Krankmeldungen TUIfly und Air Berlin streichen 56 Flüge

Die Herbstferien beginnen - und der Urlaubsflieger TUIfly muss zahlreiche Flüge streichen. Auch Air-Berlin-Verbindungen sind betroffen.

TUIfly-Maschine in Hannover
DPA

TUIfly-Maschine in Hannover


Die Mitarbeiter von TUIfly sind beunruhigt über die Zukunft ihrer Jobs - und reagieren offenbar mit Krankmeldungen: Aufgrund von Personalengpässen in Kabine und Cockpit musste die Fluggesellschaft TUIfly am Mittwoch 24 von 99 geplanten Flügen streichen. Auch Air Berlin musste jeden 20. Flug absagen. Betroffen seien 32 von insgesamt 696 Flügen, teilte das Unternehmen mit. Ein Drittel der TUI-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin.

Der Personalmangel bei TUIfly hatte bereits am Montag und Dienstag zu zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen bei den beiden Fluglinien geführt. TUIfly riet Kunden, auf der Internetseite den aktuellen Status ihres Flugs nachzuschauen. Außerdem stehe die Servicehotline 0800-9006090 zur Verfügung. "Die extrem kurzfristigen Krankmeldungen machen es TUIfly leider unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten."

Air Berlin informiert ebenfalls auf ihrer Webseite über den Flugstatus. Das Unternehmen teilte mit, man bedauere die Unannehmlichkeiten und bemühe sich, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Nach Möglichkeit würden Fluggäste auf andere Flüge umgebucht. "Zum jetzigen Zeitpunkt konnten 90 Prozent unserer heutigen Flüge pünktlich starten."

Flugpassagiere können in diesem Fall Ausgleichszahlungen nach EU-Recht fordern. "Interne Probleme wie bei TUIfly und Air Berlin sind keine außergewöhnlichen Umstände oder höhere Gewalt", sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Nur in solchen Fällen wäre eine Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht befreit. Bei Annullierungen und Verzögerungen von mehr als drei Stunden steht Passagieren laut EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Ihre Höhe liegt je nach Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro.

Neuer Airline-Verbund aus TUIfly und Air Berlin

TUIfly kritisierte, die massiven Krankmeldungen würden Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße schaden. Gerade jetzt in der Herbstferienzeit "sind dadurch viele Familien mit Kindern betroffen". Hintergrund vieler Krankmeldungen sind offenbar Sorgen der Mitarbeiter um ihre Zukunft wegen des geplanten Zusammenschlusses von TUIfly mit Teilen von Air Berlin. Darüber wurde bereits seit der vergangenen Woche spekuliert. Am Mittwoch bestätigten die TUIfly-Mutter TUI sowie Air Berlin und deren Hauptanteilseigner Etihad die Pläne.

TUIfly betonte, den Mitarbeitern seien bereits Zugeständnisse gemacht worden. Unter anderem sollten die bestehenden Tarifverträge von dem geplanten Zusammengehen "unberührt bleiben". Nach Angaben von Betriebsratschefin Karin Grobecker soll es Ende kommender Woche bei einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung nähere Informationen über die geplante Umstrukturierung geben. Sie sprach von großer Verunsicherung unter den Mitarbeitern der Airline.

abl/dpa/AFP



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