Pilotenausstand bis Samstag Was Lufthansa-Kunden wissen müssen

Die Piloten der Lufthansa sind seit Mittwoch im Ausstand - und haben ihren Streik auf Samstag ausgedehnt. Dann werden deutschlandweit Langstreckenflüge ausfallen. Die wichtigsten Antworten für Passagiere im Überblick.
Lufthansa-Maschine: 24 Stunden Ausstand am Mittwoch

Lufthansa-Maschine: 24 Stunden Ausstand am Mittwoch

Foto: Arne Dedert/ dpa

Wann und wo wird gestreikt?

Seit Mittwoch streiken die Piloten der Lufthansa deutschlandweit. Am Freitag werden die Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt. 790 von 1400 Flügen wurden gestrichen - rund 94 000 Passagiere sind nach Lufthansa-Angaben vom Streik betroffen. Samstag zielt der Ausstand auf Langstreckenflüge sowie Frachtflüge von Lufthansa Cargo. 74 von geplant 160 Langstreckenflügen werden gestrichen. Davon dürften 20.000 Passagiere betroffen sein, teilte die Fluggesellschaft mit. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings sind nicht betroffen.

Wie erfahre ich, ob mein Flug betroffen ist?

Die Lufthansa hat einen Sonderflugplan auf ihrer Webseite  veröffentlicht mit Informationen darüber, welche Verbindungen trotz Streiks möglich sind. Eine Liste gestrichener Flüge findet sich hier . Fluggäste können hier  überprüfen, ob ihr eigener Flug storniert oder verschoben wurde, außerdem schaltet das Unternehmen die kostenfreie Servicenummer 0800-8506070 frei.

Kunden, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, können unter "Meine Buchungen"  kostenfrei umbuchen oder stornieren. Tickets für innerdeutsche Flüge können in eine Bahnfahrkarte umgewandelt werden.

Wie kann ich bei einem Flugstorno mein Ziel erreichen?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Die Lufthansa bietet die Umwandlung von Flugtickets in Bahntickets an. Die Fahrkarte muss dafür am Check-in-Automaten, am Lufthansa-Schalter oder im Internet  gegen einen Reisegutschein für die Deutsche Bahn (DB) getauscht werden. Damit können die Passagiere direkt in den Zug einsteigen. Bei internationalen Zugverbindungen müssen die Reisegutscheine vor Fahrtantritt noch in einem DB-Reisezentrum oder einer DB-Agentur gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

Wer nicht mit der Bahn fahren kann oder will, hat auch die Möglichkeit, mit Mitfahrgelegenheiten, Linienbussen oder Mietwagen zu reisen. Angebote gibt es auf den Seiten von mitfahrgelegenheit.de , fahrgemeinschaften.de , blablacar.de , bessermitfahren.de  oder drivemee.de . Auch Fernbusse können eine Alternative sein - Verbindungen finden sich auf den Webseiten von Mein Fernbus , Deutsche Bahn , Flixbus  und ADAC Postbus .

Wer trägt die Kosten, wenn ich strande?

Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss eine Airline oder der Veranstalter seine gestrandeten Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Verpflegung samt Getränke sollten gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?

Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Reiserechtler Paul Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

abl/dpa/Reuters