Jemen Veranstalter ändern Reiserouten

Die beiden größten deutschen Reiseanbieter für den Jemen werden trotz Entführungen weiterhin Urlaub in dem arabischen Land anbieten. Als Konsequenz aus der Verschleppung der Familie Chrobog nehmen sie die Provinz Schabwa aus dem Programm.


Berlin - "Wir werden die Provinz Schabwa, in der sich die Entführung ereignet hat, bei künftigen Reisen umfahren", sagte ein Sprecher des Spezial-Reiseveranstalters Gebeco am Donnerstag in Kiel. "Da sich die Provinz von Nord nach Süd durch das Land zieht, prüfen wir, wie wir sie per Flugzeug umgehen können." Für die nächsten Reisegruppen, die voraussichtlich Ende Januar sowie im Februar und im März in den Jemen aufbrechen wollten, werde die Busfahrt durch Schabwa entfallen und die neue Reiseroute stehen. Außerdem seien die Partner-Reiseagenturen im Jemen gebeten worden, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen.

Auch der Reiseveranstalter Studiosus in München hat inzwischen die Provinz Schabwa aus dem Angebot genommen. Ein Sprecher sagte, jetzt werde der Verlauf der Geiselnahme aufmerksam verfolgt und geprüft, ob der Jemen auch im kommenden Jahr im Programm verbleiben solle. Grundsätzlich seien die Studiosus-Reisegruppen vor Ort mit Begleitschutz unterwegs, zu dem mitunter auch Stammesangehörige gehörten.

Die Reise des früheren Außenamts-Staatssekretärs Chrobog und seine Familie, die am Mittwoch durch den Stamm der Al-Abdullah entführt wurden, ist von der Agentur Abu Taleb Group organisiert worden. Der jemenitische Veranstalter gilt als seriös und arbeitet mit verschiedenen großen deutschen Reiseveranstaltern zusammen. Darunter sind auch Studiosus, Gebeco und Dr. Tigges.

Gebeco, das mehrheitlich zum TUI-Konzern gehört, verzeichnete dem Sprecher zufolge im laufenden Jahr einen Rückgang der Jemen-Reisenden, nachdem 2004 nach Angaben des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes nur knapp 6000 Deutsche in das Land gereist waren. Für 2006 sei allerdings auf Grund der bisher eingegangenen Buchungen für den Jemen eine Belebung des Geschäfts zu erwarten.



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