Liveticker Experte lehnt Staatshilfen für Fluggesellschaften ab

Die Vulkaneruption auf Island hat gravierende Folgen für den Flugverkehr in ganz Europa - der europäische Luftraum bleibt teilweise gesperrt. Lesen Sie im Liveticker alles über die aktuelle Entwicklung.
Liveticker: Experte lehnt Staatshilfen für Fluggesellschaften ab

Liveticker: Experte lehnt Staatshilfen für Fluggesellschaften ab

Foto: DPA / Icelandic Coast Guard

+++ 19.45 Uhr +++ Auch nach der Öffnung des Luftraums in vielen europäischen Ländern sind am Dienstag noch die Hälfte aller Flugzeuge auf dem Boden geblieben. 46 Prozent der normalerweise üblichen 28.000 Flugbewegungen wurden gezahlt, bilanzierte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel.

+++ 19.34 Uhr +++ Die Lufthansa will ihren Flugverkehr am Mittwoch deutlich ausweiten. "Es wird wieder die gesamte Langstrecke fliegen können", sagte ein Sprecher am Abend in Frankfurt. Das Kurz- und Mittelstreckenangebot werde ausgeweitet. Die genauen Flugzeiten will das Unternehmen über Nacht ins Internet stellen.

+++ 19.21 Uhr +++ Der gesamte Luftraum in Europa ist oberhalb von 20.000 Fuß (6100 Metern) für den Luftverkehr freigegeben. Das gab die europäische Flugsicherheitsagentur Eurocontrol am Abend bekannt. Ausgenommen sei lediglich Finnland, wo noch ein vollständiges Flugverbot gelte. In knapp 75 Prozent des Luftraums über Europa seien alle Beschränkungen aufgehoben worden. Allerdings gebe es noch erhebliche Einschränkungen für den unteren Luftraum in Nordwesteuropa. Dies gilt insbesondere für Deutschland und Nordfrankreich.

+++ 18.44 Uhr +++ Die Bewegung der Vulkanaschewolke aus Island ist nach Erkenntnissen niederländischer Forscher mit Hilfe von Computermodellen weitgehend präzise berechnet worden. Das hätten Untersuchungen der Aschewolke von einem Flugzeug aus ergeben, teilte das niederländische Zentrallabor für Luftfahrttechnik (NLR) mit. Unter anderem solche Berechnungen liegen den Entscheidungen der Behörden über die Sperrung von Lufträumen zugrunde.

+++ 18.56 Uhr +++ Die Deutsche Flugsicherung hat ihre Sperrungen im deutschen Luftraum bis Mittwoch 2 Uhr verlängert. Sichtflüge sind allerdings weiterhin möglich. Zudem wird der Luftraum an den beiden Flughäfen Hamburg und Bremen zwischen 23 und 2 Uhr komplett freigegeben.

+++ 18.31 Uhr +++ Der Zusammenbruch des Luftverkehrs wegen des Vulkan-Ausbruchs wird auch das Weltverkehrsforum in Leipzig beschäftigen. Verkehrsminister und Delegierte aus den 52 Mitgliedsländern wollen bei dem Treffen im Mai über mögliche Konsequenzen aus dem Chaos beraten. "Es ist lebenswichtig für sicheren und effizienten Luftverkehr, dass aus der schlimmsten Störung seit den Terrorangriffen des 11. September 2001 Lehren gezogen werden", teilte der Generalsekretär des Forums, Jack Short, am Dienstag mit.

+++ 18.01 UHR +++ Der Ökonom Justus Haucap hat sich gegen Staatshilfen für die unter dem Flugverbot leidenden Fluggesellschaften ausgesprochen. "Warum der Steuerzahler die Verluste der Fluggesellschaften auffangen sollte, ist völlig unklar, Staatshilfen sind daher abzulehnen", sagte der Vorsitzende der Monopolkommission dem Internetportal "Handelsblatt Online". Die Kommission berät die Bundesregierung als unabhängiges Expertengremium in Wettbewerbs- und Kartellfragen. "Selbst wenn eine Fluggesellschaft Bankrott anmelden sollte, so wird nicht dauerhaft der Luftverkehr in Europa zusammenbrechen", sagte Haucap. "Es gibt keine Systemrelevanz."

+++ 17.53 UHR +++ Trotz Flugverbots sollten auf dem zweitgrößten deutschen Flughafen München bis zum späten Dienstagabend rund 300 Maschinen starten und landen. Damit habe etwa ein Fünftel aller regulären Flüge stattgefunden, sagte Flughafensprecher Ingo Anspach. Der Flughafen-Aufsichtsratschef und bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon stellte Ausnahmegenehmigungen für Nachtflüge in Aussicht, sobald sich die Aschewolken verzogen hätten. Der Bund, der Freistaat und die Stadt München sollen als Eigentümer des Flughafens derzeit täglich 2,4 Millionen Euro Verlust machen, verlautete aus gut unterrichteten Kreisen.

+++ 17.51 UHR +++ Die Lufthansa hat bei zwei Flugzeugen aus den USA nach deren Landung in Düsseldorf Staubrückstände entdeckt. Es sei aber auszuschließen, dass es sich dabei um Vulkanasche handelt, teilte die Fluggesellschaft mit. Es sei nichts ungewöhnliches, dass Staubrückstände im Triebwerk entdeckt würden. Weil einer der beiden Jets vom Typ Airbus A 330 noch weiter untersucht werden sollte, wurde ein Flug nach Newark in den USA gestrichen. Die beiden Maschinen waren in Chicago und Miami gestartet und sicher in Deutschland gelandet.

