Liveticker Vulkan speit weniger Asche

Die Vulkaneruption auf Island hat gravierende Folgen für den Flugverkehr in ganz Europa - der europäische Luftraum bleibt teilweise gesperrt. Lesen Sie im Live-Ticker alles über die aktuelle Entwicklung.
Liveticker: Vulkan speit weniger Asche

Liveticker: Vulkan speit weniger Asche

Foto: DPA / Icelandic Coast Guard

+++ 17.49 Uhr +++ Der Gletschervulkan Eyjafjalla auf Island stößt zunehmend weniger Asche und dafür mehr Lava aus. Ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik sagte: "Das sind gute Nachrichten für Flugreisende in Europa." Es sehr "ziemlich unwahrscheinlich", dass diese Entwicklung jetzt erneut umschlage.

+++ 17.33 Uhr +++ Germanwings will am Dienstagmorgen wieder einen eingeschränkten Flugbetrieb aufnehmen. Zunächst würden gestrandete Urlauber von Inseln oder entfernteren Auslandszielen zurück nach Deutschland geholt, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Behörden hätten die Genehmigung erteilt, einen Teil der Flotte wieder ab deutschen Flughäfen einzusetzen.

+++ 17.30 Uhr +++ Hamburg hebt das Nachtflugverbot vorübergehend auf. Sobald der deutsche Luftraum für den Flugverkehr wieder freigegeben ist, sollen zwei Nächte lang Maschinen starten und landen dürfen, teilte die staatliche Pressestelle am Montag mit. "Wir bitten die betroffenen Anwohner des Flughafens im Interesse der seit Tagen festsitzenden Fluggäste um ihr Verständnis", sagte Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL). In Hamburg gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 6 Uhr.

+++ 17.20 Uhr +++ Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) lehnt Sichtflüge ab. Lufthansa und Air Berlin haben dafür Ausnahmegenehmigungen bekommen. Ein Sprecher der Piloten sagte: "Entweder der Luftraum ist sicher oder er ist es nicht". Offensichtlich wolle die Regierung nicht die Verantwortung für eine Öffnung des aschebelasteten Luftraums übernehmen. Es werde wegen des wirtschaftlichen Drucks nach Wegen gesucht, das Flugverbot zu umgehen.

+++ 17.08 Uhr +++ Für ihren Weg von Brüssel zum Wiener Flughafen haben sich drei Reisende ein Taxi genommen - und dafür 2000 Euro hingeblättert. Die rund 1200 Kilometer lange Fahrt habe rund zwölf Stunden gedauert, sagte der belgische Taxifahrer der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Jetzt müsse er erst einmal ausschlafen. In Wien dürfen seit Montagmorgen wieder Flugzeuge starten und landen.

+++ 16.56 Uhr +++ Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersuchen die Vulkanaschewolke über Deutschland aus der Luft. Das mit zahlreichen Messgeräten ausgerüstete Flugzeug hob am Montagnachmittag vom Flugplatz Oberpfaffenhofen ab.

An Bord ist auch eine Laserkanone, mit der die Wissenschaftler die Konzentration der Ascheteilchen messen wollen. Außerdem sollen an den Tragflächen befestigte Sensoren Luftpartikel ansaugen, die im Inneren der Maschine analysiert werden können. An Bord sind neben den beiden Piloten zwei Mechaniker und drei Wissenschaftler. Bei der Untersuchung der Asche aus Island wird sich die Falcon langsam an die Wolke herantasten. "Wir werden nicht direkt hineinfliegen - das wäre ein Hasardeurspiel", sagte Ulrich Schumann, Leiter des DLR-Instituts für Physik und Atmosphäre.

+++ 16.25 Uhr +++ Auch die zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin nimmt den Flugbetrieb eingeschränkt wieder auf. Die erste Maschine ist in München gelandet. Die Deutsche Flugsicherung und das Luftfahrtbundesamt hätten Passagierflüge im kontrollierten Sichtflugverfahren wieder erlaubt, teilte Air Berlin mit.

