Strecke Bremen-Nürnberg, sind es jetzt 5 Std. 7 Minuten.
mullertomas989 11.06.2019
4. Im Detail ...
Zitat von Thomasvon BröckelEs verlängern sich nicht nur die Fahrzeiten, Bremen wird auch wieder einmal von durchgehenden ICE-Verbindungen abgehängt. Stattdessen fahren Ersatz-IC und es ist ein zusätzlicher Umstieg in Hannover erforderlich. Statt sonst 4 Std. 17 Minuten Fahrzeit für die Strecke Bremen-Nürnberg, sind es jetzt 5 Std. 7 Minuten.
... kann ich Ihnen das nicht erklären. Nur: Hamburg nimmt natürlich eine (noch) wichtigere Rolle im Bahnnetz ein (ICE-Betriebswerk, SH und Skandinavien wedren mitbediehnt). Und: 5:07h für rund 580km ist doch für deutsche Verhältnisse noch "normal" ..... Die Bürger wählen ja ständig Parteien, die die Bahn nur sporadisch ausbauen lassen ....
DerBlicker 11.06.2019
5. gut dass es den innerdeutschen Flugverkehr gibt
So kann man von Frankfurt direkt nach Hamburg oder Berlin fliegen und muss nicht in der Bahn herumbummeln. Ich wohne übrigens in Heidelberg und bin mit dem Auto ab Haustür in 45 Minuten am Frankfurter Flughafen, die Bahn hat selbst da keine Chance und braucht 1 h.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.