+++ 17.32 UHR +++ Auch nach der Lockerung des Flugverbots über Europa kommt der Luftverkehr in Deutschland nur langsam wieder auf Touren. Für Dienstag rechnet die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit 700 bis 800 Sichtflügen. Dies entspreche etwa sieben Prozent des normalen Verkehrsaufkommens, sagte Sprecher Axel Raab. Der Luftraum über Deutschland bleibt mindestens bis Dienstag 20.00 Uhr gesperrt. In ganz Europa sollten nach Angaben der Flugsicherung Eurocontrol 14.000 Flüge starten und landen, etwa die Hälfte des normalen Betriebs.

+++ 17.09 UHR +++ Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Genehmigung sogenannter Sichtflüge kritisiert. "Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Aschewolke habe sich nichts geändert. Bei Sichtflügen werden nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) auch Luftschichten mit Asche darin durchflogen. Dabei liegt die Verantwortung nicht bei der Flugsicherung, sondern den Piloten, sagte DFS-Sprecher Axel Raab. "Die Verantwortung können wir nicht übernehmen." Erst oberhalb von etwa 6000 Metern beginne der ganz normale Flug, der von Lotsen gesteuert werde.

+++ 16.42 UHR +++ Als Konsequenz aus dem Flugchaos aufgrund der Aschewolke über Europa will die Bundesregierung die internationalen Regelwerke zur Flugsicherheit überprüfen lassen. "Dieses Regelwerk muss unter die Lupe genommen werden", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags. "Ich möchte - nachdem diese Krise bewältigt worden ist - eine Arbeitsgruppe oder einen runden Tisch einsetzen, um die Lehren aus diesen Problemen zu ziehen."

+++ 16.42 UHR +++ Fluggäste müssen sich nach Auffassung eines Rechtsexperten nicht auf die derzeit von den Fluggesellschaften angebotenen Sichtflüge einlassen. "Wem das zu unsicher erscheint, kann auch eine Umbuchung verlangen", sagte der Frankfurter Flugrechtsexperte Ronald Schmid. Wenn die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) solche Flüge in der gegenwärtigen Situation für unverantwortlich halte, müsse der Laie nicht zu einem anderen Ergebnis kommen.

+++ 16.36 UHR +++ Der Messflug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat bestätigt, dass sich Vulkanasche über Deutschland befindet. In der Atmosphäre befänden sich in unterschiedlicher Konzentration und in regional unterschiedlicher Ausbreitung Partikel von Vulkanasche, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Die Daten werden demnach vom Deutschen Wetterdienst ausgewertet und zur Beurteilung der Gesamtlage zusätzlich herangezogen. Die Messungen sollen zudem mit weiteren Flügen fortgesetzt werden. Das DLR-Forschungsflugzeug war am Montag erstmals zur Untersuchung der Aschewolke aufgestiegen.

+++ 16.14 UHR +++ Mehr als 230.000 deutsche Urlauber sind bislang von den Flugstreichungen betroffen. Davon waren rund 130.000 mehr oder weniger lang im Ausland gestrandet und mussten auf ihre Rückreise warten, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) mit. Seit der Nacht auf Dienstag werden Gäste aus den Urlaubsgebieten zurück nach Deutschland geflogen.

+++ 16.13 UHR +++ Das anhaltende Flugverbot kostet den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport derzeit nach Konzernangaben zwischen zweieinhalb und drei Millionen Euro pro Tag. Für die Luftverkehrswirtschaft sei dies "eine sehr schwierige Zeit", denn neben dem Passagierbereich sei auch die Luftfracht vom Flugverbot betroffen, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte im Hessischen Rundfunk.

+++ 16.10 UHR +++ Schlechtes Wetter könnte zu einer baldigen Einstellung der Sichtflüge führen. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass sich das Wetter in den nächsten Tagen so weit verschlechtert, dass die Sichtflüge wieder eingestellt werden müssen, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses Winfried Hermann (Grüne). Insgesamt warteten derzeit im Ausland rund 300.000 Passagiere aus Deutschland auf einen Rückflug in die Heimat, hieß es im Ausschuss.

+++ 16.10 UHR +++ Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island bringt vorerst nur geringe Mengen neuer Vulkanasche auf den Weg nach Europa. Das Meteorologische Institut in Reykjavik teilte mit, dass der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher sechs Tage nach Beginn des Ausbruchs fast nur noch Lava und Wasserdampf ausstieß und kaum noch für die Luftfahrt gefährliche Vulkanasche. Die bestehende Wolke könne sich aber halten oder auch verschieben und so weiter für Probleme im Flugverkehr der europäischen Länder sorgen, hieß es weiter.

+++ 16.05 UHR +++ Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft muss infolge des Flugchaos ihre Vorbereitungen auf die Heim-WM im Mai ändern. Das am Wochenende in Minsk geplante Turnier mit Spielen gegen die Slowakei und Weißrussland musste wegen des eingeschränkten Flugverkehrs abgesagt werden. Stattdessen bezieht das Team von Bundestrainer Uwe Krupp ab Donnerstag ein Trainingslager in Füssen mit Spielen gegen die Slowakei und die Schweiz.