+++ 16.05 Uhr +++ Forscher aus Deutschland und der Schweiz halten die Flugverbote wegen der Aschewolke für gerechtfertigt. Untersuchungen der Eigenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich ergaben, dass die Luft tatsächlich gefährliche Teilchen enthält. Der Frankfurter Atmosphärenforscher Joachim Curtius hält den Vulkanstaub für tückisch, weil er sich zwar mit zunehmender Ausbreitung verdünne, an einigen Orten aber trotzdem dicht genug sein könne, um Flugzeugtriebwerke zu beschädigen. Ähnlich äußerte sich am Montag ein Wissenschaftler aus Jülich.

In der Schweiz führten die Forscher der ETH mit Hilfe von Lasern, Wetterballons und Messflugzeugen Messungen durch, wie die Universität berichtete. "Wir konnten in einer Höhe zwischen vier und fünf Kilometern eine besonders hohen Anteil an Vulkanaerosolen feststellen", sagte der Professor für Atmosphärenchemie, Thomas Peter. Um die genaue Konzentration und Größe dieser Partikel festzustellen, werden die Daten nun weiter ausgewertet.

Lufthansa und Air Berlin fliegen mit Ausnahmegenehmigung

+++ 15.55 Uhr +++ Nach tagelangem Stillstand durch die Vulkanasche-Wolke starten wieder Lufthansa-Maschinen von Frankfurt und München. Ab 18 Uhr am Montag würden erste Interkontinentalmaschinen mit Passagieren abheben, unter anderem in die USA, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Vereinzelt seien auch Kurzstrecken geplant. Die Maschinen würden jeweils nach Sichtflugregeln gesteuert.

+++ 15.45 Uhr +++ Die Lufthansa habe eine behördliche Genehmigung für 50 Langstreckenflüge erhalten, sagte eine Sprecherin am Montag. Diese Flüge würden im kontrollierten Sichtflug unter der Aschewolke im nicht gesperrten Luftraum durchgeführt.

+++ 15.35 Uhr +++ Lufthansa holt 15.000 Passagiere nach Deutschland zurück. 50 Langstrecken-Jets starten in den nächsten Stunden in Nord- und Südamerika, Afrika und Asien, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels der Nachrichtenagentur dpa. Die Flugzeuge sollen dann am Dienstagmorgen in Frankfurt, München und Düsseldorf landen.

+++ 15.30 Uhr +++ Das Flugchaos ist seit Tagen auch das Top-Thema in US-Medien. Tausende Reisende mit Ziel Europa sitzen an Flughäfen in den USA fest. Hotels in Flughafennähe erhöhen die Preise und belasten damit das Reisebudget der gestrandeten Touristen. Eine vom US-Außenministerium einberufene Klimakonferenz musste am Montag ohne Beteiligung wichtiger Gäste aus Europa auskommen, auch Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte ab.

+++ 15.04 Uhr +++ Die Deutsche Bahn profitiert vom Flugverbot: In den vergangenen Tagen seien bis zu 30 Prozent mehr Reisende in ICE und Intercity unterwegs gewesen, teilte der bundeseigene Konzern mit. Normalerweise sind es im Schnitt täglich rund 340.000 Fernzugpassagiere.

+++ 14.46 Uhr +++ Die Fluggesellschaften wettern gegen das Flugverbot, jetzt räumte ein Experte der EU-Kommission ein, dass diese auf der Grundlage ungesicherter mathematischer Modelle beruhen. "Die wissenschaftlichen Vermutungen sind in gewissen Bereichen wie eine Black Box", sagte Matthias Rüther, EU-Generaldirektor für Mobilität und Verkehr. "Wir wissen nicht, wie dicht eine Wolke sein muss, um Flugzeugmotoren zu beeinträchtigen."

+++ 14.08 Uhr +++ Air Berlin fliegt Passagiere aus Palma de Mallorca nach München zurück. Wie die zweitgrößte Fluggesellschaft am Montag mitteilte, sei die Maschine mit rund 170 Passagieren von der Baleareninsel gestartet und werde gegen 15.45 Uhr in München erwartet. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung handelt es sich dabei um einen kontrollierten Sichtflug, für den eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden war. Auch Condor fliegt derzeit gestrandete Urlauber aus Mallorca, Kenia und der Karibik zurück, allerdings nach Österreich.

