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"Allure of the Seas": Das größere der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt

Foto: Royal Caribbean

Kreuzfahrtschiff "Allure of the Seas" Der Fünf-Zentimeter-Weltrekord

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt gibt es jetzt offiziell in doppelter Ausführung: Am Sonntag wird die "Allure of the Seas" in Florida getauft. Die 16 Decks hohe Gigantin unterscheidet sich nur in Details vom Schwesterschiff "Oasis" - und um wesentliche Zentimeter.

Frankfurt/Main - Die "Oasis of the Seas" ist riesig, mit ihren 362 Metern und 16 Decks ist sie seit einem Jahr die Rekordhalterin unter den Kreuzfahrtschiffen. Und doch wird sie durch ihre neue Schwester "Allure of the Seas", die am Sonntag in Florida getauft wird, übertrumpft - ganze 50 Millimeter länger ist diese, wie die offizielle Vermessung per Laser durch das Klassifizierungsunternehmen DNV ergab. Ein Größenzuwachs bei Schiffen der gleichen Klasse - das war von der finnischen STX-Werft in Turku nicht vorgesehen.

Muss die "Oasis" nun ihren Titel als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt abgeben? Salomonisch urteilt die US-Reederei Royal Caribbean International und führt die beiden Flaggschiffe als gleich groß in ihren Faktenbögen. Man könnte ja bei der "kleineren" ein paar rekordvernarrte Gäste verlieren. Der Kapitän der "Allure", der 41-jährige Hernan Zini aus Argentinien, freut sich allerdings ein Loch in den Bauch - hat er doch den Wettstreit mit der "Oasis"-Crew gewonnen und führt nun ein (inoffizielles) Rekordschiff.

Fünf Zentimeter hin oder her - die "Allure of the Seas" (auf Deutsch: "Verlockung der Meere") ist eher ein Zwilling als die größere Schwester. Übernommen wurden von der "Oasis" die sieben sogenannten Lifestyle-Areale und auch das einzigartige architektonische Konzept der offenen Innenhöfe: am Heck ein Rummelplatz mit Karussell und Amphitheater, in der Rumpfmitte der grüne Central Park mit seinen 12.000 Pflanzen. Und auch auf der "Allure" werden bei maximaler Belegung rund 6300 Gäste Platz haben, betreut von 2165 Crew-Mitgliedern.

Starbucks und Shrek an Bord

Mit bis zu 8500 Menschen an Bord wird nun ab 1. Dezember eine weitere schwimmende Kleinstadt durch die Karibik kreuzen und dort Häfen in Mexiko, Haiti, auf den Bahamas, St. Thomas und St. Maarten anlaufen. Ein paar weitere Zahlen zeigen die Dimensionen dieser Riesenkreuzer: 21 Swimmingpools, 26 Restaurants, ein Theater mit 2160 Plätzen und das Freiluft-Aquatheater mit 735 Plätzen sollen für Abwechslung im Kreuzfahrer-Alltag und zwei Surfsimulatoren, eine Seilrutsche und zwei Kletterwände für den Adrenalinschub sorgen.

Die Unterschiede zwischen den Schwestern der "Oasis"-Klasse liegen - wie die fünf Zentimeter - im Detail. Am auffälligsten sind die zum Leben erweckten, überdimensionierten Figuren aus den Dreamworks-Studios, die der Zeichentrickwelt auf der neuen "Disney Dream" Konkurrenz machen: So werden Shrek, Fiona, der gestiefelte Kater und die "Madagascar"-Pinguine bei Shows und Eisrevuen dabei seien, aber auch beim "interaktiven Frühstück" im Hauptrestaurant Adagio auftauchen. Statt des Broadway-Stücks "Hairspray" wie auf der "Oasis" sehen "Allure"-Gäste das Musical "Chicago".

Nur Kreuzfahrtprofis dagegen fällt die erste Starbucks-Kaffeebar auf hoher See und die Galerie des brasilianischen Neo-Pop-Art-Künstlers Romeo Britto im Central Park auf. Das Reisen angenehmer machen die kostenlosen Servicepunkte in der Einkaufspassage Royal Promenade, an denen die Gäste zum Beispiel ihren persönlichen Kalender für die Kreuzfahrt ausdrucken oder für ihren Heimflug einchecken können.

Trotz Krise gute Umsätze

Pro Jahr sind 300.000 Passagier nötig, um die 2700 Räume der "Allure of the Seas" zu füllen. Doch Sorgen macht sich die Reederei darüber nicht - so ist die teuerste Suite des Giganten, die Royal Loft Suite mit 141 Quadratmetern, Flügel und Whirlpool, schon bis 2012 ausgebucht. Und eine Sieben-Tages-Reise in der Luxuskabine für bis zu sechs Personen kostet immerhin 8425 Euro pro Person.

Erst vor kurzem konnte der Royal-Caribbean-Mutterkonzern RCCL trotz Wirtschaftskrise in den USA ein umsatzstarkes drittes Quartal verkünden, man gibt sich optimistisch für die Zukunft: "2011 könnte das beste Jahr überhaupt für RCCL werden", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Richard Fain - dazu beitragen werden auch die beiden größten Kreuzfahrtschiffe der Welt.

abl
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