Tropensturm "Irma" Was Reisende jetzt wissen müssen

Auf den karibischen Inseln wütet "Irma", am Sonntag soll der Hurrikan auf Florida treffen. Was passiert mit bereits gebuchten Reisen in die betroffenen Gebiete? Welche Rechte haben Urlauber jetzt? Der Überblick.

Leerer Strand in Miami Beach: "Irma" wird in der Nacht auf Sonntag in Florida erwartet
AFP

Leerer Strand in Miami Beach: "Irma" wird in der Nacht auf Sonntag in Florida erwartet


Der Hurrikan "Irma" tobt mit Spitzengeschwindigkeiten von 290 km/h über der Karibik. In der Nacht zum Sonntag wird der Tropensturm voraussichtlich auf Florida treffen. Er hat schon verheerende Schäden angerichtet, mehrere Menschen sind bereits gestorben. Reiseveranstalter wie TUI raten Touristen von einer Abreise nach Kuba, den Bahamas und Florida in den nächsten Tagen ab. Touristen auf Kuba oder in Florida seien vorsorglich in sichere Unterkünfte gebracht worden.

Was Touristen jetzt wissen müssen:

Was bieten die Reiseveranstalter und Fluglinien an?

Die Veranstalter ermöglichen kostenloses Umbuchen und Stornieren von Reisen in Richtung Karibik. Dabei gelten unterschiedliche Fristen für verschiedene Regionen.

  • Bei Thomas Cook gilt das Angebot für die Dominikanische Republik und Kuba für Abreisen bis einschließlich 12. September. Bei Miami und den davon südlich gelegenen Gebieten Floridas ist es der 15. September. Alle Reisen nach Punta Cana am 8. September hat der Veranstalter grundsätzlich storniert.
  • Bei TUI gilt das Angebot für Abreisen bis 10. September für die Dominikanische Republik. Bei Reisen nach Kuba, auf die Bahamas und nach Florida können Kunden bis einschließlich 14. September kostenfrei umbuchen oder stornieren. Freigeschaltet wurde die Kunden-Hotline 0511/567 8000.
  • DER Touristik bietet Florida-Gästen bis Abreise am 15. September kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an, beim Reiseziel Florida Keys bis 17. September. Für die Dominikanische Republik, Kuba und die Bahamas steht das Angebot bis 10. September.

Der Flughafen Miami wurde am Freitag geschlossen und evakuiert. Die Airlines reagieren:

  • Die Lufthansa lässt von Freitag bis Sonntag die tägliche Verbindung zwischen Frankfurt und Miami ausfallen, wie ein Firmensprecher sagte. Am Wochenende könnten aus Sicherheitsgründen auch Orlando und Tampa nicht angeflogen werden. Bei Lufthansa und ihren Töchtern Eurowings, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines können Kunden Tickets für Flüge bis 11. September nach Miami, Tampa, Orlando, Havanna, Varadero und Punta Cana kostenlos umbuchen. Das Ticket muss vor oder am 6. September ausgestellt sein, und das neue Reisedatum muss vor oder am 12. Oktober liegen.
  • Die Flüge des Ferienfliegers Condor nach Kuba sollten am Freitag noch stattfinden. In den kommenden Tagen sei aber mit Beeinträchtigungen im Condor-Flugplan zu rechnen, sagte eine Pressesprecherin. Flüge in die Karibik mit Anreisedatum zwischen dem 8. und 12. September könnten gebührenfrei umgebucht oder storniert werden.
  • Air Berlin strich 13 Flüge bis einschließlich Montag nach Florida und Varadero auf Kuba. Fluggäste der insolventen Airline, die davon betroffen sind, könnten bis einschließlich 30. September innerhalb des Air-Berlin-Streckennetzes umbuchen, teilte das Unternehmen mit.

Sind Kreuzfahrten betroffen?