Vulkanasche beschädigt Nato-Kampfjet

+++ 13.59 Uhr +++ Wegen der weitgehenden Sperrung des europäischen Luftraums und der damit verbundenen Flugausfälle fordern europäische Fluglinien jetzt eine finanzielle Entschädigung von der EU und den einzelnen Regierung. Für die Forderung gebe es einen Präzedenzfall, sagte der Chef von British Airways, Willie Walsh, am Montag. Nach der Sperrung des US-Luftraums infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 seien die Fluggesellschaften ebenfalls entschädigt worden.

+++ 13.38 Uhr +++ Gestrandete ausländische Fluggäste erhalten Ausnahmevisa, damit sie die deutschen Flughäfen verlassen können. Bis Montagmorgen seien in fast 1600 Fällen solche Visa ausgestellt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag in Berlin. Eigentlich dürfen Fluggäste, die in Deutschland nur umsteigen, den Transitbereich nicht verlassen, wenn sie kein Schengen-Visum besitzen. Allein in der Transitzone des Frankfurter Flughafens harrten am Wochenende Hunderte Passagiere aus.

+++ 13.22 Uhr +++ Spanien eilt den nordeuropäischen Ländern zu Hilfe: Die spanischen Flughäfen könnten von anderen Ländern mit Flugverbot als Zwischenstopp genutzt werden, um Gestrandete aus Übersee und Asien zurück in die Heimat zu bringen, sagte Verkehrsminister Jose Blanco.

+++ 13.10 Uhr +++ Vulkanasche hat einen Nato-Kampfjet vom Typ F-16 bei einem Testflug über Europa beschädigt. Die Maschine landete am Wochenende mit Glas im Triebwerk, sagte ein hoher US-Beamter am Montag in Brüssel. Das Glas sei aus Vulkanasche entstanden, die in das heiße Triebwerk geriet. Die europäischen Fluggesellschaften haben die Europäische Union um Hilfe ersucht.

+++ 13.01 Uhr +++ Als Folge des Vulkanausbruchs entgehen den deutschen Flughäfen täglich Einnahmen von rund zehn Millionen Euro. Für die Flughäfen sei das Flugverbot eine enorme wirtschaftliche Belastung, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel.

+++ 12.31 Uhr +++ Von den Sperrungen im Luftverkehr sind nach Schätzung der Reiseveranstalter etwa 100.000 deutsche Pauschaltouristen im Ausland betroffen. Diese Zahl sei dem Außenministerium am Wochenende genannt worden, sagte ein Sprecher in Berlin. Sie sei allerdings "mit Vorsicht zu genießen".

+++ 12.25 Uhr +++ Ungarn hat seinen Luftraum wieder geöffnet. Seit 10 Uhr am Montagmorgen können wieder Flüge von und zum internationalen Flughafen in Budapest stattfinden, heißt es auf der Internetseite der ungarischen Flugsicherung.

+++ 12.12 Uhr +++ Der isländische Gletschervulkan stößt zunehmend mehr Lava statt Asche aus. "Das sind gute Nachrichten für Flugreisende in Europa", sagte ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik. Auch die viel geringere Höhe der Rauchsäule mit Vulkanasche zeige eine Veränderung des Ausbruchs an. Sie hat an diesem Montag nur noch eine Höhe von maximal vier Kilometern erreicht. "Dadurch kann nun sehr viel weniger Asche auf den europäischen Kontinent gelangen."

DIHK beziffert Schaden auf eine Milliarde Euro pro Tag

+++ 12.03 Uhr +++ Großbritannien hat drei Marineschiffe auf den Weg geschickt, um gestrandete Briten nach Hause zu bringen. Die Schiffe sollten im Ärmelkanal und wahrscheinlich in Spanien zum Einsatz kommen, sagte Premierminister Gordon Brown am Montag nach einer Sitzung des Notfall-Komitees in London.

