Karibik Schluss mit "Domrep"

Die Dominikanische Republik sucht nach einer neuen Strategie für den Tourismus: weg vom Billigreiseland à la Ballermann, hin zum exklusiven Karibik-Paradies.


Berlin - Die größte touristische Quelle der Dominikanischen Republik liegt mitten in Europa. Jeder fünfte Urlauber auf der Karibik-Insel reiste im vergangenen Jahr aus Deutschland an - eine Steigerung um fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Tourismusministerium des kleinen Landes mitteilte.

Traumhafte Strände statt endloser Partys: Die Dominikanische Republik will sich ein neues Image geben
DPA

Traumhafte Strände statt endloser Partys: Die Dominikanische Republik will sich ein neues Image geben

Mirtha Olivares, die stellvertretende Tourismusministerin, zeigte sich auf der Internationalen Tourismus-Börse jedoch überzeugt, dass die überproportionalen Wachstumsraten der Vergangenheit angehören: "Ein gewisser Sättigungsgrad ist erreicht. Mit fast 457.000 deutschen Touristen haben wir unser Ziel bereits überschritten."

Das Urlaubsland, das sich mit Haiti die zweitgrößte Karibikinsel La Hispanola teilt, sucht nach einer neuen Tourismusstrategie. Von der lieblosen Abkürzung "Domrep" und der Beschränkung auf den Strandtourismus möchte sich das Karibikparadies verabschieden.

Zwar bleibt die große Masse der Pauschalreisenden auf absehbare Zeit der wichtigste Devisenbringer für die 7,5 Millionen Einwohner. Doch mit der Erschließung kultureller und landschaftlicher Schätze wie der Mangrovenwälder will die Republik das Negativ-Image vom Billigreiseland sanft, aber entschieden korrigieren.

"Wir haben 18 Golfplätze, vier weitere entstehen gerade. Vier Segelhäfen sind in Bau. Wir sind die einzige Karibik-Insel, die Wildwasser-Rafting bietet, wir haben Thermal-Bäder, einen Salzsee und demnächst auch Themenparks", zählte Olivares auf. 780 Millionen Mark wolle die Regierung in diesem Jahr in Infrastruktur und touristische Leistungen investieren.

Auf der Karibikinsel hat man gelernt, dass die Gewinnspannen beim Billigtourismus gering sind. Während die Gästezahlen 1999 um 14,2 Prozent stiegen, wuchs der Umsatz nur um 3,2 Prozent auf 2,21 Milliarden Dollar. Mit dem Kongresstourismus und exklusiven Vier-Sterne-Hotels hofft Olivares, dies künftig zu ändern.



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