Machu Picchu Touristen von Bauern gefangen

Sie wollten Machu Picchu sehen und wurden zu Gefangenen: Rund 600 Touristen saßen zwei Tage lang in einer Ortschaft nahe dem berühmten Inka-Heiligtum fest. Jetzt kamen sie frei. Peruanische Bauern hatten aus Protest gegen den Touristenstrom die Anlage blockiert.


Lima - Mit Baumstämmen und Felsbrocken versperrten die Einheimischen die Bahngleise zu dem Ort Aguas Calientes, in dem sich europäische und amerikanische Touristen seit Dienstag befanden. Gestern wurden die Besucher von der Eisenbahngesellschaft in eine 130 Kilometer entfernte Stadt gebracht. Die Bauern protestierten mit der Aktion gegen die Touristikpläne der Kommune, die eine Genehmigung für einen Bus hinauf zu der Inka-Stadt erteilt hatte.

Machu Picchu: Bauern gegen Touristen
REUTERS

Machu Picchu: Bauern gegen Touristen

Ungemütlich war es für Gäste von Machu Picchu auch in den vergangenen Wochen. Immer wieder kam es zu Demonstrationen und zur Unterbrechung des Bahnverkehrs durch die Bauern. Mehrmals wurden Besuchergruppen nachts überfallen und ausgeraubt.

Die Stadt Machu Picchu wurde im 15. Jahrhundert in über 2300 Metern Höhe von den Inkas errichtet. 1911 entdeckten amerikanische Forscher die Ruinen der Siedlung. Die Kulturperle in den Anden ist eines der beliebtesten Touristenziele. Unesco fordert von den peruanischen Behörden, den täglichen Besucherstrom zu begrenzen. Nach nach ihrer Einschätzung sei die Stadt durch zu viele Besucher gefährdet.



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