+++ 11.47 Uhr +++ Der durch die Aschewolke bedingte Flugausfall belastet die deutsche Volkswirtschaft nach Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) mit einer Milliarde Euro Umsatzausfall pro Tag. Wegen des Flugausfalls würden Fluggesellschaften, Flughafenbetreiber, Tourismusunternehmen und zum Teil die Industrie keine Geschäfte im gewohnten Umfang machen können, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier.

+++ 11.40 Uhr +++ Die Sperrung der deutschen Flughäfen ist wegen der Vulkanasche aus Island erneut verlängert worden. Bis Dienstag 2.00 Uhr sind keine Starts und Landungen erlaubt, wie die Deutsche Flugsicherung am Montag in Langen mitteilte. Grund für diese Entscheidung seien die Wetterprognosen.

+++ 11.07 Uhr +++ Der Luftraum über Deutschland bleibt aller Voraussicht nach weiter bis 2 Uhr am Dienstagmorgen gesperrt. Diese vorläufige Entscheidung beruhe auf den momentanen Erkenntnissen über die Aschewolke, sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab. Allerdings könne sie sich noch ändern, falls das Testflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, das am Nachmittag aufsteigen sollte, neue Erkenntnisse bringen sollte.

+++ 10.51 Uhr +++ Die Türkei hat Teile des Luftraums im Norden des Landes gesperrt. Über der Region um Istanbul und der westlichen Küste des Schwarzen Meeres sei ein Flugverbot für Höhen zwischen 6096 Metern und 10.668 Metern erlassen worden, teilte die türkische Flughafenverwaltung DHMI mit. In der Türkei seien aber keine Flughäfen gesperrt.

+++ 10.41 Uhr +++ Die Internationale Luftfahrtvereinigung IATA hat den geschätzten Schaden für die Fluggesellschaften heraufgesetzt. Die Airlines verlören jeden Tag mindestens 250 Millionen Dollar (186 Millionen Euro), schätzte die IATA am Montag. Hinzu kämen Ausgaben etwa für die Entschädigung von Passagieren und für den Treibstoff zur Verlegung leerer Flugzeuge. Am Freitag war die Vereinigung noch von einem Schaden von etwa 150 Millionen Euro ausgegangen.

+++ 10.37 Uhr +++ Der tschechische Luftraum ist wieder für Überflüge freigegeben worden. Ab einer Höhe von 7450 Metern seien Flüge seit Montagmorgen gestattet, teilte die nationale Flugaufsicht in Prag mit. Die tschechischen Flughäfen sollen am Mittag wieder geöffnet werden.

+++ 10.01 Uhr +++ In Norditalien ist der Luftraum am Montag nach zwei Stunden wieder geschlossen worden. Zunächst hatte das italienische Amt für Flugsicherheit (ENAC) entschieden, von 7.00 Uhr an Starts und Landungen erneut zuzulassen. "Die jüngsten Wettervorhersagen zwingen uns nun aber, den Luftraum wieder zu schließen", sagte ENAC-Präsident Vito Riggio. Dies soll zunächst bis Montagabend 20 Uhr gelten. Zu betroffenen Flughäfen gehören Mailand, Turin und Genua.

+++ 09.42 Uhr +++ Der britische Luftraum bleibt bis mindestens Dienstagmorgen 2 Uhr geschlossen, wie die britische Flugsicherungsbehörde mitteilte.

+++ 09.41 Uhr +++ Die Zahl der Flugverbote wegen der Aschewolke über Europa ist in der Nacht zum Montag deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel war der Luftraum am Montagmorgen vor allem im Süden nahe des Mittelmeers und in großen Teilen Skandinaviens wieder freigegeben.

+++ 08.51 Uhr +++ Die deutschen Flughäfen bleiben am Montag mindestens bis 20.00 Uhr geschlossen. Das hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) angesichts der Vulkanasche aus Island am Morgen entschieden, wie eine Sprecherin in Langen bei Frankfurt mitteilte.

cte/yes/AFP/apn/Reuters/ddp/dpa