Loch im Rumpf Experten untersuchen Pannenflieger auf Korrosionsschäden

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel: Woher stammt das Loch im Rumpf des Qantas-Jumbos? Experten checken die Unglücksmaschine nun auf Korrosionsschäden - und der Chef der Airline müht sich um Schadensbegrenzung.


Manila - Das Loch im Rumpf der Boeing 747-400 ist gewaltig, der Schreck bei den Passagieren in 12.000 Metern Höhe ebenfalls - doch wie kam es dazu? Ermittler suchen mit Hochdruck nach der Ursache für den Schaden. Könnte Korrosion der Grund für die Panne über den Wolken sein?

Die Untersuchung ist noch längst nicht abgeschlossen, doch Qantas-Chef Geoff Dixon ist sich laut BBC schon jetzt sicher: Es gab keine Korrosion. Dabei beruft er sich auf frühere Inspektionen. Daher könne über die Ursache nur spekuliert werden. Er sei entsetzt gewesen, als er Bilder von dem Loch gesehen habe.

Ungeachtet dessen haben australische Ermittler nach der Notlandung des Jumbojets auf den Philippinen an diesem Samstag mit der Untersuchung der Maschine begonnen. Vier Spezialisten der Behörde für Transportsicherheit inspizierten die Boeing, teilten die philippinischen Behörden mit. Ein Mitarbeiter der US-Verkehrssicherheitsbehörde schloss am Freitag einen Terroranschlag aus. Ein anderer Luftfahrtexperte sagte dem britischen Sender BBC, es gebe keine erkennbaren Hinweise auf eine Explosion.

Es sei dennoch möglich, dass im Gepäckraum etwas explodiert oder das Loch durch eine lose Platte im Flugzeugrumpf gerissen worden sei, verlautete aus dem Umfeld der Untersuchung in Manila. Sollte eine Explosion für den Schaden verantwortlich sein, sei diese möglicherweise auf einen unter Druck stehenden Behälter in einem Gepäckstück verursacht worden. Es sei unwahrscheinlich, dass eine Bombe an Bord gewesen sei. Australischen Medienberichten zufolge könnte auch Rost den Schaden verursacht haben.

"Ich dachte, wir stürzen ins Meer"

Die mehr als 340 Passagiere trafen am Samstag mit einer Ersatzmaschine in Australien ein. Nach der Landung in Melbourne wurden sie von Verwandten und Freunden begeistert in Empfang genommen. Viele standen immer noch unter dem Eindruck des Erlebnisses. Er habe gedacht, er müsse sterben, sagte Passagier Steve Winchester vor Journalisten. "Alle dachten irgendwie, 'OK, das war es jetzt'." Sein Mitreisender David Saunders erzählte, er habe seine Freundin umarmt und seinen Pass in seine Hosentasche gesteckt, damit man ihn später besser identifizieren könne. "Ich dachte, wir stürzen ins Meer."

Die Boeing 747-400 befand sich am Freitag auf dem Weg von London nach Melbourne. Der Vorfall ereignete sich nach einem Zwischenstopp in Hongkong. Durch das Loch fiel der Druck in dem Flugzeug schnell ab. Der Pilot konnte die Maschine in Manila notlanden. Die Passagiere lobten später die Besonnenheit der Besatzung.

Die australische Fluggesellschaft Qantas wirbt mit ihren hohen Sicherheitsstandards und hat noch nie eine Passagiermaschine bei einem Absturz verloren. Allerdings kritisierten Ingenieure der Fluggesellschaft, die Sicherheit werde durch zu niedrige Gehälter und zu viele Überstunden aufs Spiel gesetzt.

ffr/AP/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.