Kaschmir-Region Indien gibt 104 Berggipfel für Besteigungen frei

Mehr als hundert neue Ziele für ausländische Bergsportler: Die indische Himalaja-Region Kaschmir öffnet zahlreiche Gipfel von 3000 bis 7800 Metern Höhe für Expeditionen. Damit soll der Tourismus angekurbelt werden - doch ungefährlich sind Reisen in die krisengeplagte Region nicht.


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Berge in Kaschmir: Idylle in einer konfliktgeplagten Region
Srinagar - Ein Dorado für Bergsportler ist bald für Ausländer zugänglich. "Diesen Sommer werden 104 Gipfel in der Ladakh-Region für Bergsteiger und Expeditionen geöffnet", teilte Kaschmirs Tourismusminister Nawagn Rigzin Jora der Agentur Reuters mit. "Das wird den Weg ebnen für Abenteuertourismus und große Zahlen ausländischer Touristen anlocken", sagte er.

Die Tourismusindustrie befindet sich derzeit in einer Krise, da bis heute Unruhen für Sicherheitsbedenken sorgen und Besucher abhalten. Die Konflikte zwischen einer Separatistenbewegung und der Regierung haben seit 1989 mehr als 47.000 Todesopfer gefordert.

Die meisten der ab Sommer zugänglichen Berge befinden sich im östlichen Karakorum-Gebirge in der Region Ladakh. Die Gipfel sind nach offiziellen Angaben 3000 bis 7800 Meter hoch und vermutlich teilweise noch unbestiegen.

Die Kaschmir-Region galt einst als die "Schweiz des Ostens" und war ein beliebtes Ziel für Bergsteiger, Skifahrer und Honeymoon-Touristen. Seit Jahrzehnten jedoch herrscht ein Konflikt zwischen Pakistan und Indien, weil beide Staaten die Region für sich beanspruchen.

Die Situation verbessere sich jedoch schnell, deshalb habe das Verteidigungsministerium zugestimmt, die Gipfel freizugeben, sagte Jora. "Wir hoffen auf eine sehr gute Tourismussaison."

60 Prozent der Bewohner Kaschmirs sind nach offiziellen Angaben im Tourismus tätig. Für Touranbieter ist die stärkere Öffnung eine gute Nachricht, doch eine gewisse Skepsis bleibt, ob die Sicherheitslage stabil bleiben wird. "Kletterer werden definitiv viel finden, was sie in dieser abgelegenen und beeindruckend schönen Gegend lieben werden", sagte Umar Tibatbakal, dessen Unternehmen geführte Bergtouren anbietet. "Doch Kaschmir ist unvorhersehbar, die Gewalt kann jeden Moment wieder ausbrechen."

sto/Reuters



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