+++ 15.55 UHR +++ Führende Reisekonzerne holen über eine gigantische Luftbrücke mehr als 30.000 im Ausland gestrandete Touristen zurück nach Deutschland. Marktführer TUI brachte am Dienstag 20.000 festsitzende Urlauber zurück, Konkurrent Thomas Cook will bis Mittwoch 10.000 Gäste mit Sonderflügen abholen. TUI erklärte, neben den 19 TUIfly-Maschinen seien weitere 15 Flugzeuge gechartert worden, darunter zwei Jumbos. Allein von Mallorca gingen 17 Flüge in verschiedene deutsche Städte. Alle Urlauber auf Teneriffa, die auf ihren Rückflug gewartet hätten, seien bereits wieder in Deutschland. Da täglich neue Gäste hinzukämen, deren Ferienaufenthalt zu Ende gehe, warteten jetzt 12.000 TUI-Gäste auf den Heimflug nach Deutschland. Dieser Rückstau solle in den kommenden ein bis zwei Tagen, wenn sich der Flugbetrieb normalisiert habe, aufgelöst werden, hieß es.

+++ 15.52 UHR +++ Um die Folgen des Flugchaos zu mildern, darf auf dem Flughafen Berlin-Tegel jetzt auch nachts geflogen werden. Nach einer Abwägung der Interessen der Gesellschaften, der Passagiere und der Anwohner wurden Flüge zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorerst grundsätzlich zugelassen, teilte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) mit. Für jeden einzelnen Flug bedarf es jedoch eines Antrags. Die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling sprach von einer "schlechten Idee".

+++ 15.38 UHR +++ Das zeitweilige Flugverbot könnte nach Einschätzung von Analysten leicht negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Westeuropa haben. "Die Aschewolke dürfte im laufenden Quartal einen kleinen dämpfenden Effekt von 0,2 bis 0,3 Prozent auf das Wirtschaftswachstum haben", schätzte Frank Naab vom Bankhaus Metzler. "Aber das Quartal wird stark werden, so dass der Effekt letztlich aufgeholt werden dürfte", fügte er hinzu.

+++ 15.25 UHR +++ Das Flugchaos infolge der Aschewolke hat auch Auswirkungen im kulturellen Bereich: Drei Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner kommen womöglich zu spät zu einer großen Retrospektive im Frankfurter Städel-Museum. Zwei Werke aus New York - darunter das "Soldatenbad" (1915) aus dem Guggenheim Museum - sowie das Bild "Marcella" (1909/1910) aus Stockholm konnten bis Dienstag nicht im Flugzeug transportiert werden, wie ein Museumssprecher sagte. "Aber wir sehen das sportlich. Es würde wohl Platzhalter geben."

+++ 15.20 UHR +++ Der Fernsehsender Phoenix ist mit seinen Plänen für eine Live-Übertragung der Sondersitzung des Verkehrsausschusses am Nein der Abgeordneten gescheitert. In dem Gremium wurde über Konsequenzen aus dem europaweiten Flugverbot beraten. Der Deutsche Bundestag habe eine Anfrage für eine Live-Übertragung abgelehnt, teilte Phoenix mit. Mit Blick auf die allgemeinen Auswirkungen des Flugverbots wäre die Übertragung sicher im breiten öffentlichen Interesse gewesen, erklärte der Sender.

+++ 15.20 UHR +++ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die sogenannten Sichtflüge als sicher verteidigt. "Ich werde nicht verantworten, was ich nicht selbst als Passagier machen würde", sagte er nach Beratungen im Verkehrsausschuss des Bundestages. Sicherheit sei nach den allgemeinen Regeln auch bei den Sichtflügen oberstes Gebot. Ramsauer reagierte damit auf die Frage, ob Sichtflüge angesichts der mit Vulkanasche belasteten Luft für Flugzeuge und Passagiere nicht ebenso riskant seien wie die üblichen von Fluglotsen überwachten Instrumentenflüge.

Griechischer Tourismus muss riesige Verluste verkraften

+++ 15.07 UHR +++ Das Chaos im Luftverkehr hat für die wichtige Tourismusbranche im klammen Griechenland dramatische Folgen: Allein auf der Insel Kreta verlieren Tourismusunternehmen 500.000 Euro täglich. Seit Beginn der Flugverbote hätten Touristen etwa 12.000 Ankünfte annulliert, teilte der Hoteliersverband der Insel mit. In Athen sei die Lage etwas besser, da der Flughafen der Stadt als eine Art Drehscheibe für Reisende auf dem Weg von oder nach Afrika oder Fernost dient. Viele Hotels sind dort ausgebucht.

+++ 15.07 UHR +++ Die SPD hat der Bundesregierung im Umgang mit der Vulkanaschewolke Missmanagement vorgeworfen. Die Regierung erlaube sich ein Krisenmissmanagement, das nicht mehr zu überbieten sei, sagte der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer nach einer Sitzung des Bundestags-Verkehrsauschusses. Dies sei "katastrophal". Es müsse jetzt ein Krisenstab unter Leitung des verantwortlichen Ministers eingesetzt werden. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wies die Vorwürfe zurück. Es sei bereits am Donnerstag ein zentraler Krisenstab eingesetzt worden, der sinnvollerweise bei der Deutschen Flugsicherung in Langen angesiedelt sei, sagte er.

+++ 15.05 UHR +++ Das Umweltbundesamt sieht in der erhöhten Feinstaubkonzentration nach dem Vulkanausbruch auf Island keine ernste Gefahr für die Gesundheit der Menschen. "Es besteht keinen Grund zur Panik, von den derzeit gemessenen Konzentrationen geht keine Gesundheitsgefährdung aus", sagte der Experte für Luftqualität des Umweltbundesamtes (UBA), Arno Graff. Der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter sei am Montag nur an einigen Messstationen im Südwesten Deutschlands überschritten worden.

