Pilotenstreik Lufthansa storniert erste Flüge ab 13.30 Uhr

Schon vor Beginn des Pilotenstreiks bei der Lufthansa am späten Nachmittag fallen Flüge aus. Bereits ab 13.30 Uhr werden Verbindungen aus dem europäischen Ausland gestrichen. Was bedeutet der Ausstand für die Passagiere?

Noch fliegen sie: Auf dem Frankfurter Flughafen werden Lufthansa-Maschinen ab 17 Uhr am Boden bleiben
REUTERS

Noch fliegen sie: Auf dem Frankfurter Flughafen werden Lufthansa-Maschinen ab 17 Uhr am Boden bleiben


Frankfurt am Main - Der zweite Streik der Lufthansa-Piloten binnen sieben Tagen betrifft rund 25.000 Passagiere. Bereits ab Freitagnachmittag um 13.30 Uhr müsse die Lufthansa erste Flüge ab Frankfurt am Main streichen, insgesamt seien es voraussichtlich mehr als 200, teilte die Lufthansa mit. Die Gewerkschaft Cockpit hat die Piloten der Airline zu einem sechsstündigen Ausstand von 17 bis 23 Uhr aufgerufen.

Bestreikt werden sollen Kurz- und Mittelstreckenflüge ab Frankfurt. Durch die Auswirkungen würden aber auch Europa-Verbindungen und innerdeutsche Verbindungen nach Frankfurt ausfallen, teilte die Lufthansa mit. Nach Aussage von Cockpit seien Flüge mit den Flugzeugtypen Airbus A320-Family, Boeing B737 und Embraer betroffen.

Vorstandsmitglied Kay Kratky kritisierte die Wahl des Zeitpunkts als "nicht hinnehmbar", da das letzte Wochenende der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Hauptreisezeit für Familien sei. In besonderer Weise betroffen seien an einem Freitagnachmittag auch Berufspendler und Geschäftsreisende. Langstreckenverbindungen und das Drehkreuz in München seien aber wohl nicht betroffen.

Grund für den Arbeitskampf mit der Pilotengewerkschaft Cockpit ist eine Auseinandersetzung über Regelungen zur Übergangsversorgung. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen. Cockpit lehnt dies ab.

Schon am Freitag vergangener Woche waren bei der Lufthansa-Tochter Germanwings die Piloten in einen sechsstündigen Ausstand getreten. Mehr als hundert Flüge fielen aus, rund 15.000 Passagiere waren betroffen. Wegen des Streits um die Übergangsversorgung waren die Piloten schon Anfang April drei Tage in den Ausstand getreten. Rund 3800 Flüge fielen aus. Der mehrtägige Ausstand kostete den Konzern nach eigenen Angaben über 60 Millionen Euro.

Die wichtigsten Informationen finden Lufthansa-Kunden hier:

Wo erhalte ich Auskunft zu meinem Flug?

Die gestrichenen Flüge listet die Lufthansa hier auf - gesucht werden kann über Flugnummer, Zeiten, Abflughafen und Zielflughafen. Den eigenen gebuchten Flug können Kunden hier überprüfen.

Wie soll ich mich verhalten?

Passagiere, deren Maschinen wegen des Streiks nicht abheben, können stattdessen mit der Bahn fahren, erklärte die Lufthansa. Dafür müssen sie ihr Ticket online oder mobil über "Meine Buchungen"oder an einem Check-in-Automaten der Lufthansa in eine Fahrkarte umwandeln. Die Deutsche Bahn will bei Bedarf zusätzliche Züge auf stark gefragten Strecken fahren lassen. Am Flughafen-Bahnhof in Frankfurt sollen zusätzliche Mitarbeiter die Reisenden lotsen.

Sie können den Flug auch umbuchen oder ihn kostenfrei stornieren. Auch Passagiere, die am Freitag ein Ticket für einen Flug von, nach oder über Frankfurt haben, können demnach umbuchen - auch wenn ihr Flug gar nicht vom Streik betroffen ist. Dies ist auf der Seite "Meine Buchungen" möglich.

Wie kann ich bei einem Flugstorno mein Ziel erreichen?

Wer nicht mit der Bahn fahren kann oder will, hat auch die Möglichkeit mit Mitfahrgelegenheiten, Linienbussen oder Mietwagen zu reisen. Angebote gibt es auf den Seiten von mitfahrgelegenheit.de, Fahrgemeinschaften.de, Blablacar.de, Bessermitfahren.de oder Drivemee.de.

Das Angebot an Fernbusstrecken ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen - Verbindungen finden sich auf den Webseiten von Mein Fernbus, Deutsche Bahn, Flixbus und ADAC Postbus.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wer trägt die Kosten, wenn ich strande?

Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss eine Airline oder der Veranstalter seine gestrandeten Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Verpflegung samt Getränke sollten gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

abl/dpa/AFP



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
petrasha 05.09.2014
1. lufthansa-verluste
die verluste, die lufthansa ständig durch streikende piloten einfährt sollte sie den herren anrechnen an die altersbezüge. vielleicht hilft das, dieses streikszenario mal aufzugeben.
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