"Jeanett"-Nachwehen Tausende Eurostar-Reisende sitzen fest

Orkan "Jeanett" hat den Zugverkehr von Paris und London durch den Eurotunnel komplett zum Erliegen gebracht. Nach einem Stromausfall mussten zahlreiche Reisende in den Zügen und in Hotels übernachten. Der Eurostar-Service bleibt bis auf weiteres außer Betrieb.


Eurostar: Meersalz auf den Isolatoren der Oberleitungen führte zu Kurzschlüssen
DPA

Eurostar: Meersalz auf den Isolatoren der Oberleitungen führte zu Kurzschlüssen

Paris - Auswirkungen der Stürme vom Wochenende haben in der Nacht zum Dienstag den Eurostar-Verkehr durch den Kanaltunnel zwischen Paris und London blockiert. Nach Angaben der französische Bahngesellschaft SNCF hatte sich an der Einfahrt zum Eurotunnel unter dem Ärmelkanal bei Calais Meersalz an den Oberleitungen festgesetzt, was Strompannen und Kurzschlüsse verursachte und am Montagabend gegen 19 Uhr zum Stromausfall führte. "Das Salz war am Abend feucht geworden und hat Kurzschlüsse bewirkt", sagte ein SNCF-Sprecher. Eine solche Menge Salz auf den Oberleitungen habe er seit zwölf Jahren nicht erlebt. Dies sei eine "außergewöhnliche Situation".

Im Eurotunnel selbst waren keine Züge blockiert. Betroffen waren insgesamt 15 Züge auf freier Strecke zwischen Paris und dem Eingang des Eurotunnels bei Calais. Davon konnten 13 noch am Abend nach Paris zurückkehren. Mehrere hundert Fahrgäste aus zwei Zügen, die in den Waggons übernachteten, wurden mit Abendessen und Frühstück an Bord versorgt, andere verbrachten die Nacht in Hotels in Calais und Lille. Nach der unbequemen Nacht sollen die Fahrgäste zur Entschädigung Gratis-Fahrkarten erhalten. Auf beiden Seiten des Ärmelkanals waren etwa 8000 Reisende von den Zugausfällen betroffen. Der Rundfunksender France-Info berichtete, dass in Paris rund tausend im Gare du Nord festsaßen, viele übernachteten in Hotels. Die SNCF bemühte sich, Eurostar-Kunden auf Fähren oder Flüge umzubuchen.

Warten in Lille: Die Eurostar-Passagiere wurden per Regionalzug und Fähre umgeleitet
AFP

Warten in Lille: Die Eurostar-Passagiere wurden per Regionalzug und Fähre umgeleitet

Am Dienstag sagte ein Eurostar-Sprecher in London, der Eurostar-Service zwischen London, Paris und Brüssel bleibe bis auf weiteres außer Betrieb. Die für den Morgen geplante Wiederaufnahme des Verkehrs sei wegen der Sturmschäden an den Oberleitungen bei Calais gescheitert. Eurostar empfahl Fahrgästen in Großbritannien und Frankreich, sich vor Reiseantritt über den Eurostar-Verkehr zu informieren oder auf Fähren oder Flugzeuge umzusteigen.



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