Italienisches Rauchverbot Grappa ohne Glimmstengel

Nach der Pasta noch ein Vino oder Grappa, dazu eine Zigarette - auf diese Freuden müssen Raucher ab Montag in italienischen Restaurants verzichten. Nach einem allerletzten Aufschub tritt das strenge Rauchverbot in Italien mit Strafen bis zu 2200 Euro in Kraft - gegen den Widerstand von zwei Ministern.

Rom/Frankfurt/Main - Nach Irland und Norwegen ist es nun auch in Italien um die verrauchte Gemütlichkeit in Restaurants und Bars geschehen, was natürlich auch für Touristen gilt. Ab dem 10. Januar ist es Restaurant-Gästen nur noch in abgeschlossenen Raucherräumen mit einer separaten Lüftung gestattet, das Mahl mit Zigaretten oder Zigarren ausklingen zu lassen. Dem italienischen Gastronomieverband zufolge haben allerdings nur zehn Prozent der Restaurants und Bars die geforderten Räume eingerichtet.

Schon seit dem 12. Dezember 2004 ist das Rauchen in allen italienischen Zügen verboten, bereits seit Jahren unter anderem in Museen. Nun verbannt das strengere Gesetz den Qualm auch vom Arbeitsplatz, in allen Geschäften sowie in öffentlichen und privaten Büros mit Publikumsverkehr. Wer dennoch zum Glimmstengel greift, muss mit 25 bis 250 Euro Bußgeld rechnen, wer neben Schwangeren oder Kindern seine Zigarette entzündet, zahlt das Doppelte. Auf die Kulanz der Gastwirte sollten Touristen nicht bauen: Die Wirte sind verpflichtet, jeden rauchenden Gast anzuzeigen. Wird dies unterlassen, drohen Strafen zwischen 220 und 2200 Euro.

Ursprünglich sollte das Rauchverbot bereits am 1. Januar in Kraft treten. Doch die Italiener wollten sich das Paffen zu Silvester nicht nehmen lassen, protestierten und erreichten eine Verschiebung der Einführung auf den 10. Januar. Insgesamt trifft das Verbot in Italien allerdings auf breite Zustimmung: 86,7 Prozent sind laut Marktforschungsinstitut Doxa dafür, nur zehn Prozent sind dagegen. Dagegen waren auch zwei Minister der Regierung, der Verteidigungs- und der Umweltminister wollten es bei Ratschlägen an die Adresse der Raucher belassen.

Europäischer Vorreiter beim Rauchverbot in sämtlichen Restaurants und Kneipen war im letzten Jahr Irland: Im Land der Pubhochkultur müssen die Gäste seit dem 29. März auf ihre Zigarette zum Guinness verzichten, besondere Raucherecken mit Abzug wie in Italien gibt es nicht. Wie der irische EU-Gesundheitsminister David Byrne mitteilte, hätten seitdem rund 7000 Iren das Rauchen aufgegeben. Norwegen folgte mit einem vergleichbaren Verbot zum 1. Juni 2004.