Image-Studie Australien ist die stärkste Ländermarke

Australien lässt die Augen erstrahlen - von Touristen und Werbeprofis. Der Kontinent am anderen Ende der Welt hat das beste Markenimage der in einer Studie untersuchten Länder. Deutschland schaffte es dagegen nicht unter die Top Ten der Unternehmensberatung FutureBrand.


Hamburg - Zum vierten Mal hat FutureBrand Reiseziele auf ihren Markenwert untersucht. Australien hat nach der Studie der US-amerikanischen Unternehmensberatung das beste Länderimage und damit den höchsten Wert - wie bereits in den vergangenen zwei Jahren. "Touristen haben hier eine breite Auswahl an Angeboten: Abenteuer, Entspannung, unberührte Natur und gute Küche", begründete ein Jury-Mitglied die Platzierung an der Spitze der Top-Ten des "Country Brand Index" 2008 .

Kanada belegt den zweiten Platz - und holte damit stark auf: Im Vorjahr war der nordamerikanische Staat noch auf dem sechsten Platz zu finden. Auf Kanada folgen die USA. Damit müssen die US-Amerikaner das Siegertreppchen eine Stufe hinabsteigen (2007: Platz zwei). Ganz neu in der Top-Ten-Liste sind zwei europäische Länder: die Schweiz und Schweden, Italien und Frankreich konnten sich unter den ersten Zehn halten.

Den Ländermarken-Index erstellt ein Gremium aus 2700 internationalen Freizeit- und Geschäftsreisenden aus neun Ländern. Dabei werden die Länder in 30 verschiedenen Kategorien bewertet - darunter "Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis", "Geschichte" sowie "Erholung und Entspannung". Die Länder, die am meisten Punkte in den Einzelkategorien sammeln konnten, werden in der Gesamt-Top-Ten zusammengefasst. Für die Studie berücksichtigte FutureBrand, die die Studie gemeinsam mit der PR-Agentur Weber Shandwick herausgibt, zudem Marktforschungsergebnisse und Länderdaten.

"Es ist spannend zu sehen, wie viele Länder die Idee der 'Marke' annehmen", sagt Rina Plapler von FutureBrand. Dennoch würden sich viele noch zu undifferenziert vermarkten. Die Unternehmensberatung registriert eine Verschiebung des Kundeninteresses weg von traditionellen Touristenzielen. So erfahren Afrika, Asien und der Mittlere Osten als Regionen überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten, und ehemalige Nischen-Reiseformen wie Frauen-, Großeltern-mit-Enkeln- und Pilgerreisen werden zum Trend.

Platz zwei für Deutschland bei Geschäftsreisen

Deutschland hat es als Marke nicht unter die ersten Zehn des Gesamt-Rankings geschafft. In den Einzelkategorien taucht es aber sehr wohl auf. Besonders im Bereich der Geschäftsreisen war Deutschland in den Top-Ten-Listen vertreten: Es ist laut Studie hinter den USA "ideal für Geschäfte". In der Kategorie "New Country for Business" wurde Japan ausgezeichnet, Deutschland schaffte es hier auf Platz sieben.

Japan ist darüber hinaus der bevorzugte "Veranstaltungsort für Kongresse und Tagungen". Doch auch hier sicherte sich Deutschland einen der vordersten Plätze - den vierten. In der Kategorie "Kunst und Kultur" landete Deutschland gerade noch auf Platz zehn, die Goldmedaille ging an Italien.

Wenn die Befragten die Wahl hätten, würden sie am liebsten in Australien wohnen. In dieser Kategorie ("Begehrtester Wohnort") holte sich Deutschland den neunten Platz, in Sachen "Produktqualität" erhielt es Bronze. Der Gewinner ist hier erneut Japan.

Die führende Nation in Bereich Technologie ist Japan - Platz fünf geht an Deutschland. Die Skandinavier konnten in Sachen "Lebenstandard" absahnen: Platz eins für Schweden, der zweite geht an Norwegen und der dritte an Dänemark. Deutschland belegte hier den achten Platz. Auch in der Kategorie "Reisekomfort" landete Deutschland in der Top-Ten-Liste: Platz fünf.

Als "Besonders beeindruckend im vergangenen Jahr" bezeichnete die Jury China. Das Gremium nennt das den "Olympia-Effekt". Dennoch taucht das Gastgeberland nicht in der Liste der Kategorie "Gastfreundlichkeit" auf. Das "Reich der Mitte" wurde jedoch auch in diesem Jahr wieder als "Reiseland der Zukunft" ausgezeichnet.

peg/abl



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