Wegen Hurrikan "Irma" müssen zahlreiche Kreuzfahrtreedereien Reisen absagen.

  • Bei Royal Caribbean zum Beispiel fallen Fahrten mit der "Empress of the Seas" (9. September um Kuba), "Enchantment of the Seas" (8. September, Bahamas) und "Majesty of the Seas" (8. September, Bahamas) aus. Fünf Fahrten unter anderem mit der "Allure of the Seas", "Harmony of the Seas" und "Oasis of the Seas" wurden umgeroutet.
  • MSC hat eine Reise der MSC "Divina" geändert sowie eine Abfahrt (9. September) komplett abgesagt, eine Fahrt der MSC "Opera" wird ebenfalls geändert.
  • Norwegian Cruise Line hat zwei Fahrten mit der "Norwegian Sky" und eine mit der "Norwegian Escape" ab Miami gestrichen, bereits in den vergangenen Tagen wurden Reisen verkürzt.

Was rät das Auswärtige Amt?

Das Auswärtige Amt teilte mit, dass Bewohner und Touristen des Monroe County (Florida Keys), Monroe County, weiten Teilen des Miami-Dade-County und Teilen des Broward- und Collier-County die Gegend verlassen und sich in Sicherheit bringen müssen. In Miami Beach gebe es keine Schutzräume. Für die Evakuierung stünden Gratis-Shuttle-Busse an 25 Punkten in Miami Beach zur Verfügung. Informationen gebe es unter der Hotline 311.

Welche Rechte haben Reisende?

Ist die Lage vor Ort besonders dramatisch, können Pauschalurlauber die Reise wegen "erheblicher Schlechtleistung" kündigen, erklärt der Reiserechtler Paul Degott. Dann gibt es den kompletten Reisepreis zurück. Das gilt etwa, wenn ein Urlauber Todesangst haben muss, weil zum Beispiel das Dach des Hotels abgedeckt und das Gebäude überflutet wurde. Der Veranstalter muss den Urlauber so schnell wie möglich ausfliegen. In diesem Fall gibt es auch auf jeden Fall Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit.

Wenn die Situation nicht so schlimm ist, die Reise aber dennoch beeinträchtigt wird, kann der Pauschalurlauber nachträglich den Reisepreis mindern, so Degott. Die Höhe der Rückzahlung hängt von der Schwere des Mangels ab. Und es kommt darauf an, wie viele Tage der Reise beeinträchtigt waren.

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Hurrikan: "Irma" fordert erste Todesopfer

Für Kreuzfahrttouristen, die ja auch Pauschalurlauber sind, gelten im Prinzip die gleichen Rechte: "Wenn klar ist, dass reiseprägende Erlebnisse ausfallen, kann der Urlauber ohne Stornokosten vom Reisevertrag zurücktreten", erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Das heißt: Fällt ein Höhepunkt der Reise aus, kann der Kunde diese absagen - ohne Gebühren.

Wird ein anderes Ziel angelaufen, kann das ein gleichwertiger Ersatz sein. "Da muss man abwägen", sagt Fischer-Volk. Wird ein Ziel jedoch ersatzlos gestrichen, ist dies ein Reisemangel. Kunden können dann nachträglich den Reisepreis etwas mindern. Wenn die Reederei bereits vor der Reise auf die Routenänderung hinweist, muss der Kunde erklären, dass er mitfährt und sich Mängelansprüche vorbehält.

Wer ohne Veranstalter und Reisebüro im Internet direkt bei einer US-Reederei bucht, für den gilt allerdings amerikanisches Reiserecht. Wird eine Kreuzfahrt komplett abgesagt, erhalten Passagiere den Reisepreis zurück. Weiteren Schadensersatz können sie jedoch nicht anmelden. Wichtig zu beachten: Wurden Flüge separat von der Kreuzfahrt gebucht, können diese in der Regel nicht kostenlos bei der Airline storniert werden.

kry/abl/bbr/dpa/Reuters

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