Flugbegleiter-Streik Lufthansa streicht 136 Flüge

Am dritten Streiktag trifft es die Passagiere weniger hart als zuvor: Insgesamt fallen 136 Flüge aus - die meisten davon sind Langstreckenverbindungen. In den Verhandlungen geht es nicht voran.

Passagiere in Frankfurt: Mehr als hundert Langstreckenflüge fallen aus
AP/dpa

Passagiere in Frankfurt: Mehr als hundert Langstreckenflüge fallen aus


Im Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat das nachgebesserte Angebot des Unternehmens keine Bewegung gebracht. Die Stewards und Stewardessen setzten in Frankfurt, München und Düsseldorf wie geplant ihren Arbeitskampf fort und ließen 126 Interkontinentalflüge ausfallen. Auch zehn Europaverbindungen wurden gestrichen, wie Lufthansa in Frankfurt berichtete. Rund 27.300 Passagiere müssen nach Unternehmensangaben umplanen. Im Vergleich zum Vortag, als fast tausend Flieger ausfielen, ist das ein deutlich reduziertes Streikprogramm.

Das von Lufthansa vorgeschlagene Spitzengespräch zwischen Unternehmenschef Carsten Spohr und Nicoley Baublies, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft UFO, kommt nach Angaben beider Seiten nicht zustande. Es war an die Bedingung geknüpft, den Streik sofort zu beenden. Das ist nach Worten von Baublies keine Option für die UFO. Die Lufthansa müsse auch für Neueingestellte eine bereits einmal zugesagte Altersversorgung anbieten, der eine realististische Zinsentwicklung zugrunde liege.

Lufthansa hatte den rund 19.000 Flugbegleitern der Kerngesellschaft Lufthansa am Montagabend eine höhere Einmalzahlung für dieses Jahr und einen früheren Einstieg in den Vorruhestand angeboten. Das Vorstandsmitglied Karl Ulrich Garnadt wies darauf hin, dass bei steigenden Kosten Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden müssten. Dies wird von der UFO als Drohung mit Jobabbau aufgefasst. Die Gewerkschaft hat angekündigt, den Streik noch bis einschließlich Freitag dieser Woche fortzusetzen.

Ist Ihr Flug betroffen? Das können Sie auf der Lufthansa-Website per Onlineformular abfragen. Kunden, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, können unter "Meine Buchungen" kostenfrei umbuchen oder ganz stornieren. Dort sollten auch Alternativvorschläge für ihre geplante Route zu finden sein. Außerdem werden Kunden, die ihre Mobilfunknummer im Kundenprofil oder unter "Meine Buchungen" auf Lufthansa.com hinterlegt haben, per SMS über etwaige Streichungen informiert.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

