Straßenbahn-Kunst in Melbourne Nashorn in voller Fahrt 

Wolken auf Augenhöhe, ein Rhinozeros auf dem Skateboard und übergroße Zebramuster: Melbourne hat Künstler auf seine Straßenbahnen losgelassen. Besonderen Anklang bei den Pendlern fand ein gigantisches Wimmelbild.

Melbourne Festival

Melbourne gilt als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit - nicht zuletzt wegen der großen Kulturszene in Australiens zweitgrößter Stadt. Pünktlich zum Start in den Sommer auf der Südhalbkugel und damit zur touristischen Hauptsaison ist sie um eine weitere Attraktion reicher: Kunst auf Schienen.

Acht Straßenbahnen haben Künstler aus der Region anlässlich des jährlich im Oktober stattfindenden "Melbourne Festivals" gestaltet. Noch bis Juni 2014 dürfen sich Passagiere, die nun das populärste Verkehrsmittel der Stadt nutzen, wie im Himmel fühlen (Tram Nr. 3008). Vielleicht finden sie auch ihr eigenes Haus unter einer der vielen Fassadenansichten, die die Straßenbahn Nummer 2002 zieren. Oder sie können sich einfach nur gut fühlen, wenn sich zufällig die mannshohe Botschaft "It's Okay to Be Alright" in ihr Blickfeld schiebt.

Auch auf den Gleisen: ein skatendes Rhinozeros

Auch ein übergroßes skatendes Rhinozeros ist unter den Motiven - seit einer vor zwei Jahren gestarteten Kampagne für mehr Sicherheit auf Melbournes Schienen, die mit einem ähnlichen Motiv warb ("Beware the Rhino"), bezeichnet die Straßenbahngesellschaft Yarra Trams die Züge nur noch als Nashorn.

Die besondere Zuneigung des fahrenden Volkes hat allerdings ein anderer Wagen gewonnen: In einem Publikumswettbewerb setzte sich das Kollektiv Joining Forces durch - und gewann 5000 australische Dollar Preisgeld. Die Tram mit der Nummer 259 ist mit einer detailreichen Zeichnung verziert, die die sechs Künstler zuvor per Hand durch stetiges Übermalen geschaffen haben. Ein fahrendes Wimmelbild aus Phantasiekreaturen.

Schon früher, zwischen 1978 bis 1993, befuhren bunte Bahnen die Schienen Melbournes - mit 250 Kilometern Doppelgleisen übrigens die Stadt mit dem größten in Betrieb befindlichen Straßenbahnnetz weltweit. Das für Kunst zuständige australische Ministerium hatte das "Transporting Art" genannte Projekt initiiert, an dem damals 36 Künstler teilnahmen. Die Aktion jetzt ist dem 35-jährigen Jubiläum des Programms gewidmet. Ein Revival der besonderen Art.

emt

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ein-dummer-junge 14.11.2013
1. Geile Sache
sollte die BVG in Berlin mal drüber nachdenken.
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