Nach Airbus-Absturz Lufthansa streicht Flüge zur Sinai-Halbinsel

Die Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns fliegen bis auf Weiteres die Sinai-Halbinsel nicht mehr an. Die Airline reagiert damit auf den Absturz des russischen Airbus am Wochenende, dessen Ursache noch ungeklärt ist.

Besucher erwünscht: Die Stadt Scharm al-Scheich lebt vom Tourismus
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Auf dem Flugplan standen zwei Flüge der Gesellschaften Edelweiss und Eurowings nach Scharm al-Scheich - nun hat die Lufthansa die Verbindungen bis auf Weiteres gestrichen. Sie folgt damit dem Vorbild britischer und niederländischer Airlines, die schon vorher ihre Flüge für den Donnerstag abgesagt hatten.

Die ägyptische Hauptstadt Kairo werde weiterhin angeflogen und sei von diesen Maßnahmen nicht betroffen, betonte die Lufthansa. Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und verschiedenen Reiseveranstaltern stimme sich der Konzern außerdem darüber ab, Rückflüge für deutsche Fluggäste zu organisieren, die sich bereits auf dem Sinai aufhalten. Laut einem Lufthansa-Sprecher werde bereits am Wochenende ein Sonderflug angeboten, um Fluggäste nach Hause zu bringen, die bei der Lufthansa-Gruppe gebucht hatten. Der Edelweiss-Flug sollte am Freitag ab Zürich starten, die Eurowings-Verbindung am Samstag ab Köln/Bonn.

Bereits seit dem vergangenen Samstag umfliegen die Fluggesellschaften des Konzerns den Sinai, wo ein russisches Passagierflugzeug mit 224 Menschen an Bord abgestürzt war. Großbritannien vermutet, dass der Islamische Staat (IS) hinter dem Unglück steckt.

Die deutschen Veranstalter bieten allerdings vorerst weiter Reisen nach Scharm al-Scheich an. "Wichtig für sie ist die Einschätzung des Auswärtigen Amtes", sagte Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). Das deutsche Außenamt hat seinen Sicherheitshinweis für die südliche Sinai-Halbinsel nicht verschärft.

Während die Regierung in London von allen nicht notwendigen Flugreisen nach Scharm al-Scheich abrät, hat das Auswärtige Amt bislang lediglich einen Hinweis auf das Flugzeugunglück ergänzt und rät: "Betroffenen wird empfohlen, Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen."

Derzeit befinden sich dem DRV zufolge rund 2000 deutsche Gäste in Scharm al-Scheich und im Badeort Dahab, etwa 90 Kilometer entfernt. Die meisten deutschen Urlauber bevorzugen die Badeorte Hurghada und Marsa Alam, die nicht auf dem Sinai liegen. Scharm al-Scheich dagegen ist vor allem vor Briten und Russen beliebt. Für den nördlichen Sinai gilt seit längerer Zeit eine Reisewarnung.

sto/dpa/Reuters



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