Kontrollen an Flughäfen US-Behörden filzen Thermoskannen-Besitzer

Wer eine leere Thermoskanne im Gepäck hat, wird an US-Flughäfen besonders sorgfältig kontrolliert. Das kündigte die US-Flugsicherheitsbehörde an - in den Isolierschichten der Behälter könnte Sprengstoff versteckt werden.


Washington - Passagiere mit Thermoskannen im Gepäck müssen in den USA damit rechnen, besonders genau kontrolliert zu werden. Die US-Flugsicherheitsbehörde TSA reagiert damit auf Warnungen der Geheimdienste, die Isolierschichten der Behälter könnten als Versteck für Sprengstoffe genutzt werden. Eine Sprecherin der TSA schränkte aber ein, es gebe derzeit "keine Informationen über eine unmittelbar bevorstehende oder bestimmte Gefahr".

In einer Mitteilung auf ihrer Website erklärt die TSA, sie beobachte sorgfältig Informationen zu Terrortaktiken und arbeite mit den internationalen Partnern beim Austausch von Sicherheitshinweisen und -methoden zusammen. Die Warnung betreffe explizit leere Thermoskannen - auch in den USA ist die Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord über eine bestimmte Menge hinaus ohnehin verboten.

Die verschärften Kontrollen betreffen nicht nur die Behälter, sondern vor allem die Besitzer von Thermoskannen selbst: Sie würden laut TSA eingehend mit Hilfe von Ganzkörperscannern, sorgfältigem Abtasten und Sprengstoffdetektoren untersucht.

Thermoskanne löst Bombenalarm am Flughafen Hannover aus

Bereits am Mittwoch vergangener Woche hatte eine Thermoskanne am Flughafen Hannover einen Bombenalarm ausgelöst. Am Terminal A sei ein verdächtiger Gegenstand unter einer Sitzbank gefunden worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Terminal wurde daraufhin komplett gesperrt.

Nach knapp 50 Minuten konnte die Bundespolizei allerdings wieder Entwarnung geben. Die angeforderten Entschärfer stellten fest, dass es sich bei dem verdächtigen Gegenstand tatsächlich nur um eine Thermoskanne handelte, in der sich roter Früchtetee befand.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am 17. November von einer konkreten Bedrohungslage für Deutschland gesprochen. Nach dem Hinweis eines ausländischen Partners wurde Ende November ein Terroranschlag von Islamisten befürchtet. Aus diesem Grund waren die Sicherheitsvorkehrungen bundesweit verschärft worden.

fdi/Reuters/AP



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mitbestimmender wähler 27.12.2010
1. CocaCola muss Vater Staat im Rücken haben
Ähm.......... fürchtet sich CocaCola um seine Marktmacht, seit der Passagier mit eigenem Teegebräu fliegt? Man sind die Fix die Amis, Ende 2010 damit anzufangen, Hut ab, da könnte ja nur Sprengstoff sein, keine Koksmatten oder Dollarscheine als Isolierung.
kjartan75 27.12.2010
2.
Am Flughafen B-Schönefeld durfte ich genau die "Thermoskannenfilz"-Geschichte bei meiner Vorgängerin in der Sicherheitskontrolle beobachten. Was ist die besondere Nachricht an diesem Artikel?
Oldiemeister 27.12.2010
3. Tsa
Vor dem TSA Sicherheitsdienst kann ich nur ausdruecklich warnen. Es handelt sich in erster Linie um eine ABM der amerikanischen Regierung, die die Flugreisenden beruhigen soll. Effektiv sind die TSA-Kontrollen noch weniger als die Sicherheitskontrollen in anderen Laendern, auch Frachtgut wird in den USA nicht ausreichend geprueft. Da bei den Kontrollen aber bekanntlich alle Koffer geoeffnet werden duerfen, ergeben sich noch ganz andere Probleme fuer jeden Reisenden. Daher sollte man auf Reisen in die USA nie Wertgegenstaende im Koffer transportieren, da die Gefahr des "Verlustes", trotz Abschliessens mit dem sog. TSA-Lock, sehr hoch ist. Mir sind gerade wieder, zum wiederholten Male, auf einem Rueckflug aus den USA, mehrere Gegenstaende abhanden gekommen, obwohl Koffer und Schloss unverletzt waren. Es kann auch vorkommen, dass Lebensmittel in festen Behaeltern geoeffnet, aber nicht wieder verschlossen werden.
own_brain_user 27.12.2010
4. Bevor also eine Fruechteteeexplosion ...
... (oder eine Explosion gehaeufter gleicher, rechtschreibreformierter Buchstaben) eine Linienmaschine vom Himmel holt, ruesten wir doch bei den Sicherheitskontrollen noch ein wenig auf. Das ist ja alles noch viel zu unsicher. Jedesmal, wenn ein Fluggast in meiner Sitzreihe ein 100-ml-Flaeschchen rausholt, schaue ich besorgt und mit dem Finger am FlugbegleiterInnenrufknopf nach, ob nicht eine seiner stehengelassenen Bartstoppeln eine geschickt getarnte Miniaturzuendschnur ist. Die Innen- und HeimatschutzministerInnen tun einfach zu wenig. Sie sollten den Fluggesellschaften die Mitnahme von PassagierInnen, Gepaeck und Fracht verbieten. Nicht zum Aushalten, diese Zustaende.
the_flying_horse, 27.12.2010
5. Roter Früchtetee...
Roter Früchtetee... rot ist die Farbe des Blutes... welch Assoziation. So etwas muss verboten werden. Man stelle sich vor, der Tee fängt an zu gären und die Kanne explodiert... welch ein Blutbad...äh, von dem zu Hilfe eilenden Sicherheistkräften dann unter den Passagieren angerichtet wird. Die Amis in ihrer Hysterie und Angst schießen doch dann auf alles, was sich bewegt. Ob Kamillentee politisch korrekt ist? Erinnert doch mehr an eine Urinprobe... kann ja so schlimm nicht sein...
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