Kreuzfahrtschiff "World Dream" Das wird eng

Drücken, schieben und ein bisschen bangen: Der neue Kreuzfahrtriese "World Dream" passiert auf dem Weg von der Werft ins Meer die Ems. Dabei geht es für den 335-Meter-Koloss manchmal um Zentimeter.

DPA

Seit Sonntagmorgen ist die "World Dream" auf dem Weg ins offene Meer. 30 Kilometer muss das Schiff von der Meyer Werft in Papenburg dabei über die Ems zurücklegen. Auf der Strecke liegen mehrere besonders enge Stellen: Die Friesenbrücke nahe Weener, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer sowie das Emssperrwerk in Gandersum.

Die Dockschleuse in Papenburg, die die Ems vom Hafen der Meyer Werft trennt, und auch die Friesenbrücke hat das Kreuzfahrtschiff bis zum Nachmittag erfolgreich passiert. Ziel der Fahrt ist Eemshaven. Von dort aus soll das Schiff laut Meyer Werft die technische und nautische Probefahrt auf der Nordsee absolvieren.

Für die Überführung der "World Dream" wurde die Ems auf einer Länge von mehr als 30 Kilometern aufgestaut. Das Schiff mit einem Tiefgang von 8,10 Metern und einer Länge von 335 Metern kann nur dann sicher fahren, wenn der Wasserstand einen Meter höher liegt als das erwartete mittlere Tidehochwasser. Seit Inbetriebnahme des Sperrwerks im Jahr 2002 wurden nach Angaben des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits 35 Schiffe überführt.

China, Vietnam, Philippinen

Das Schiff absolviert die Überführung nach Angaben der Werft rückwärts. Das habe sich wegen der besseren Manövrierfähigkeit bewährt. Während der Fahrt wird der Innenausbau fortgesetzt.

Die asiatische Reederei Dream Cruises will mit dem Luxusliner künftig von China aus unter anderem Vietnam und die Philippinen anlaufen. Das Schiff ist laut NDR für 3300 Passagiere und 1700 Crewmitglieder ausgelegt.

Über eine Abgasreinigungsanlage für die anfallenden Schadstoffe verfügt die "World Dream" nicht. Denn auf dem asiatischen Markt gibt es keine entsprechenden Vorschriften, berichtet der NDR unter Berufung auf die Meyer Werft. Umweltorganisationen weisen seit Jahren auf die schlechte Bilanz von Kreuzfahrtschiffen hin.

