Luftsicherheit 20 Mal klärten Abfangjäger mögliche Bedrohung

Manchmal bekommen Passagierflugzeuge unheimliche Gesellschaft: von Jagdflugzeugen der Luftwaffe. Die Abfangjäger steigen immer dann auf, wenn Terrorverdacht besteht. In diesem Jahr geschah das bereits 20 Mal.


"Phantom F4-F"-Flugzeuge der Bundeswehr: Abfangjäger klären mögliche Bedrohung durch Passagiermaschinen
AP / Luftwaffe

"Phantom F4-F"-Flugzeuge der Bundeswehr: Abfangjäger klären mögliche Bedrohung durch Passagiermaschinen

Berlin - Seitdem im Januar das neue Luftsicherheitsgesetz zur Abwehr terroristischer Angriffe mit Flugzeugen in Kraft getreten ist, flogen die Abfangjäger der Bundesluftwaffe bereits 20 Einsätze. Das berichtete die Berliner Tageszeitung "B.Z." in ihrer Samstagsausgabe. Zuletzt sei dies am vergangenen Mittwoch geschehen, nachdem der Funkkontakt zu einem türkischen Passagierjet abgebrochen sei. Wenn die deutsche Flugsicherung die Herkunft eines Flugzeuges nicht erklären könne und kein Funkkontakt bestehe, würden zwei Nato-Gefechtsstände in Kalkar und Meßsteten die Aufklärung dieser Fälle mittels zwei Abfangjägern befehlen.

Manchmal reiche bloß ein Winken zum Piloten, damit dieser wie am vergangenen Mittwoch die richtige Frequenz einschalte, um den Funkkontakt wieder aufzunehmen, berichtet die Zeitung weiter. Gebe es aber technische Probleme wie bei einem polnischen Piloten am 16. Mai, dann würden die Abfangjäger die Passagiermaschine zum nächsten Flughafen geleiten.

Sobald vom unbekannten Flugzeug eine terroristische Bedrohung für Deutschland ausginge, übernähmen deutsche Stellen das Kommando. Komme das "Lage- und Führungszentrum, Sicherheit im Luftraum" zu dem Schluss, dass es eine ernste Terrorbedrohung aus der Luft gibt, übernähme der Verteidigungsminister die Befehlsgewalt bis hin zum Abschuss des potentiellen Angreifers. Allerdings habe nach Angaben aus Sicherheitskreisen bisher noch keine akute terroristische Bedrohung bestanden, berichtet das Blatt.



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