+++ 15.00 UHR +++ Der Flugverkehr über Europa kommt wieder auf Touren: Drei Viertel des Luftraums über dem Kontinent waren am Dienstagmittag offen für den Verkehr. In 19 europäischen Ländern - auch auf dem Balkan - durften Flugzeuge wieder starten, während in 11 Staaten immer noch komplette oder teilweise Flugverbote galten. Diese Zahlen nannte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel. Jenseits von sechs Kilometern Höhe sei der komplette europäische Luftraum wieder frei.

+++ 14.56 UHR +++ Der Weltverband der Fluggesellschaften IATA hat die Bekanntgabe neuer Zahlen zu den Umsatzausfällen durch die Flugverbote angekündigt. Die bisherige Schätzung von bis zu 250 Millionen Dollar (186 Millionen Euro) pro Tag sei konservativ, sagte IATA-Sprecher Anthony Concil. Am Mittwoch will der Verband nun neue Zahlen zu den Umsatzausfällen vorlegen.

+++ 14.54 UHR +++ Die Wolke aus Vulkanasche könnte demnächst auch in Kanada und in den USA ankommen. Ein Experte der UN-Wetterorganisation WMO in Genf erklärte, die Aschewolke könnte in ein bis zwei Tagen über den Atlantik die Ostküste der USA und Kanada erreichen. Die Staubwolke werde sich aber in einer mittleren Höhe bewegen, so dass sie von Flugzeugen überflogen werden könne. In Europa deutet sich indes eine Entspannung an: Ein Tiefdrucksystem sei auf dem Weg nach Island und könnte in der zweiten Wochenhälfte dazu beitragen, die Asche aus der Atmosphäre zu waschen, sagte der Experte.

+++ 14.48 UHR +++ Auch der Autohersteller Nissan bekommt die Auswirkungen des Flugverbots zu spüren. Der japanische Konzern muss einen Teil seiner Produktion unterbrechen. Benötigte Teile könnten nicht aus Irland angeliefert werden, teilte Nissan mit. Gestoppt worden sei eine von zwei Produktionslinien in einem Werk in Kanagawa. Darüber hinaus werden am Mittwoch zwei Produktionslinien in einem Werk in Fukuoka zum Erliegen kommen. Dadurch würden 2000 Fahrzeuge weniger produziert. Die Konkurrenten Toyota und Honda erklärten dagegen, sie hätten keine Probleme in ihrer Logistikkette.

+++ 14.36 UHR +++ Sitzen Mitarbeiter auf Dienstreise wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans fest, geht das nicht zulasten ihres Urlaubskontos. Der Arbeitgeber dürfe ihnen in so einer Situation nicht einfach Urlaub verordnen, sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg. "Arbeitnehmer können sich natürlich mit ihrem Chef darauf einigen, ein paar Urlaubstage an die Dienstreise anzuschließen, wenn ihnen das passt." Sie seien dazu aber nicht gezwungen.

+++ 14.33 UHR +++ Nachdem die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjöll tagelang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt hatte, haben zahlreiche Flughäfen am Dienstag den Betrieb wieder aufgenommen. Nach Angaben der Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol sollte die Hälfte der normalerweise vorgesehenen Flüge in Europa starten. Viele Länder verlängerten aber die geltenden Flugverbote, so auch Deutschland. Geplant seien etwa 14.000 Flüge, teilte Eurocontrol in Brüssel mit. An einem gewöhnlichen Dienstag seien es rund 28.000 Flüge. Am Montag konnte rund ein Drittel der normalerweise geplanten Flüge in Europa stattfinden.

+++ 14.19 UHR +++ Die steigende Zahl der Sondergenehmigungen im Luftverkehr ermöglicht immer mehr im Ausland festsitzenden Urlaubern die Rückkehr nach Deutschland. Zahlreiche Reiseveranstalter nahmen am Dienstag den Flugverkehr schrittweise wieder auf. Demgegenüber erklärte der Reisekonzern TUI, die Rückholaktion habe oberste Priorität. Von Mittwoch an plane man dann den Normalbetrieb. Insgesamt 11.000 TUI-Reisende sollten im Verlauf des Dienstags nach Hause zurückgebracht werden. Neben den 19 TUIfly-Maschinen seien weitere 15 Flugzeuge gechartert worden, darunter zwei Jumbos, erklärte das Unternehmen in Hannover. Allein von Mallorca gingen 17 Flüge in verschiedene deutsche Städte heraus. Alle Urlauber auf Teneriffa, die auf ihren Rückflug gewartet hätten, seien bereits wieder in Deutschland.

+++ 14.10 UHR +++ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) lässt wegen der Vulkanasche-Wolke derzeit mehr Wetterballone in den Himmel steigen. Die Zahl der Aufstiege von den bundesweit neun Radiosonden-Stationen aus sei verdoppelt worden, sagte ein Sprecher des DWD am Dienstag in Offenbach. Seit Freitag steigen auch in Greifswald die Ballon-Sonden vier Mal pro Tag in den Himmel, um Daten zu Temperatur, Luftfeuchte, Windrichtung und -geschwindigkeit zu sammeln. Die Dichte der Aschepartikel in der Luft werde dabei nicht ermittelt. Die Messergebnisse werden den Angaben zufolge an das Londoner "Volcanic Ash Advisory Centre" (VAAC) übermittelt. Dort würden die Modelle zur Ausbreitung der Vulkanasche-Wolke erstellt.

