Kreuzfahrt-Reeder in der Krise Europa-Fahrten der "Liberty" gestrichen

Finanzkrise und Energiekosten machen der Kreuzfahrtbranche Sorgen. Die US-Reederei Carnival Cruises muss alle für 2009 geplanten Europa-Reisen mit ihrer "Liberty" absagen und fährt nur noch in der Karibik.


München/Hamburg - Die 290 Meter lange "Liberty" wird im kommenden Jahr nur noch in der Karibik fahren - alle Europa-Reisen sind gestrichen. Dadurch fallen zwölf Fahrten von April bis November aus, sagte die Carnival-Cruises-Sprecherin Caroline Heidmann in München. Betroffenen Kunden werde eine Erstattung oder das Umbuchen auf Kreuzfahrten mit der "Carnival Dream" angeboten, die ab September 2009 von Rom aus in See sticht. Das Unternehmen reagiere damit auf die Auswirkungen der Finanzkrise, berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift "FVW".

Die Kreuzfahrtbranche hat in den vergangenen Jahren eine Erfolgsrallye hinter sich gebracht: Zuwachsraten bei den Passagierzahlen im zweistelligen Prozentbereich, Milliardenaufträge an die Werften, Taufen von immer größeren Luxuslinern. Doch aufgrund der Finanzkrise in den USA und der hohen Energiekosten sehen Experten dunkle Wolken für Reedereien und Schiffsbauer aufziehen. Auf dem bislang größten Kreuzfahrtmarkt in Amerika werden Einbrüche erwartet. Durch die Krise ausbleibende Aufträge könnten die Gewinne der Werften gedrückt werden.

Der Chef der nach eigenen Angaben zweitgrößten Kreuzfahrt-Reederei Royal Caribbean Cruises, Richard D. Fain, sieht trotz momentan noch guter Buchungszahlen schwere ökonomische Zeiten voraus. Würden derzeit noch 75 Prozent aller Gäste der Kreuzfahrt-Holding aus den USA kommen, wird für die kommenden Jahre eine Verlagerung zugunsten Europas angestrebt, sagte der für Deutschland und die Schweiz zuständige Manager Thomas Fecke im September.

abl/dpa



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