Luftfahrt in der Krise Kerosin zu teuer - US-Airline streicht Flüge

American Airlines kapituliert vor den gestiegenen Treibstoffkosten. Ab Herbst will die größte Fluggesellschaft der USA 75 Maschinen aus dem Verkehr ziehen und viele ihrer Inlandsflüge streichen. Künftig sollen Passagiere für aufgegebenes Gepäck zahlen.


Washington - Wegen der hohen Treibstoffkosten will die größte Fluggesellschaft der USA viele ihrer Flugzeuge am Boden lassen: American Airlines kündigte am Mittwoch an, im vierten Quartal zwölf Prozent ihrer Inlandsflüge in den USA zu streichen und mindestens 75 Flugzeuge komplett aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Kürzungen würden wahrscheinlich dazu führen, dass Stellen gestrichen und Firmeneinrichtungen geschlossen würden, teilte die Muttergesellschaft AMR Corp mit. Details dazu legte sie noch nicht vor. Als Grund für die Einschnitte nannte sie den Rekordpreis für Treibstoff und die Schwäche der US-Wirtschaft.

Die Ankündigung der Airline fiel zusammen mit einem neuen Preisrekord beim Öl, das am Mittwoch in New York erstmals mit mehr als 132 Dollar pro Barrel gehandelt wurde.

Die USA-Luftfahrtindustrie in ihrer heutigen Form sei nicht auf solche Preise vorbereitet, erklärte American-Airlines-Chef Gerard Arpey: "Erst recht war sie nicht darauf vorbereitet, dass zu den Rekordausgaben für Treibstoff noch eine Schwäche der US-Wirtschaft hinzukommt." Im ersten Quartal 2008 gab die Linie nach eigenen Angaben 665 Millionen Dollar mehr für Treibstoff aus als im Vorquartal.

Um die gestiegenen Kosten weiter aufzufangen, will American Airlines eine Reihe neuer Gebühren einführen. Das Aufgeben des ersten Gepäckstücks soll den Angaben zufolge künftig 15 Dollar kosten. Passagiere der Business-Klasse und auf internationalen Strecken sollen davon ausgenommen sein, sofern sie voll bezahlte Tickets haben. Preissteigerungen soll es etwa für den Transport von Haustieren oder von Sperrgepäck geben.

abl/AFP



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