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17. März 2010, 16:22 Uhr

Kasubi-Königsgräber

Feuer zerstört Unesco-Welterbe in Uganda

Es war eines der wichtigsten Touristenziele des Landes: Ein Feuer hat die Kasubi-Gräber in Uganda vollständig zerstört. Noch während die Flammen loderten, kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen - drei Menschen starben.

Kampala - Nach einem Brand in den Gräbern früherer Könige in der ugandischen Hauptstadt Kampala haben Randalierer am Mittwoch Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute angegriffen. Hunderte Sicherheitskräfte seien im Einsatz, könnten aus Furcht vor Übergriffen die Gräber aber nicht erreichen, sagte eine Polizeisprecherin. Drei Menschen kamen ums Leben, weitere wurden verletzt. Angehörige der Volksgruppe der Baganda machen die Regierung für das Feuer am Dienstagabend verantwortlich, bei dem die Gräber von fünf Königen zerstört wurden.

Die mehr als 130 Jahre alten Kasubi-Gräber zählten zu den wichtigsten Touristenattraktionen des Landes und standen seit 2001 auf der Unesco-Welterbeliste. Ähnliche Gräber gibt es noch in weiteren Teilen des Landes, doch die sind schwerer zu erreichen und nicht so gut restauriert. Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt, seit Tagen hatte extreme Hitze geherrscht.

Im vergangenen September kam es in Kampala zu blutigen Unruhen mit 20 Toten, nachdem die Regierung einem Vertreter des traditionellen Königreichs Buganda die Reise zu einer Kundgebung nahe der Hauptstadt verweigert hatte. Die Baganda sind die größte ethnische Gruppe in dem ostafrikanischen Land.

sto/apn/Reuters

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