Reiserecht für Kreuzfahrer  Trinkgeld darf nicht automatisch eingezogen werden

So viel "Service" darf nicht sein: Eine automatische Abbuchung des Trinkgeldes vom Bordkonto des Passagiers durch den Kreuzfahrtanbieter ist laut Gerichtsurteil ohne ausdrückliche Erlaubnis unzulässig.
Trinkgelder auf hoher See

Trinkgelder auf hoher See

Foto: Jens Kalaene / TMN

Kreuzfahrtanbieter dürfen nicht automatisch Trinkgelder von ihren Kunden einziehen. Damit entschied das Landgericht Koblenz im Sinne der klagenden Verbraucherschützer, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitteilte. Verbraucher müssen einem Trinkgeld demnach ausdrücklich zustimmen.

Die Rechtsreferentin des vzbv, Kerstin Hoppe, erklärte, in der Kreuzfahrtbranche sei es "gängige Praxis, die Endpreise durch versteckte Trinkgelder zu erhöhen". Dem sei nun eine Grenze gesetzt. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht.

Im verhandelten Fall hatte der Reiseanbieter automatisch zehn Euro pro Person und Nacht als Trinkgeld vom Bordkonto der Reisenden abgebucht. Das Unternehmen verwies auf eine entsprechende Regelung in den Geschäftsbedingungen. Im Reiseprospekt wurde darauf hingewiesen, dass die Zahlung an der Rezeption gekürzt, gestrichen oder erhöht werden könne.

Dagegen klagten die Verbraucherschützer - mit Erfolg: Nach Ansicht des Landgerichts müssen Kunden einer Zahlung, die über die Hauptleistung hinausgeht, ausdrücklich zustimmen. Das war im vorliegenden Fall aber nicht gegeben. Nach Auffassung des Richters verstieß das Unternehmen damit gegen das Gebot der Ausdrücklichkeit.

ele/dpa/AFP
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