+++ 13.56 UHR +++ Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, wegen der Aschewolke aus Island ihre Urlaubspläne im Job zu ändern. "Sobald der Urlaub genehmigt wurde, ist auch der Arbeitnehmer daran gebunden", sagte der Arbeitsrechtler Michael Eckert aus Heidelberg. Denn ein bewilligter Urlaubsantrag sei für beide Seiten verbindlich, erläuterte das Vorstandsmitglied im Deutschen Anwaltverein in Berlin. Wollen Beschäftigte bereits bewilligten Urlaub verschieben, weil ihre Flugreise infolge des Vulkanausbruchs ausfällt, gehe das nur mit dem Einverständnis des Chefs.

+++ 13.25 UHR +++ Bisher sind bei der EU-Kommission in Brüssel noch keine Anträge auf Beihilfen für die Luftfahrtbranche eingegangen. Bis zum Dienstag hätten weder Airlines noch Mitgliedsstaaten grünes Licht für Beihilfen eingefordert, sagte Kommissionssprecherin Helen Kearns. Die Fluggesellschaften hätten gegenüber Verkehrskommissar Siim Kallas klargemacht, dass sie den Schaden aus dem fünftägigen Flugverbot noch nicht beziffern könnten, und das dies auch noch einige Tage dauern könne.

Teenie-Star Miley Cyrus sagt Filmpremiere in Europa ab

+++ 13.11 UHR +++ Die Aschewolke hat auch die Reisepläne von Teenie-Star Miley Cyrus durchkreuzt: Die US-Schauspielerin hat die komplette Europatournee zur Premiere ihres neuen Films "Mit Dir an meiner Seite" wegen der Vulkanaschewolke über Europa abgesagt. Der Teeniestar kann weder in London, Rom noch am Samstag (24. April) in München ihren Film vorstellen, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten.

+++ 13.09 UHR +++ Bei Sichtflügen durchqueren die in Deutschland startenden und landenden Flugzeuge nach Angaben der Deutschen Flugsicherung auch Luftschichten mit Asche darin. Der Unterschied zu dem sonst üblichen Verfahren liege im Wesentlichen nur in der Verantwortung, die dann nicht bei der Flugsicherung liege, sagte der Sprecher der Flugsicherung, Axel Raab. Er widersprach damit Berichten, wonach die Piloten unter der Aschewolke hindurch fliegen. Am Dienstag erwartete die Flugsicherung rund 700 bis 800 Flüge statt der sonst üblichen 10.000.

+++ 12.49 UHR +++ Das Flugverbot wegen des Vulkanausbruchs auf Island kostet allein den britischen Flughafenbetreiber BAA täglich fünf bis sechs Millionen Pfund (umgerechnet sechs bis sieben Millionen Euro). Das Unternehmen betonte am Dienstag indes, es erwarte wegen der Schließung seiner sechs Flughäfen in Großbritannien langfristig keine erheblichen Umsatzeinbußen. Die BAA-Flughäfen sind seit Donnerstagmittag geschlossen, in Glasgow und Edinburgh durften am Dienstag allerdings wieder einige Maschinen starten. BAA ist auch für den Betrieb der Londoner Flughäfen Heathrow und Stansted zuständig.

+++ 12.43 UHR +++ Der internationale Luftfahrtverband IATA hat die schrittweise Öffnung des europäischen Luftraumes begrüßt. "Wir sind zwar ziemlich unzufrieden mit dem Prozess im Vorfeld. Nichtsdestotrotz, wir begrüßen die gestrige Entscheidung der EU-Verkehrsminister als Schritt in die richtige Richtung", sagte IATA-Sprecher Anthony Concil. Die IATA, die mehr als 200 Fluggesellschaften weltweit vertritt, werde sich bemühen, die Zusammenarbeit mit den Regierungen in den nächsten Tagen zu koordinieren. Wie lange es dauern werde, bis sich der Flugverkehr normalisiere nach einer kompletten Freigabe, sei völlig offen, sagte Concil. Die IATA schätzt, dass die Fluggesellschaften wegen der Ausfälle täglich mindestens 200 Millionen Dollar allein an Umsatz verlieren.

+++ 12.38 UHR +++ Die Fluggesellschaft Germanwings will ab Mittwoch wieder zum normalen Flugbetrieb zurückzukehren. Voraussetzung dafür sei, dass der Luftraum über Europa wieder voll nutzbar sei und keine neuen Sperrungen aufgrund von Wetterveränderungen verhängt würden, teilte die Lufthansa-Tochter mit. Die Fluggäste sollten vor der Anreise zum Flughafen aber kurzfristig auf der Internetseite den aktuellen Status ihrer Flugverbindung abfragen.

+++ 12.31 UHR +++ Rund drei Viertel des Luftraums über Europa sind wieder offen für den Flugverkehr. Im Laufe des Dienstags soll gut die Hälfte aller eigentlich vorgesehenen Flüge auch stattfinden können, teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. Jenseits von sechs Kilometern Höhe sei inzwischen sogar wieder der komplette europäische Luftraum geöffnet. Darunter sei die Konzentration der Vulkanasche aus Island vor allem in Nordwest-Europa noch so hoch, dass oft Einschränkungen nötig seien.

