Laptop-Verbot ab Dubai Auch Emirates verleiht Tablets auf US-Flügen

Dem Verbot elektronischer Geräte auf Flügen in die USA begegnen arabische Fluglinien mit einem besonderem Service: Wer in Dubai in ein Flugzeug steigt, kann sich ein Tablet ausleihen. Das gilt allerdings nicht für alle Gäste.

Sprengstofftest an einem Laptop (Archivbild)
DPA

Sprengstofftest an einem Laptop (Archivbild)


Wer in Dubai in ein Emirates-Flugzeug steigt und nonstop in die USA fliegen will, kann seine Zeit an Bord nicht mehr für das Arbeiten am Computer nutzen: Größere elektronische Geräte dürfen nicht mehr in die Kabine mitgenommen werden. Seit der Einführung des Laptop-Verbots durch die USA sind auch Verbindungen von neun weiteren Abflughäfen im Nahen Osten und in Nordafrika betroffen.

Für Geschäftsreisende bedeutet dies den Verlust wertvoller Arbeitszeit. Arabische Fluglinien wollen dies auf den betroffenen Flügen mit einem besonderen Service ausgleichen: Etihad Airways hatte bereits angekündigt, dass Reisende der First Class und der Business Class kostenlos Tablets ausleihen können. Qatar Airways ermöglicht dies seit dieser Woche den Business-Class-Passagieren. Nun will auch Emirates einen Verleihservice einführen.

Ihre Dateien müssten die Fluggäste vor dem Flug auf einen USB-Stick speichern und diesen mitnehmen, teilt Emirates mit. Die Microsoft Surface Tablets stünden allerdings ebenfalls nur First-Class- oder Business-Class-Kunden zur Verfügung. Reisende in der Holzklasse dürfen weiterhin in die Luft gucken oder sich dem Bordprogramm widmen.

Die eigenen Laptops und Tablets werden USA-Reisenden am Flugsteig dem Sicherheitspersonal übergeben, verpackt und in den Frachtraum verladen. Bei Emirates hätten diesen Service seit dem 25. März fast 8000 Passagiere in Anspruch genommen.

Auf den Laptop- und Tablet-Bann der USA hatte Emirates zunächst mit Humor und Eigenwerbung reagiert: "Wer braucht schon Tablets oder Laptops?", heißt es in einem Werbevideo für das Board-Entertainment, das die Airline auf Twitter postete.

Die neue Regel gilt für Verbindungen von zehn Flughäfen, die mehrheitlich im Nahen Osten und in Nordafrika liegen: Abu Dhabi, Amman, Casablanca, Dubai, Doha, Istanbul, Jeddah, Kairo, Kuwait und Riad.

Wer von hier aus nonstop in die Vereinigten Staaten fliegt, darf größere elektronische Geräte nicht mit in die Kabine nehmen, sondern muss sie mit dem Gepäck aufgeben. Verboten sind Laptops und Tablets, aber auch Kameras und Spielekonsolen. Insgesamt handelt es sich um rund 50 Flüge am Tag - betroffen sind diese Airlines: Etihad, Turkish Airlines, Emirates, Royal Jordanian Airlines, Egypt Air, Saudi Arabian Airlines, Kuwait Airways, Royal Air Maroc und Qatar Airways.

Auch Großbritannien verbietet seit Ende März elektronische Geräte - und zwar auf Direktflügen aus Ägypten, der Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien sowie aus Tunesien und dem Libanon. Hier sind davon Geräte betroffen, die größer als 16 mal 9,3 Zentimeter sind.(Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Laptop-Verbot.)

abl

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
joe_ 06.04.2017
1.
Und wer steckt seinen USB-Stick mit sensiblen Firmendaten in ein fremdes Tablet? Wird das nach dem Flug wieder auf "Null" gesetzt und von Wem?
Bueckstueck 06.04.2017
2. @joe_
was sollte das nützen? daten könnten live ins bordnetz abfliessen. andererseits kann man eine portable office suite etwa Libre Office auf dem stick speichern, statt die installierte Software auf dem Surface zu nutzen. nur hindert das auch keine spähsoftware daran aufzuzeichnen was über den bildschirm flimmert...
AndyH 06.04.2017
3. Stick?
Mein Firmenlaptop erlaubt nur codierte Sticks zu beschreiben.Diese wird von fremden Tablets niemals gelesen. Ich freue mich nächstes Jahr auf die Nudisten-Flüge nach Amerika, inklusive Röntgen vorab.
chalchiuhtlicue 06.04.2017
4. Fluggesellschaften entdecken neue Einnahmequelle:
"Gebrauchtdaten" von Leihtablet-Nutzern ... 1A Sicherheits- und Datenschutzverständnis von diesen Fluggesellschaften, wirklich.
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