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Mexiko: Arbeitslose Stewardessen posieren für Bikini-Kalender

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Insolvente Airline Mexicana Gefeuerte Stewardessen posieren im Bikini

Mit einer außergewöhnlichen Idee haben arbeitslose Stewardessen in Mexiko auf sich aufmerksam gemacht: Sie ließen sich in Bikini und knapper Uniform für einen Kalender ablichten. Noch vor der offiziellen Veröffentlichung waren alle Exemplare verkauft.

Mexiko-Stadt - Sie haben ihren Job verloren, doch sie ließen sich nicht entmutigen und nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand: Stewardessen der insolventen Fluggesellschaft Mexikana posierten für einen Kalender, verhüllt nur von Bikinis und knappen Uniformen. Das Produkt fand reißenden Absatz. Noch vor der Veröffentlichung am Donnerstag waren alle 1000 Exemplare verkauft. Neue sind im Druck, sie kosten 149 Pesos (rund 8,50 Euro). Hintergrund: Seit August ist die traditionsreiche Airline am Boden, den Frauen geht das Geld aus.

Die Idee zu der Aktion hatte Coral Perez, die seit zehn Jahren für Mexicana arbeitet. "Mir kam der Gedanke, dass wir alle Geld brauchten und dass es bei so vielen hübschen Mädchen ein paar geben müsste, die daran interessiert sind." So ließen die Frauen sich von den Arbeitslosen in der Film-Komödie "Ganz oder gar nicht" inspirieren, in der ehemalige Stahlarbeiter mit einer Strip-Show umwerfenden Erfolg haben. Ganz so viel Haut zeigen die Stewardessen aber nicht, um auf sich aufmerksam zu machen.

Bei dem Kalender setzten die zehn beteiligten Damen auf volles Risiko. Aus eigener Tasche legten sie die Produktionskosten von 100.000 Pesos (5800 Euro) vor. Der Kalender löste in Mexiko ein enorm großes Medienecho aus. Ihr Anliegen - Aufmerksamkeit - haben die Frauen also auf jeden Fall erreicht. Und wie es der Zufall will, gab es zeitgleich mit der Veröffentlichung gute Nachrichten. Ein Insolvenzplan sieht vor, dass die Flüge Mitte Dezember wieder aufgenommen werden sollen. Allerdings vorerst nur mit 30 Prozent der Belegschaft. Ob die Kalender-Models dabei sind, ist noch nicht bekannt.

Mexicana hatte Anfang August Insolvenz angemeldet. Nachdem der Flugverkehr in Mexiko wegen der Schweinegrippe im vergangenen Jahr fast zum Erliegen gekommen war, hatten sich die Finanzprobleme der Airline verschärft. Immer wieder war es zu Arbeitskämpfen der Piloten gekommen, die größere Einsparungen nicht hinnehmen wollten. Mexicana war die zweitgrößte Airline des Landes. Sie transportierte im vergangenen Jahr knapp 6,7 Millionen Passagiere.

fro/dapd
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