+++ 12.30 UHR +++ Der internationale Flughafen Schiphol bei Amsterdam nimmt seit Dienstag schrittweise wieder den Betrieb auf. Die Fluggesellschaft KLM teilte mit, die meisten Interkontinentalflüge sowie 50 Prozent der europäischen Flüge würden bereits wieder stattfinden. Der gesamte niederländische Luftraum werde "phasenweise" geöffnet, erklärte die Behörde für Verkehrssicherheit. Zunächst seien nur Tagesflüge zugelassen. Bis zur vollständigen Wiederherstellung des Flugverkehrs würden "einige Tage" vergehen.

+++ 12.23 UHR +++ DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann hat sich gegen Staatshilfen für Unternehmen ausgesprochen, die die Folgen des Flugverbots zunehmend zu spüren bekommen. "Staatshilfen wären definitiv das falsche Signal", sagte der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Allerdings solle angesichts der generellen Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe geprüft werden, ob das Kredit- und Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung nicht auch für Fluggesellschaften geöffnet werden könne.

+++ 12.16 UHR +++ Die Aschewolke über Europa stellt nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung dar. "Es gibt derzeit keine Auswirkungen auf die Gesundheit, außer in unmittelbarer Nähe (des Ausbruchs) auf Island", sagte der WHO-Experte Carlos Dora. "Derzeit gibt es in europäischen Ländern keinen Anlass zur Besorgnis." Erst wenn der Ascheniederschlag um das Zwei- bis Dreifache zunehme, könnten Probleme bei Menschen mit Lungenproblemen, Asthma oder Bronchitis auftreten.

+++ 11.58 UHR +++ Die Vulkanasche aus Island hat weiter freie Bahn nach Deutschland. Erst zum Wochenende werde der Wind von Nordwest auf Südwest drehen und damit die Partikel in andere Richtungen lenken, sagte Meteorologe Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Bei anhaltender Aktivität des Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher würden weiter große Mengen Vulkanasche Richtung Mitteleuropa verfrachtet. Ergiebigen Regen, der die Asche sofort auswaschen könnte, gebe es in der betroffenen Region nicht.

+++ 11.58 UHR +++ Bei zwei langen Testflügen hat der Flugzeugbauer Airbus keine Einflüsse der Vulkanasche auf Maschinen und Flugsysteme festgestellt. "Auf beiden Testflügen zeigten sich keinerlei Auffälligkeiten. Dies ist das Ergebnis der Beobachtungen durch die Piloten während des Fluges sowie der anschließenden Auswertung der Messdaten", erklärte Firmensprecher Tore Prang. Zu den Tests starteten am Montag in Toulouse ein Airbus A380 und ein A340. Beide Großraumjets flogen mehrere Stunden den europäischen Luftraum ab und landeten am Montagabend wieder am Startort.

+++ 11.55 UHR +++ Hamburg hebt das Nachtflugverbot auf dem Flughafen wegen der Aschewolke befristet auf. In den ersten zwei Nächten nach der Freigabe des Luftraumes durch die Bundesregierung dürfen Flugzeuge durchgehend auch nachts in Hamburg starten und landen. Die Freigabe kann um zwei Tage verlängert werden, wie die zuständigen Behörden der Stadt mitteilten. Bisher besteht von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr ein Nachtflugverbot. Für einzelne Flüge wurden bereits in der Nacht auf Dienstag Ausnahmen gemacht.

+++ 11.55 UHR +++ Lufthansa will die Aschewolke aus dem isländischem Vulkan mit einem eigenen Testflug untersuchen lassen. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut Mainz soll nach Angaben des Unternehmens ein dafür speziell ausgerüsteter Airbus A340-600 am Dienstagnachmittag von Frankfurt aus starten und mehrere Stunden lang Messdaten über Europa sammeln. Der Flug findet im Rahmen der seit Montag erlaubten kontrollierten Sichtflüge statt.

Air Berlin will Antrag auf Staatshilfen prüfen

+++ 11.43 UHR +++ Die Fluggesellschaft Air Berlin will infolge der Flugausfälle einen Antrag auf Staatshilfen prüfen. Es sei eine Tatsache, dass das Unternehmen durch die weitreichenden Flugverbote innerhalb Europas "riesige Verluste" erleide, sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Dienstag im Deutschlandfunk. Wenn wieder Normalbetrieb eingekehrt sei, werde das Unternehmen deshalb ein Fazit der Vulkan-Krise ziehen und prüfen, ob "wir hier nicht eine vergleichbare Situation haben mit den Terroranschlägen vom September 2001". Damals hatte die Bundesregierung der Flugbranche mit Millionenhilfen unter die Arme gegriffen.

+++ 11.41 UHR +++ Die Deutsche Flugsicherung hat die Sperrungen des deutschen Luftraums bis Dienstag 20.00 Uhr verlängert. Das sagte eine Pressesprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Flüge nach Sichtflug sind aber von diesem Flugverbot ausgenommen.

+++ 11.35 UHR +++ Aus Island kommt kaum noch neue Vulkanasche auf den europäischen Kontinent. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Dienstag mitteilte, stößt der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjallajökull jetzt nur Lava und "fast reinen Wasserdampf" aus. Dass es dennoch Probleme für die Luftfahrt in mehreren europäischen Ländern gebe, rühre ausschließlich durch Verschiebungen der schon vorhandenen Wolke über dem Kontinent her.

