Luftsicherheit Kanada verbietet Handgepäck auf USA-Flügen

Nur noch das Nötigste darf in einer kleinen Tasche mitgenommen werden: Wer von Kanada in die USA fliegt, darf vorübergehend kein größeres Handgepäck mehr mitnehmen. Noch erlaubt sind Medikamente, Windeln und Gehhilfen.


Ottawa - Nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug dürfen Reisende aus Kanada auf Flügen in die USA vorübergehend kein Handgepäck mitnehmen. Wie das kanadische Verkehrsministerium am Montag bekanntgab, ist jedem Passagier lediglich die Mitnahme einer kleinen Tasche gestattet. "Wenn Sie eine Aktentasche und einen Laptop mitnehmen wollen, müssen Sie sich entscheiden", sagte ein Ministeriumssprecher.

Demnach dürfen die Passagiere weiterhin unter anderem Medikamente, Gehhilfen, Windeln, Kameras und Musikinstrumente mit in den Flieger nehmen. Die Sicherheitsbestimmung solle "mindestens einige Tage" gelten.

Wie die Zeitung "The Globe and Mail" berichtet, sollen damit die derzeit starken Verspätungen durch Handgepäckuntersuchungen an kanadischen Flughäfen verringert werden. Speziell am Pearson International Airport war es nach dem versuchten Bombenanschlag immer wieder zu starken Verzögerungen gekommen. Am Sonntag waren dort 140 Flüge ausgefallen.

Frankreich will schärfere Kontrollen in der EU

Wie die Zeitung "Figaro" am Dienstag berichtete, will der französische Innenminister Brice Hortefeux in der EU eine Erhebung der Fluggastdaten nach US-Vorbild durchsetzen. Demnach sollen Fluggesellschaften verpflichtet werden, bereits bei der Reservierung personenbezogene Daten der Passagiere zu erheben, wie etwa Kreditkartennummer, Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Vom Pariser Innenministerium wurde der Bericht zunächst weder bestätigt noch dementiert.

Dem "Figaro" zufolge will Hortefeux seine Vorschläge bereits in Kürze den Innenministern der anderen EU-Staaten vorschlagen. Demnach sollen die personenbezogenen Daten innerhalb der EU weitergeleitet werden. Derzeit müssen die fraglichen Daten bereits bei Flügen in die USA den dortigen Behörden übermittelt werden.

In Frankreich will der Minister dem "Figaro" zufolge bereits ab dem 1. Januar härter gegen Fluggesellschaften vorgehen, die bestehende Vorschriften zur Übermittlung der Passagierlisten missachten. Sie sollen künftig systematisch von der französischen Grenzpolizei (PAF) angezeigt werden.

In Frankreich müssen Fluglinien bereits seit 2006 bei Flügen in sogenannte "Risiko-Länder" den Sicherheitsbehörden die Passagierlisten übermitteln. Unternehmen, die dies nicht tun, riskieren ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Diese Regelung sei de facto aber nie umgesetzt worden, heißt es in dem Bericht. Als "Risiko-Länder" sind derzeit Afghanistan, Algerien, Iran, Irak, Jemen, Mali, Pakistan und Syrien eingestuft. Nach Informationen des "Figaro" plant Hortefeux nun, weitere Staaten in die Liste aufzunehmen.

sto/AFP

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Sapientia, 27.12.2009
1. Dass die Amis beknackt sind,...
ist ja allgemein bekannt. Die Beknacktesten jedoch empfinden es bereits als Auszeichnung in Uniform die dicke Hose bei der Immigration und dergleichen zu geben. Die werden jetzt wieder eine Hochzeit erleben - insofern liegen Sie auch richtig.
archelys, 27.12.2009
2. es stinkt
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Ich halte auch das für eine inszenierte Geschichte, damit "ahnungslose" Rundfunk-,Fernsehen- und Zeitungsredakteure ihren Hörern und Lesern etwas Neues über die "permanente Terrorgefahr" berichten können.
Andreas58 27.12.2009
3. Flüssigsprengstoff
Nach Abgabe aller Flüssigkeiten, kann man sich dann nach dem einchecken alle Flüssigkeiten der Welt über diverse Läden auf jedem Airport beschaffen. Seit dieser Maßnahme kann ich nur noch über das Gelaber feixen. Es ist alles nur ein Fake, ich glaube "denen" kein Wort, weder Vogelgrippe, Afghanistan oder Umweltmärchen.
maan, 27.12.2009
4. Die spinnen, die Amis ...
Zitat von sysopNach dem gescheiterten Attentat auf Flug 253 stellen sich neue Fragen nach den Sichherheitsrichtlinien im Flugverkehr. Müssen strengere Kontrollen eingeführt werden?
Manchmal scheint es, als hielten die Amis den Rest der Welt für ziemlich bekloppt. Tatsächlich frage ich mich, ob nicht zumindest die amerikanische Administration (nicht jeder Ami!) reichlich autistisch und geistig beschränkt agiert. Wem immer, wann immer, das möglich ist, sollte die USA weiträumig umfliegen. Leider kenne ich nicht den Stellenwert des Tourismus in den USA. Wäre ja zumindest ein deutliches Signal, wenn der spürbar zurückginge! Geschäftliche und wissenschaftliche Kontakte lassen sich sicher auch ohne Treffen in den USA pflegen.
Querkopf_9 27.12.2009
5. Während des Anfluges?
Wird den überhaupt nicht mehr vernünftig recherchiert oder wird einfach alles von der schreibenden Zunft übernommen was ihnen vorgesetzt wird? Ich vermisse das "Hinterfragen"! Wieso in aller Welt hat er die Maschine nicht hoch über den Wolken zur Explosion gebracht? Wieso beim Landeanflug? Macht keinen Sinn! Wenn man mal bedenkt welch Meisterstück die Quaida am 11.9 vollbracht hat und was dannach an Dillentatismus geboten wurde komme ich echt ins Grübeln? Spiegel Redakteure scheinbar nicht!
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