Neue Regeln Island verbietet Wildcampen

Touristen in Island können nicht mehr campen, wo sie wollen. Auch wo sie ihr Geschäft verrichten dürfen, regelt nun ein Gesetz: Die Isländer hatten die Nase voll von sanitären Naturerlebnissen.
Campen in Island

Campen in Island

Foto: imago/imagebroker

Island-Urlaube sind vor allem etwas für Outdoor-Fans: Immer der szenischen Ringstraße entlang, an Geysiren und Bergen vorbei, über Schotterpisten und in nebelumwaberte Täler hinab. Am Abend schlägt der Abenteurer sein Zelt an einem stillen Plätzchen auf - um am nächsten Morgen in der Einsamkeit der isländischen Landschaft aufzuwachen.

Damit ist jetzt Schluss, zumindest teilweise: Das Land hat seine Camping-Regeln verschärft. Besonders im Süden ist das Wildcampen nun verboten. Wie isländische Medien berichten, hat die Polizei damit unter anderem auf eine Reihe von Ordnungswidrigkeiten von Reisenden reagiert.

"Es hat in der Vergangenheit eine Menge Diskussionen über das Verhalten von Touristen gegeben", sagt Gunnar Porgeirsson von der Verbandsgemeinde Südisland. "Die meisten von ihnen wollen sich ja an die Gesetze halten." Nur diese Gesetze seien bisher in Island von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Das führte zu Verwirrungen - bei der Polizei sowie bei Urlaubern.

Pissen verboten

Die neuen Regeln geben nun vor, dass das Campen an beliebten Orten außerhalb von ausgezeichneten Campingplätzen in Vans, Bussen oder Zelten im Süden der Insel verboten ist. Ebenso ist es dem neuen Gesetz zufolge verboten, in der Öffentlichkeit sein Geschäft zu verrichten. Denn auch das scheint ein Problem gewesen zu sein: Es habe immer wieder Berichte über Touristen gegeben , die in der Öffentlichkeit oder auf private Grundstücke uriniert hätten - oder mehr.

Die gute Nachricht: Echte Outdoor-Fans sind gar nicht von der neuen Regelung betroffen. Für solche Reisende, die mit dem Zelt auf dem Rücken in den Bergen unterwegs seien, treffe das Gesetz nicht zu, meldet die "Iceland Review" . In der Wildnis, abseits von Einwohnern, Zivilisation und Infrastruktur dürfe man weiterhin sein Zelt aufschlagen, wo man wolle.

kry
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