+++ 11.31 UHR +++ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gibt am (morgigen) Mittwoch im Bundestag eine Regierungserklärung zum Flugverbot ab. Der Minister werde sich zur Situation im Flugverkehr äußern, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller.

+++ 11.19 UHR +++ Nach fünftägigem Stillstand wird der europäische Luftverkehr wieder hochgefahren. 75 Prozent des Luftraums über dem europäischen Festland seien seit Dienstag wieder offen, teilte die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. Genehmigungen für bis zu 60 Prozent der planmäßigen Flüge seien im Tagesverlauf möglich. Bis 10.00 Uhr waren schon 10.000 Maschinen wieder in der Luft oder standen in den Flugplänen. Ausgenommen bleibt Großbritannien. Dort sollte das Flugverbot wegen der Aschewolke auch am Dienstag in Kraft bleiben. Die nationalen Behörden stellten für die Londoner Flughäfen keine Öffnung in Aussicht.

+++ 11.07 UHR +++ Die Europäische Union will Finanzhilfen für die millionenschweren Verluste der Airlines infolge des Flugverbots prüfen. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas will zu diesem Zweck eine "Task-Force" zusammen mit den Kommissaren Joaquín Almunia (Wettbewerb) und Olli Rehn (Währung) bilden. Konkrete Zahlen nannte Kallas bei der Sonderdebatte am Dienstag im Europaparlament in Straßburg aber nicht. Die Task-Force werde in der kommenden Woche einen Bericht über die wirtschaftlichen Folgen des Flugverbots vorlegen, sagte er.

+++ 11.02 UHR +++ Der Autohersteller BMW unterbricht infolge der europaweiten Flugverbote seine Produktion. Bereits am Dienstagnachmittag würden die Bänder zur Spätschicht im Werk Dingolfing angehalten, sagte ein Konzernsprecher. Am Mittwoch und Donnerstag sollen die Werke in Regensburg und München folgen. Insgesamt müsse die Fertigstellung von rund 7000 Fahrzeugen verschoben werden. Grund für die Unterbrechung seien Lieferengpässe vor allem bei Elektronikbauteilen, die per Luftfracht geliefert würden.

+++ 10.59 UHR +++ Lufthansa plant am Dienstag rund 200 Flüge mit Sondergenehmigungen. Normalerweise wickelt Deutschlands größte Fluggesellschaft am Tag 1800 Flüge an. Der größte Teil der Langstrecke werde bedient werden können, hinzu kommen einige Kurzstrecken, sagte Lufthansa-Sprecher Patrick Meschenmoser.

+++ 10.52 UHR +++ Der Bundesregierung liegen bislang keine Anträge auf Staatshilfe vor - weder von Airlines, noch von Reiseanbietern oder anderen Unternehmen, die unter den Folgen des Flugverbots leiden. "Staatshilfen wurden bislang nicht erbeten und auch nicht in Aussicht gestellt", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Staatshilfen seien derzeit auch kein Thema.

+++ 10.50 UHR +++ Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI holt 11.000 gestrandete Passagiere nach Deutschland zurück. "Bis Mitternacht haben wir alle Starts ab Deutschland abgesagt. Die Rückholaktionen haben Vorrang", sagte ein TUI-Sprecher. Neben 19 Maschinen von TUI-Fly seien noch 15 andere, darunter zwei Jumbos, gechartert worden. Alle Feriengäste, die auf der Kanaren-Insel Teneriffa auf den Heimflug gewartet hatten, waren am Morgen in Deutschland angekommen.

+++ 10.39 UHR +++ Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die weitgehende Freigabe von Sichtflügen verteidigt. Er handele verantwortlich und "nicht hau-ruck-mäßig", sagte Ramsauer am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Mit den eingeschränkten kontrollierten Flügen habe Deutschland gewissermaßen eine "konstruktive Schrittmacherfunktion" in Europa übernommen. Zu der Kritik der Pilotenvereinigung Cockpit sagte der Minister, von den Piloten höre er seit drei Tagen nichts anderes als: "Macht doch bitte alles, dass wir wieder fliegen können." Er betonte zudem, er habe sich "überhaupt keinem Druck gebeugt".

+++ 10.30 UHR +++ US-General Stanley McChrystal kommt nun doch nach Berlin. Eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin sagte am Dienstag, es sei vorgesehen, dass McChrystal an dem Tag in der Stadt sei und Termine wahrnehme. Der Kommandeur der Afghanistan-Schutztruppe ISAF sollte ursprünglich bereits am Montag Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) treffen. Der Besuch war jedoch wegen des Flugverbots über Europa nach erst verschoben und später ganz abgesagt worden. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Situation in Afghanistan stehen.

Messflugzeug hat Beleg für Existenz der Aschewolke

+++ 10.19 UHR +++ Das Messflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat klare Belege für die Existenz der Vulkanaschewolke über Deutschland gewonnen. Die Piloten hätten in den Wolkenstrukturen eine deutliche Braunfärbung erkannt, das heiße, "es gibt die Wolke wirklich", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. Die genauen wissenschaftlichen Erkenntnisse will die DLR am Dienstagmittag vorstellen. Am DLR-Forschungsflugzeug wurden laut Schütz keine Schäden festgestellt. Allerdings sei das Flugzeug "nicht in der Wolke, sondern durch die Wolke geflogen." Solch ein Flugverhalten sei für Verkehrsflugzeuge nicht möglich.

