Krisenfeste Branche Tourismusindustrie rechnet mit weiterem Wachstum

Rezession oder Revolution? Kein Problem. Die deutsche Tourismusindustrie gibt sich krisenresistent und erwartet auch in diesem Jahr ein erneutes Wachstum. Unter anderem profitiert die Branche von der Vergesslichkeit der Kundschaft.


Ulm - Trotz erwarteter Konjunkturabkühlung gibt sich Jürgen Büchy zuversichtlich. Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) erwartet 2012 für die Branche noch zwei bis drei Prozent Wachstum. "In der Tat sind unsere Kunden und unsere Branche erfreulich krisenresistent", sagte Büchy der "Südwest Presse". Die große Urlaubsreise sei das Letzte, was die Leute aufgäben. "Man spart lieber an der zweiten Reise oder fährt etwas kürzer." Weiterhin würden die deutschen Reisenden etwaige Krisen in den Urlaubsländern schnell vergessen.

Bei den Vorausbuchungen sei allerdings in den letzten Monaten etwas stärkere Zurückhaltung spürbar. 2011 konnte die Branche noch um über neun Prozent zulegen. "Ein Rekordjahr", wie Büchy stolz verkündete.

Trotz der Unruhen in der arabischen Welt und dem Einbruch bei den Buchungen in Ägypten und Tunesien ist der Tourismus nach Büchys Meinung nicht anfälliger für politische Krisen geworden. Der Urlauber sei aber sehr sensibel: "Wann immer er das Gefühl hat, dass ihm irgendetwas die schönsten Wochen des Jahres verhageln könnte, geht er woanders hin." Für die Branche habe dies keine Auswirkungen, wenn sie den Gästestrom entsprechend umleiten könne. Bei größeren Zielen wie Tunesien im Sommer sei das allerdings nicht so einfach. "Für die betroffenen Länder ist das natürlich eine Katastrophe", sagte Büchy.

dkr/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.