Flugstornos Japan befürchtet Verkehrschaos wegen Taifun "Hagibis"

Meterhohe Wellen und heftiger Regen könnten Japan am Samstag treffen: Ein Super-Taifun nimmt Kurs auf den Archipel. All Nippon Airlines storniert bereits Flüge, Bahnen warnen Passagiere vor möglichen Unterbrechungen.

Satellitenfoto der Nasa: Taifun "Hagibis" nähert sich Japan
NASA Worldview (EOSDIS)/AP/dpa

Satellitenfoto der Nasa: Taifun "Hagibis" nähert sich Japan


Japans Wetterbehörde JMA warnt für das Wochenende vor stürmischem Wetter und hohem Wellengang durch den tropischen Wirbelsturm "Hagibis". Den 19. Taifun dieser Saison bewertet der Wetterdienst mit der höchsten Gefahrenstufe. "Der Sturm wird etwas abschwächen, wenn er Japan erreicht. Er bleibt dennoch sehr stark", sagte ein JMA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

"Hagibis" könnte die Pläne vieler Reisender durcheinanderwirbeln: Bahn- und Flugunternehmen warnen schon jetzt vor starken Einschränkungen des Verkehrs für im Westen und Osten einschließlich der Hauptstadt Tokio. Der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten nahe seines Zentrums von bis zu 270 km/h droht, am Wochenende in der Region Kinki im Westen des Landes, wo auch die Großstadt Osaka liegt, auf Land zu treffen.

All Nippon Airlines kündigt auf der Webseite an, dass Verbindungen der Fluglinie am Samstag zu und von den Tokioter Flughäfen Narita und Haneda abgesagt sind oder sich erheblich verspäten könnten. Auch andere Fluggesellschaften könnten laut "The Japan Times" ihre Verbindungen stornieren und weitere Airports in Zentraljapan und in der Region Kansai betroffen sein.

East Japan Railway teilte laut der Zeitung auf seiner Webseite mit, dass unter anderem die Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen im Osten und Nordosten gestoppt werden könnten. Wann und welche Verbindungen betroffen sind, will das Bahnunternehmen am Freitag, 10 Uhr verkünden. Auch private Betreiber wie Keikyu, der den Flughafen Haneda ansteuert, und Keisi Electric Railway zum Narita-Flughafen kündigen mögliche Verspätungen und Stornierungen an.

Rugby-Spiele abgesagt, Formel 1 in Gefahr

Japan erholt sich noch immer von Taifun "Faxai", der im September mit Rekordwindstärken auf die Region Tokio getroffen war und starke Schäden verursacht hatte. Rund hundert Flüge mussten abgesagt werden, mehr als 13.000 Passagiere strandeten am Narita-Airport. Die Keikyu-Bahnverbindung zwischen Tokio, Yokohama und dem Haneda-Flughafen wurde unterbrochen.

Der nahende "Hagibis" beunruhigt auch die Veranstalter von Sportereignissen: Erstmals in der 32-jährigen Geschichte der Rugby-WM sind aus Sicherheitsgründen Spiele abgesagt worden. Betroffen sind die Gruppenpartien zwischen England und Frankreich in Yokohama sowie zwischen Neuseeland und Italien in Toyota, die beide für Samstag angesetzt waren. Weitere Absagen sind nicht ausgeschlossen.

Auch die Veranstalter des Formel-1-Rennens in Suzuka beobachten die Entwicklung des Unwetters genau. Besonders das Qualifying am Samstag ist offenbar in Gefahr. Man unternehme alle Anstrengungen, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten. "Die Sicherheit der Fans, der Fahrer und aller entlang der Strecke hat aber oberste Priorität", teilte der Automobil-Weltverband FIA mit.

abl/dpa/AFP



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