Luftverkehr Flughäfen verzeichnen Rekord-Passagierrückgang

Fast acht Prozent weniger Fluggäste: Die Wirtschaftskrise hat zu einer starken Verringerung der Passagierzahlen an deutschen Flughäfen geführt. Das Statistische Bundesamt verzeichnet den stärksten Rückgang in fast 60 Jahren.


Wiesbaden - Die Zahl der Fluggäste in Deutschland ist in der Wirtschaftskrise so stark eingebrochen wie seit sechs Jahrzehnten nicht. In der ersten Jahreshälfte flogen insgesamt 42,6 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen ab, ein Rückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Noch härter traf die Krise demnach das Luftfracht-Geschäft.

Passagier am Frankfurter Flughafen: Deutlicher Rückgang in der ersten Jahreshälfte
DPA

Passagier am Frankfurter Flughafen: Deutlicher Rückgang in der ersten Jahreshälfte

Insgesamt flogen in der ersten Jahreshälfte 3,6 Millionen weniger Fluggäste von deutschen Flughäfen ab als noch im Vorjahreszeitraum, wie die Statistiker mitteilten. Dies sei der größte Rückgang in absoluten Zahlen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951 gewesen. In den vergangenen beiden Jahrzehnten sei das Geschäft im ersten Halbjahr nur in zwei weiteren Krisenjahren rückläufig gewesen, und zwar 2002 in den Monaten nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 mit einem Minus von 1,7 Millionen Passagieren sowie 1991 mit einem Rückgang um 1,5 Millionen Passagieren.

In der ersten Jahreshälfte 2009 schrumpften die Passagierzahlen bei innerdeutschen Flügen ähnlich stark wie auf Auslandsverbindungen, wie die Statistikbehörde mitteilte. Flüge zu deutschen Zielen traten zwischen Januar und Juni demnach 11,6 Millionen Fluggäste an, ein Minus von 7,6 Prozent. Ins Ausland flogen in dieser Zeit mit 31 Millionen Menschen 7,9 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

Frankreich am stärksten betroffen

Die Fluggesellschaften verzichteten in der ersten Jahreshälfte demnach vor allem auf Verbindungen mit geringen Fluggastzahlen: Während die Zahl der Starts um 8,6 Prozent zurückging, schrumpfte das Sitzplatzangebot nur um 4,8 Prozent.

In Europa traf der Rückgang der deutschen Fluggastzahlen am härtesten Frankreich: Zwischen Januar und Juni flogen 11,5 Prozent weniger Passagiere in das Nachbarland, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Starke Rückgänge gab es demnach auch bei Flügen nach Österreich und Italien. Spanien als beliebtestes Auslandsreiseziel der Deutschen verbuchte den Angaben zufolge 8,6 Prozent weniger Flüge aus Deutschland. Zu den kanarischen Inseln flogen sogar zwölf Prozent weniger Passagiere.

Die Passagierzahl auf Interkontinentalflügen ging im ersten Halbjahr um 7,6 Prozent zurück auf 7,1 Millionen. Besonders stark war das Minus demnach bei Verbindungen in die USA (minus 10,6 Prozent) und Asien (minus 6,3 Prozent).

Im Frachtgeschäft sei für die Fluggesellschaften der Rückgang im ersten Halbjahr noch schmerzhafter ausgefallen als bei der Passagierbeförderung, teilten die Statistiker mit. Insgesamt seien rund 15 Prozent weniger Güter aus- und eingeflogen worden.

sto/AFP



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