Impf-Empfehlung Hepatitis-Gefahr in der Türkei größer als vermutet

Hepatitis A, die so genannte Reisegelbsucht, kommt in der Türkei weit häufiger vor als bislang bekannt. Da das Virus selbst im Meerwasser überlebt, sollten sich Touristen impfen lassen.



Ankara - Nach einer Untersuchung der Hacettepe Universität in Ankara sind 50 Prozent aller türkischen Kinder im Alter von zehn Jahren mit dem Erreger infiziert. Die Viren werden von verunreinigtem Trinkwasser und Nahrung übertragen.

Zu Beginn der Sommerferien-Saison mahnt das Tropeninstitut München vor diesem Hintergrund zur Vorsicht und empfiehlt, sich vorsorglich impfen zu lassen. "Viele türkische Kinder kommen mit Hepatitis A in Kontakt, ohne es zu merken", zitiert das Institut den Vorsitzenden der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung in Gießen, Yasar Bilgin. "Sie können also andere anstecken, obwohl man es den Kindern gar nicht ansieht."

Eine Infektion könne zum Beispiel schon durch die gemeinsame Benutzung von sanitären Anlagen auftreten, schreibt das Institut auf seiner Internetseite. "Selbst auf Türklinken und im Meerwasser kann das Virus einige Zeit hochansteckend bleiben", so erläutert der Hepatitis-Experte Wolfgang Jilg von der Universität Regensburg. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin werden etwa ein Drittel aller auf Reisen erworbenen Hepatitis-A-Infektionen von Türkei-Urlaubern nach Deutschland gebracht.

Allerdings sind auch andere Mittelmeerländer nicht von der Reisegelbsucht verschont. Auch in Spanien und Italien kommt es laut Tropeninstitut immer wieder zu größeren Epidemien. Im Gegensatz zur Hepatitis B gibt es bei Hepatitis A aber kaum Todesfälle. Eine Gelbsucht kann jedoch einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt zur Folge haben.

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