Personalmangel wegen Shutdown US-Behörde stoppt Landungen an New Yorker Flughafen

Erst kürzlich veröffentlichten US-Fluglosten und Piloten einen Brandbrief: Die personellen Ausfälle wegen der Haushaltssperre seien eine Gefahr für den Flugbetrieb in den USA. Jetzt wird das Problem sehr konkret.

La Guardia-Flughafen in New York
AFP

La Guardia-Flughafen in New York


Die Folgen der Haushaltssperre in den USA machen sich immer deutlicher im Flugverkehr bemerkbar. Am Freitagmorgen hat die zuständige US-Behörde Federal Aviation Authority (FAA) am New Yorker Airport LaGuardia für kurze Zeit einen Stopp der Landungen verhängt. In den Flugkontrollzentren bei Washington und in Florida würde das nötige Personal fehlen, teilte die FAA mit. Eine zunehmende Anzahl der Beschäftigten melde sich krank.

Dort wie in anderen staatlichen Institutionen werden die Angestellten aufgrund des Shutdowns seit 35 Tagen nicht mehr bezahlt. Um 10.45 Uhr wurden Landungen laut der Nachrichtenagentur Reuters am LaGuardia-Airport wieder genehmigt. Laut der FAA müssten Passagiere aber mit Verspätungen von etwa 90 Minuten rechnen.

"Wir versuchen, die Auswirkungen abzumildern, indem wir das Personal aufstocken, den Verkehr umleiten und den Abstand zwischen den Flugzeugen vergrößern", teilte die Behörde mit. Zuvor gab sie bekannt, dass aus Personalmangel bei den Lotsen sich auch an den Flughäfen in Newark bei New York und in Philadelphia Flüge verzögern würden.

Gerade erst hatten die Gewerkschaften der Fluglotsen, Piloten und Flugbegleiter in den USA vor den Folgen des Shutdowns gewarnt. Es seien so wenig Lotsen im Dienst wie seit 30 Jahren nicht. "Wir können weder das Risiko kalkulieren, noch vorhersagen, an welchem Punkt das System zusammenbricht", hieß es in einem offenen Brief, über den der "Guardian" und die "New York Times" berichteten.

Am Donnerstag hatte der US-Senat zwei Anträge zurückgewiesen, die das Ende des Shutdowns forderten. Die Haushaltssperre "hat bereits Hunderttausende Amerikaner an ihre Grenzen getrieben", sagte die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, am Freitag per Twitter, und nun sei die Luftfahrt dran. Trump solle damit aufhören, "die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Nation zu gefährden".

In den vergangenen Tagen wurden Reisende bereits vorgewarnt, dass sie sich auf längere Wartezeiten an den Flughäfen einstellen sollten. Dies bezog sich bisher auf die Sicherheitskontrollen, da auch viele Mitarbeiter der Transportsicherheitsbehörde TSA nicht mehr zum Dienst erscheinen. Bisher lagen die Wartezeiten aber noch meist im normalen Rahmen von bis zu 30 Minuten.

Auch die größten US-Fluglinien, American Airlines, Southwest Airlines und JetBlue Airways, teilten mit, dass die Folgen des Shutdown auf ihre Geschäft bisher noch beschränkt waren. Das könnte sich aber sich aber bald ändern. "Niemand kann die Folgen vorhersagen, wenn er [der Shutdown] andauert", sagte der Southwest-Chef Gary Kelly am Donnerstag.

abl/Reuters



insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Haarfoen 25.01.2019
1. Na also ... es geht doch voran ...
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, wie man landläufig so schön sagt. Richtig, dass die Demokraten die Situation eskalieren lassen - der Flugverkehr in den USA wird vermutlich innerhalb der nächsten 10 Tage komplett zusammenbrechen, wenn es so weiter geht. Dann kommt das Land ggf. zur Besinnung, denn so weiter laufen kann das ja eigentlich nicht - mit dem Psychopathen. Die Betroffenen müssen auch lernen, sich zu wehren - selbst wenn es schmerzhaft wird.
swandue 25.01.2019
2.
Ein Präsident, der keine Mehrheit für seine Vorstellungen findet, legt halt einfach den Staat lahm und hofft darauf, dass die anderen irgendwann nachgeben. Dieses "Konzept" darf sich nicht durchsetzen.
fottesfott 25.01.2019
3. bei Donny "Henry VIII. 2.0"
...wäre ich mir nicht mal sicher, ob er seinen seit 35 Tagen unbezahlten Personenschützern die Big Macs gibt, die er bestellen muss, weil die ebenfalls seit 35 Tagen unbezahlten Köche im Weißen Haus nicht mehr arbeiten.
Newspeak 25.01.2019
4. ...
Man muss Trump endlich des Amtes entheben. Wie lange will man es sich gefallen lassen, dass ein einzelner Mann, und sei er auch der Praesident, ein ganzes Land in Geiselhaft nimmt? Ich verstehe die Amerikaner nicht, die sowas zulassen.
hzj 25.01.2019
5. Nicht die Demokraten lassen die Situation eskalieren
Es ist Trump und seine Mannschaft, die auf Finanzierung der Mauer zu Mexiko bestehen. Der Rest des Haushaltes hatte schon im Dezember die Zustimmung der Demokraten bekommen. Nur Trump fährt lieber den ganzen Staat gegen die Wand, als in diesem einen Punkt einen Rückzieher zu machen. Dabei hatte er doch im Wahlkampf versprochen, dass nicht die US Steuerzahler, sondern Mexico für die Mauer zahlen müsse. Wenn er die Mauer wirklich will, soll er doch seine eigenen Milliarden dafür einsetzen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.