Südafrikanische Airline Pilot fliegt zwei Jahrzehnte mit gefälschter Lizenz

Ein Südafrikaner steuerte viele Jahre große Airbus-Maschinen - und hatte die nötige Lizenz gefälscht. In Frankfurt flog der Mann auf. Nun verklagt ihn sein früherer Arbeitgeber auf hohen Schadensersatz.

Cockpit eines Airbus A380
DPA

Cockpit eines Airbus A380


Der Vorfall ereignete sich bereits im vergangenen Jahr. Am 6. November 2018 geriet ein Airbus A340-600 der südafrikanischen Airline SAA über den Schweizer Alpen in Turbulenzen. Am Zielort Frankfurt standen daher gründlichere Checks auf dem Programm. Dabei stellte sich heraus: Der Co-Pilot, der zum Zeitpunkt der Turbulenzen am Steuer saß, war mit einer gefälschten Lizenz unterwegs.

So stellt die Airline selbst den Sachverhalt in einer Pressemitteilung dar. Der Pilot habe die Fluggesellschaft in der Zwischenzeit verlassen, man habe eine Strafanzeige gegen ihn gestellt. Und nicht nur das: SAA verklagt demnach den Ex-Mitarbeiter auf Schadensersatz in Höhe von mehreren Millionen Rand. (Eine Million Rand sind umgerechnet etwas mehr als 60.000 Euro). Zuvor hatten das Branchen-Portal "Aero-Telegraph" und der Hessische Rundfunk über den Fall berichtet.

Der Pilot ist allerdings nicht vollkommen ohne Fluglizenz unterwegs gewesen. Er habe eine gültige Berufspilotenlizenz besessen, aber nicht die Lizenz für Verkehrspiloten (ATPL), teilt die SAA mit. Die BBC berichtet unter Berufung auf ein südafrikanisches Portal, der Mann sei seit 1994 Co-Pilot bei der SAA gewesen, habe aber zuvor schon für die Fluggesellschaft gearbeitet - als Bordingenieur.

Die gefälschte ATPL-Lizenz könnte auch erklären, weshalb der Mann die eigentlich anstehende Beförderung zum Flugkapitän abgelehnt hatte, berichtet die BBC. In dem Zusammenhang hätte er die Fake-Lizenz erneut einreichen müssen.

Die südafrikanische Luftaufsichtsbehörde SACAA, die die Lizenzen ausgibt, teilte der BBC zufolge mit, dass der Mann offenbar Unterlagen in Verbindung mit seiner rechtmäßigen Berufspilotenlizenz so gefälscht habe, dass er in Besitz einer ATPL erschien. Ein Sicherheitsrisiko habe aber nicht bestanden, so die Behörde - schließlich habe der Mann ja eine Fluglizenz besessen und zudem regelmäßig Sicherheitstrainings absolviert.

fdi

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