Unister-Insolvenz Was Kunden der Reiseportale wissen müssen

Tausende Unister-Kunden könnten von der Insolvenz betroffen sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten - vor allem für Nutzer der Reiseportale Ab-in-den-Urlaub.de und Fluege.de.

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Die Insolvenz des Internetunternehmens Unister wirft viele Fragen bei Verbrauchern auf. Neben den Tochterunternehmen Urlaubstours GmbH und U-Deals GmbH hat mittlerweile auch die Unister Travel Betriebsgesellschaft Insolvenz angemeldet, zu ihr gehört die Betreiberfirma von Ab-in-den-Urlaub.de und F Fluege.de.

Was ist das Problem für die Kunden der Portale?

Probleme gibt es derzeit mit Reisegutscheinen, die vor dem 20. Juli von der U-Deals GmbH erworben wurden. Das sind bis zu 14.000 Kunden der Internet-Reiseportale Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Die bei Pauschalreisen üblichen Sicherungsscheine griffen hier nicht, sagte ein Sprecher Flöthers.

Die Kunden können die Beträge nun als Forderung bei Flöther anmelden, dürften aber nur ein Bruchteil der jeweiligen Summe zurückbekommen. Er bemühe sich um Kulanzlösungen, sagte der Insolvenzverwalter. Unister hatte für die Gutscheine mit dem Versprechen geworben, dass die Kunden nach der Rückkehr aus dem Urlaub einen Teil des Reisepreises rückvergütet bekämen.

Was geschieht allgemein bei gebuchten Pauschalurlauben?

Pauschalreise-Kunden haben Glück im Unglück. Denn wer so ein Reisepaket bucht, bekommt einen Reisesicherungsschein und ist so im Falle einer Insolvenz des Veranstalters abgesichert. Wichtig: nicht zahlen, solange dieser Nachweis nicht erbracht ist, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg. Abgesichert sind Reisende auch, wenn sie den Pauschalurlaub über einen Reisevermittler gebucht haben, erklärt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Und wie gehe ich im Falle der Insolvenz vor?

Tritt der Insolvenzfall ein, wenden sich Betroffene direkt an den Versicherer, von dem der Sicherungsschein ausgestellt wurde. Man sollte die Aufwendungen dokumentieren, rät Wiesemann. Das heißt, man reicht dem Versicherer etwa Quittungen über schon gezahlte Leistungen ein - wie auch bei anderen Versicherungen üblich.

Und wenn ich nur ein Hotel oder Flug gebucht habe?

Dann ist Ärger abzusehen. Denn wurde nur das Hotel oder nur der Flug gebucht - und nicht als Paket und als Pauschalreise - besteht laut der Verbraucherzentrale Brandenburg keine Insolvenzabsicherungspflicht. Daher wichtig: nicht alles im Voraus zahlen. Und: Laut Bundesgerichtshof ist es durchaus rechtmäßig, dass bei der Buchung schon der volle Preis gezahlt wird, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Kann man zurzeit noch bei den Unister-Reiseportalen buchen?

Neue Buchungen seit Mittwoch seien gesichert, sagte der vorläufige Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther. "Das gilt für sämtliche Reiseangebote, neben Flügen und Pauschalreisen auch für Hotels und Mietwagen." Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de träten ab sofort nur noch als Vermittler - wie ein Reisebüro - auf. Bereits gebuchte Reisen von Urlaubstours würden durchgeführt.

abl/dpa/Reuters

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