sto/dpa



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INGXXL 10.11.2015
1. Drohung
Joba blau? UFO sorgt doch mit dem Streik dafür das Jobs abgebaut werden. Durch die wenigen Streiks werden die Passagiere ja gerade zu genötigt bei andern Airlines zu buchen. Die meisten sind auch noch billiger. Bin schon lange nicht mehr LH geflogen !meisten Ryanair manchmal Germanwing oder nach Asien mit den Emerates.
OskarVernon 10.11.2015
2.
Zitat von INGXXLJoba blau? UFO sorgt doch mit dem Streik dafür das Jobs abgebaut werden. Durch die wenigen Streiks werden die Passagiere ja gerade zu genötigt bei andern Airlines zu buchen. Die meisten sind auch noch billiger. Bin schon lange nicht mehr LH geflogen !meisten Ryanair manchmal Germanwing oder nach Asien mit den Emerates.
Genötigt nicht - aber ungemein motiviert: Dass die Streiks bisher ein paar Tage vorher angekündigt worden sind, hat ohnehin nur Reisenden geholfen, die da noch nicht gebucht hatten - und ist natürlich keine Garantie, dass das auch zukünftig geschehen wird. Wer LH bucht, geht also IMMER ein erhöhtes Risiko ein, zu stranden!
RainerSchwarz-Ambold 10.11.2015
3. Wie kommen die Damen und Herren darauf ...
das die Lufthansa ihnen bis in die Neuzeit einen Altersruheausgleich anspart. Die heutige Praxis hierzu ist eine monatliche Pauschale aus 1/3(AG-Anteil) und 2/3 (AN-Anteil) den der Arbeitgeber privatwirtschaftlich, möglichst ausserhalb des eigenen Unternehmens, anlegt und somit die Verantwortung für solcherlei Rücklagen auf den Schultern aller Beteiligten liegen. Wo soll das hinführen, wenn sich die LH nun für die weitere Zukunft zu Rücklagen verpflichten läßt, die weder kalkulierbar noch ohne hohe Risiken für das Unternehmen, leistbar sind. Leider zeigen sich heute die Arroganz und Überheblichkeit der älteren Mitarbeiter die ehemals als en vogue galten, für junge Mitarbeiter weder als zeitgemäß noch finanzierbar. Cockpit, Kabine und Passage werdet endlich wach und leistet zeitgemäße Arbeit zu zeigemäßen Tarifen. Anderenfalls sägt ihr unnötig am eigenen Aste !!!!
RainerSchwarz-Ambold 10.11.2015
4. Wie kommen die Damen und Herren darauf ...
das die Lufthansa ihnen bis in die Neuzeit einen Altersruheausgleich anspart. Die heutige Praxis hierzu ist eine monatliche Pauschale aus 1/3(AG-Anteil) und 2/3 (AN-Anteil) den der Arbeitgeber privatwirtschaftlich, möglichst ausserhalb des eigenen Unternehmens, anlegt und somit die Verantwortung für solcherlei Rücklagen auf den Schultern aller Beteiligten liegen. Wo soll das hinführen, wenn sich die LH nun für die weitere Zukunft zu Rücklagen verpflichten läßt, die weder kalkulierbar noch ohne hohe Risiken für das Unternehmen, leistbar sind. Leider zeigen sich heute die Arroganz und Überheblichkeit der älteren Mitarbeiter die ehemals als en vogue galten, für junge Mitarbeiter weder als zeitgemäß noch finanzierbar. Cockpit, Kabine und Passage werdet endlich wach und leistet zeitgemäße Arbeit zu zeigemäßen Tarifen. Anderenfalls sägt ihr unnötig am eigenen Aste !
OskarVernon 10.11.2015
5.
Zitat von RainerSchwarz-Ambolddas die Lufthansa ihnen bis in die Neuzeit einen Altersruheausgleich anspart. Die heutige Praxis hierzu ist eine monatliche Pauschale aus 1/3(AG-Anteil) und 2/3 (AN-Anteil) den der Arbeitgeber privatwirtschaftlich, möglichst ausserhalb des eigenen Unternehmens, anlegt und somit die Verantwortung für solcherlei Rücklagen auf den Schultern aller Beteiligten liegen. Wo soll das hinführen, wenn sich die LH nun für die weitere Zukunft zu Rücklagen verpflichten läßt, die weder kalkulierbar noch ohne hohe Risiken für das Unternehmen, leistbar sind. Leider zeigen sich heute die Arroganz und Überheblichkeit der älteren Mitarbeiter die ehemals als en vogue galten, für junge Mitarbeiter weder als zeitgemäß noch finanzierbar. Cockpit, Kabine und Passage werdet endlich wach und leistet zeitgemäße Arbeit zu zeigemäßen Tarifen. Anderenfalls sägt ihr unnötig am eigenen Aste !
Tun die jetzt schon - alle miteinander und nicht erst seit gestern: Jeder einzelne Euro, den LH infolge solcher Streiks aufwenden muss, fehlt nachher in jenem Topf, aus dem die bezahlt werden - und ebenso jeder Euro, der aus gleichem Grund in die Kassen der Konkurrenz statt in die der Lufthansa fließt. Und auch das Verhältnis abgesprungener Kunden zu ersatzlos gestrichenen Stellen sollte sich ermitteln lassen...
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