Makabere Attraktion Französischer Freizeitpark entfernt elektrischen Stuhl

Schluss mit nachgestellten Exekutionen: Nach Protesten nimmt ein Vergnügungspark im französischen Fréjus einen elektrischen Stuhl aus seinem Unterhaltungsprogramm. Dessen Besitzer hält die Aufregung für völlig übertrieben - und will die Attraktion zukünftig woanders zeigen.


Paris - Der Freizeitpark von Fréjus am französischen Mittelmeer hat nach Protesten seine makaberste Attraktion geschlossen: Bis zum Freitag konnten die Besucher gestellten Hinrichtungen auf einem "elektrischen Stuhl" beiwohnen. Eine höchst authentisch wirkende männliche Puppe mit Kapuze über dem Kopf wurde mehrmals täglich auf dem Gerät "exekutiert", oft vor den entsetzen Augen zahlreicher Kinder.

Elektrischer Stuhl im französischen Luna Park: Nachgestellte Exekutionen mit einer Latexpuppe
AFP

Elektrischer Stuhl im französischen Luna Park: Nachgestellte Exekutionen mit einer Latexpuppe

Der Luna Park entschied nach einer Verbotsdrohung des Bürgermeisters, die Attraktion zu schließen, wie die Zeitung "Le Figaro" am Freitag berichtete.

Bereits im vergangenen Monat war ein ähnliches Gerät auf einem Rummel in Mailand verboten worden. "Diese Art von Publikumsmagnet mit einem morbiden Geschmack schadet dem Ansehen unserer Stadt", erklärte das Rathaus von Fréjus.

Der Schausteller, der die Maschine für 10.000 Dollar in den USA gekauft hatte, ist sauer. "Ich mache keine Werbung für die Todesstrafe. Es ist nur eine Attraktion wie mein King Kong oder mein Drachen." Allerdings eine besonders drastische: Der Latexmann auf seinem elektrischen Stuhl bäumt sich nach einem Stromstoß auf und stößt grässliche Schreie aus. Aus seinen Ohren und Schuhen qualmt es, schließlich kippt der Kopf hart nach vorne.

Vermutlich ist er noch nicht das letzte Mal gestorben: Im Herbst will der Eigentümer seine Plastikpuppe auf einem Rummel im Pariser Bois du Boulogne präsentieren.

sto/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.