ITB-Eröffnung in Berlin Clement verlangt ein bisschen Fröhlichkeit

Die Krise in der Reisebranche verschärft sich: Der drohende Irakkrieg und die Konjunkturflaute haben die Buchungszahlen des letzten Monats abstürzen lassen. Wirtschaftsminister Clement hofft, dass die Internationale Tourismusbörse "eine Ausstrahlung hat, damit man in Deutschland wieder ein bisschen Lächeln lernt".



Die 37. Internationale Tourismus-Börse steht unter einem schlechten Stern: Das Reisevertriebssystem Start Amadeus teilte zum Auftakt der heute eröffneten Messe mit, dass die Buchungen für Pauschalreisen seit Jahresbeginn um 14,5 Prozent unter dem ohnehin extrem schwachen Vorjahresniveau liegen. Im Januar hatte der Rückstand bei den Buchungen noch bei 12,5 Prozent gelegen. Rund 85 Prozent der deutschen Reisebüros wickeln ihre Buchungen über Start ab. Zur Tourismus-Börse werden bis zum Dienstag etwa 60.000 Fachbesucher erwartet. Im letzten Jahr waren es insgesamt rund 121.000 Besucher. Die fast 10.000 Aussteller reisten aus 181 Ländern und Gebieten an.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erhofft sich von Börse Auftrieb für die Reisebranche. "Ich hoffe, dass diese internationalste aller Messen mit Ausstellern aus über 180 Ländern eine Ausstrahlung hat, damit man in Deutschland auch wieder ein bisschen Lächeln und Fröhlichkeit lernt", sagte er am Freitag bei seinem Rundgang zur Eröffnung der Messe. Der Tourismus biete derzeit fast drei Millionen Menschen in Deutschland einen Arbeitsplatz und Ausbildungsplätze für mehr als 100.000 Jugendliche.

Clement betonte, er verstehe die Sorgen der Tourismusbranche und Millionen von Menschen wegen eines drohenden Irak-Kriegs. Die Auswirkungen dieser Sorgen auf den Tourismus seien nicht zu bestreiten. "Es geht darum, in dieser Zeit der weltweiten Unsicherheit alles zu tun, um den Menschen das Gefühl der Sicherheit wiederzugeben", sagte Clement. "Aber wir alle hoffen ja, dass es gar nicht zu einem Krieg kommt und er in letzter Minute noch verhindert werden kann. Wir hoffen, dass die Welt den Frieden wieder findet und die Menschen in größtmöglicher Sicherheit reisen können." Clement bestätigte, er werde mit den Reiseveranstaltern auch über Krisenpläne sprechen.

Spezielle Hilfen für Touristikunternehmen über bisherige Förderprogramme hinaus lehnte der Wirtschaftsminister allerdings ab. Ziel müsse es sein, den privaten Konsum und somit auch die Reiselust durch Reformen auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitswesen wieder anzukurbeln, sagte er.

Die Messe unterm dem Berliner Funkturm ist bis 11. März täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 11,50 Euro und ermäßigt 6 Euro, der Katalog zwölf Euro.

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