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12. März 2017, 11:46 Uhr

Verbotsdebatte beendet

Deutsche Bahn will weiter Alkohol servieren

In den Fernzügen der Deutschen Bahn darf weiter getrunken werden, das bestätigte der Konzern einer Zeitung. GDL-Chef Weselsky hatte ein generelles Verbot gefordert - zum Schutz der Mitarbeiter.

Die Deutsche Bahn wird weiterhin Alkohol in den Bordrestaurants und Bistros von ICE- und Intercity-Zügen ausschenken. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf das Management des Konzerns.

Zuvor hatte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, ein Alkoholverbot in Bordrestaurants ins Gespräch gebracht. Wir müssen den Alkoholausschank auf den Prüfstand stellen aus Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter", sagte Weselsky Ende Februar der "Heilbronner Stimme". Die Bahn sei gefordert, entsprechende Sicherheitskonzepte auf den Weg zu bringen.

Hintergrund der Forderungen war eine GdL-Umfrage, an der sich rund 15 Prozent der 34.000 Mitglieder beteiligten. Von ihnen gaben mehr als 82 Prozent an, schon einmal bei der Ausübung ihres Berufs verbal beleidigt worden zu sein. Fast ein Viertel wurde demnach schon einmal körperlich angegriffen.

Das provoziere Eskalationen

Der GdL-Chef sprach sich daraufhin für ein generelles Verkaufsverbot für Alkohol in den Zügen aus. Seine Argumentation: Die Bordgastronomen könnten nicht von Fall zu Fall entscheiden, wem sie Alkohol verkaufen und wem nicht. Das provoziere Eskalationen. Dem will der Bahn-Konzern nicht folgen.

Das Thema Gewalt in Bordrestaurants spiele statistisch keine Rolle, zitiert die "Wirtschaftswoche" das Management. Daher bestünden auch keine Pläne, ein generelles Alkoholkonsumverbot in Fernverkehrszügen einzuführen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte zudem bezweifelt, dass das Verbot in den Zügen der Deutschen Bahn durchzusetzen und zu kontrollieren sei.

Im Gegensatz zu den ICEs und ICs, in denen weiter getrunken werden darf, gelten für Regionalzüge schon heute unterschiedliche Regelungen. Während manche Anbieter Alkohol generell verbieten, erlauben andere den Konsum. Wer in Deutschland verreist, sollte deshalb aufpassen. In Hamburg etwa darf in Zügen der DB Regio und auf Fähren getrunken werden, in S-Bahnen, Bussen und U-Bahnen aber nicht.

irb/dpa

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