ler/dpa



insgesamt 44 Beiträge
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wutbürger2010 17.09.2017
1. Eine Seefahrt die ist ja sooo lustig
"Über eine Abgasreinigungsanlage für die anfallenden Schadstoffe verfügt die "World Dream" nicht. Denn auf dem asiatischen Markt gibt es keine entsprechenden Vorschriften" Da schippern also demnächst weitere 5000 Menschen für eine sinnlose Tour über den Ozean. Der 330 Meter lange Riese fährt sicherlich nicht mit Elektromotoren sondern mit Schweröl und Umweltstandards bedarf es keiner. Von diesen Mega-Umweltverschmutzern gibt es tausende auf den Weltmeeren, plus Unmengen an Frachtschiffen. Und wir verteufeln den Dieselmotor als DIE Dreckschleuder, lassen aber diese Ungetüme und deren fliegende Gegenstücke außen vor. Schöne neue Welt !
DerBlicker 17.09.2017
2. so ist der Markt
Zitat von wutbürger2010"Über eine Abgasreinigungsanlage für die anfallenden Schadstoffe verfügt die "World Dream" nicht. Denn auf dem asiatischen Markt gibt es keine entsprechenden Vorschriften" Da schippern also demnächst weitere 5000 Menschen für eine sinnlose Tour über den Ozean. Der 330 Meter lange Riese fährt sicherlich nicht mit Elektromotoren sondern mit Schweröl und Umweltstandards bedarf es keiner. Von diesen Mega-Umweltverschmutzern gibt es tausende auf den Weltmeeren, plus Unmengen an Frachtschiffen. Und wir verteufeln den Dieselmotor als DIE Dreckschleuder, lassen aber diese Ungetüme und deren fliegende Gegenstücke außen vor. Schöne neue Welt !
Im Artikel wurde doch lang und breit erklärt, dass es in Asien keine Umweltvorschriften für Schiffe gibt, warum soll dann der aisatische Reeder also in Umwelttechnik investieren?
Gluehweintrinker 17.09.2017
3. Cruise Ship Bashing - nächste Runde bitte...
Und wieder geht das beliebte Cruise Ship Bashing in die nächste Runde, besonders durch jene, die vor lauter Selfie-Selbstverliebtheit zwanghaft mindestens jedes zweite Wochenende Fotos aus einer anderen Europametropole auf Instagram posten "müssen" und natürlich auch das Christmas Shopping in New York zu ihren natürlichen Bedürfnissen zählen. Was man so zu Haus an Fernostmüll konsumiert, kommt natürlich niemals mit den auf Langstrecke getrimmten großen Containerschiffen ... von denen es als Gesamtzahl der hochseetauglichen Handeslsschiffe an die 90.000 gibt, während nicht einmal 400 Kreuzfahrtschiffe mit 12 oder 14 kn Schleichfahrt von einer Insel zur nächsten dümpeln. Es zetert sich immer sehr bequem gegen genau das, was einen zufällig mal nicht interessiert. Die Fahrt zum Bäcker mit dem SUV hingegen, geschenkt...
sdietze 17.09.2017
4. Lieber Glühweintrinker,
nicht jeder, der Kreuzfahrtschiffe als einen der größten Umweltverschmutzer sieht, ist neidisch. Dass die drei größten Kreuzfahrtschiffe der Welt so viel Fein- und HGrobstaub aussto´ßen, dass ganz Deutschland sich keine Sorgen mehr über Kategorie 4, 5 oder 6 machen müsste, muss nicht mehr nachgewiesen werden. Die Faszination für diese Schiffe, auch wenn sie sauber wären, können viele nicht mehr verstehen. Das ist doch keine Schiffsreise mehr. Venedig hat recht, wenn diese Stadt darüber nachdenkt, solche Schiffe nur auf der Reede zuzulassen.
lesseworld 17.09.2017
5.
Zitat von wutbürger2010"Über eine Abgasreinigungsanlage für die anfallenden Schadstoffe verfügt die "World Dream" nicht. Denn auf dem asiatischen Markt gibt es keine entsprechenden Vorschriften" Da schippern also demnächst weitere 5000 Menschen für eine sinnlose Tour über den Ozean. Der 330 Meter lange Riese fährt sicherlich nicht mit Elektromotoren sondern mit Schweröl und Umweltstandards bedarf es keiner. Von diesen Mega-Umweltverschmutzern gibt es tausende auf den Weltmeeren, plus Unmengen an Frachtschiffen. Und wir verteufeln den Dieselmotor als DIE Dreckschleuder, lassen aber diese Ungetüme und deren fliegende Gegenstücke außen vor. Schöne neue Welt !
Sie wissen aber schon, dass die Bürger auf deutschem Staatsgebiet nach wie vor zu den größten Emittenden von CO2 weltweit gehören. Und ob sie das gerne hören oder nicht. Sie importieren nahezu sämtliche Güter des globalen Handels von mit Schweröl transportierten Containerschiffen. Sie, ich, wir alle im "Westen" sollten besser schweigen als mit dem Finger auf andere zu zeigen. Unsere Reduzierung des CO2-Aufkommens basiert im Wesentlichen auf der Verlagerung der Industrie "gen Osten". Diesem Globus ist es jedoch "egal", ob die Emissionen in Fernost oder im Westen generiert werden. Unsere "weiße Weste" basiert auf einer Illusion - wir kaufen uns mit Devisen "frei", indem wir importieren was wir in vergangener Zeit selbst produziert und emittiert haben. Machen Sie sich also nichts vor. Sie sind wie wir alle Teil des Ganzen - ob Sie das wollen oder nicht...
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