+++ 10.09 UHR +++ Auch in Belgien haben die Flughäfen ihren Betrieb wieder aufgenommen. In der Hauptstadt Brüssel landete am Morgen eine Maschine aus dem türkischen Antalya. Belgien hat seinen Luftraum seit 8 Uhr am Morgen wieder offiziell geöffnet. "Der Flugverkehr wird nach und nach zunehmen und in den nächsten Tagen zur Normalsituation zurückkehren", heißt es auf der Homepage des Flughafens. Neben Landungen seien einige Abflüge nach Afrika geplant. Allerdings blieben auch am Vormittag die meisten Flüge gestrichen. Die Flughäfen in Brüssel, Charleroi und Lüttich wollen im Laufe des Tages etwa 50 Prozent ihrer Kapazitäten erreichen. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines kündigte für den Mittag wieder Flüge an.

+++ 9.32 UHR +++ In Dänemark sind auch am Dienstag keine Starts oder Landungen von Flugzeugen möglich. Die nationale Luftfahrtbehörde hat die Sperrung aller Flugplätze bis 2 Uhr am Mittwochmorgen verlängert. Sie begründete die Maßnahme mit dem anhaltenden Zustrom von Vulkanasche aus Island.

+++ 9.22 UHR +++ Das isländische meteorologische Institut teilt mit, dass sich die Eruptionen des Vulkans auch am Dienstag fortsetzen. "Es scheint so zu sein wie gestern", sagte der Geologe Sigtrudur Arnsdottir. Es sei jedoch nun mehr Lava festzustellen als vorher. Die Höhe der Rauchwolke habe im Vergleich zu den Anfangstagen der Eruption abgenommen.

+++ 8.45 UHR +++ Der Himmel rund um Deutschland öffnet sich wieder: Mit den seit Dienstagmorgen geltenden neuen Regeln für Flugverbote in Europa darf wieder in weitaus mehr europäischen Gebieten geflogen werden. Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel liegt Deutschland, wo der Luftraum noch komplett geschlossen ist, inzwischen am Rand der Sperrgebiete - an der östlichen Grenze des gesperrten Luftraums.

Tschechien, Südpolen und das östliche Österreich waren bereits frei. Nur noch ein Korridor im nördlichen Polen blieb gesperrt. Norwegen und der größte Teil Schwedens waren frei. Ein Ausläufer der Sperrzone zog sich noch über Dänemark, Südschweden und Finnland.

+++ 8.41 UHR +++ Der Flughafen Zürich ist seit dem frühen Dienstagmorgen wieder in Betrieb. Eine erste Maschine startete kurz nach 8 Uhr, wie die Behörden mitteilten. Die seit drei Tagen bestehende Luftraumsperre über der Schweiz war vom Bundesamt für Zivilluftfahrt aufgehoben worden. "Die Aschewolke liegt zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration hat jedoch beträchtlich abgenommen", hieß es in einer Mitteilung von Montagabend.

+++ 8.28 UHR +++ In Frankreich haben die ersten Flughäfen im Norden des Landes allmählich wieder den Betrieb aufgenommen. Auch an den beiden Pariser Flughäfen starteten und landeten Maschinen. Verkehrsminister Jean-Louis Borloo rechnete mit etwa 20 Prozent des üblichen Flugverkehrs am Dienstagvormittag. Auch Belgien kündigte eine schrittweise Öffnung des Luftraums an. In Italien und in der Schweiz sollten ab Dienstagmorgen alle Flughäfen wieder in Betrieb gehen.

+++ 8.10 UHR +++ Die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol erwartet eine Normalisierung des Luftverkehrs bis Donnerstag, sollte die Aktivität des Asche speienden isländischen Vulkans weiter abnehmen. Die Situation bleibt aber schwer vorhersehbar: Am Montagabend noch hatte der britische Wetterdienst von einer Verschlechterung der Situation gesprochen.

+++ 7.55 UHR +++ Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gibt bekannt, dass die Experten konnten bei einem Messflug deutliche Braunfärbungen der Luft feststellen konnten. "Es gibt die Wolke wirklich", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

+++ 6.47 UHR +++ British Airways streicht wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans für Dienstag alle Kurzstreckenflüge. Dies teilte die Fluggesellschaft am Morgen mit. Am Montagabend hatte die britische Flugsicherung erklärt, die Eruptionen des Vulkans seien wieder stärker geworden und eine Aschewolke breite sich nach Süden und Osten in Richtung Großbritannien aus. Man habe es mit rasch wechselnden Bedingungen zu tun. Ursprünglich sollten um 8 Uhr in Schottland die Flüge wieder aufgenommen werden, die Beschränkungen für Nordengland und Wales um 14 Uhr aufgehoben werden.

+++ 5.28 UHR +++ Zum ersten Mal seit vier Tagen ist in Japan wieder ein Flugzeug aus Europa angekommen. Die Maschine der Japan Airlines kam aus Moskau und landete am Dienstagmorgen in Tokio, wie ein Sprecher des Flughafens mitteilte. Der Narita International Airport ist das wichtigste internationale Drehkreuz in Japan.

+++ 5.21 UHR +++ Am größten Airport Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf sind nach fünf Tagen Flug-Stopp am Dienstagmorgen wieder erste Flieger gelandet. Trotz der Sperrung des Luftraumes bis mindestens 14 Uhr brachten laut Flughafen-Homepage schon vorher vereinzelte Maschinen gestrandete Passagiere aus den Urlaubsgebieten nach Hause.

mmq/cte/sto/dpa/AFP/apn/ddp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.