Urlaubsbuchungen Mallorca fürchtet deutschen Supersommer

Warum weit wegfliegen, wenn das Wetter auch zu Hause super ist? Nach dem heißen Sommer 2018 zeigen sich manche Deutsche zögerlich in der Urlaubsplanung. Hoteliers auf Mallorca bangen ums Geschäft.

Jachthafen von Andratx:
Porta Mallorquina

Jachthafen von Andratx:


Die Tourismusbranche auf Mallorca fürchtet sich vor einer Wiederholung des sogenannten Supersommers 2018 in Mittel- und Nordeuropa.

Hitzemonate wie im Vorjahr wirkten sich negativ auf das Geschäft der Urlaubssaison 2019 aus, zitierten die Zeitung "Diario de Mallorca" und andere Medien die stellvertretende Vorsitzende des Hotelierverbands der spanischen Urlaubsinsel (FEHM), María José Aguiló.

"Die Nordeuropäer machen (bei gutem Wetter) gern Urlaub in ihrem eigenen Land", erklärte Aguiló. Den mallorquinischen Hotelbesitzern bereiten nach eigenen Angaben auch der Brexit und das Erstarken der Ferienorte im östlichen Mittelmeer Sorgen. Zudem gebe es weniger Flugverbindungen von Deutschland aus.

Die Buchungszahlen für Juni und Anfang Juli seien zwar gut, aber für die zweite Julihälfte und für August herrsche Ungewissheit. Gut gelaufen sei das Geschäft bisher vor allem in der Region um die Hauptstadt Palma, zu der auch die Playa de Palma und der "Ballermann" gehören. In anderen Gegenden der Insel sei es dieses Jahr unterdessen eher schlechter gewesen.

Daher räumten Hoteliers bereits Rabatte für diesen Sommer ein, um die Häuser zu füllen, berichtet die "Mallorca Zeitung" vor zwei Wochen von einer Podiumsdiskussion in Palma. Von einer Rückkehr zur Normalität nach außergewöhnlichen Jahren sei die Rede gewesen.

Atempause für die Mallorquiner

Mallorca hat lange Zeit von der touristischen Flaute in anderen Reisezielen profitiert. Vor allem die Türkei ist nun aber zurück. In diesem Jahr dürften viele Deutsche das Land wieder besuchen, die es zuletzt eher gemieden haben. Die Türkei bietet Veranstaltern zufolge eine hohe Hotelqualität zu verhältnismäßig günstigen Preisen.

Ungeachtet des Supersommers in Mittel- und Nordeuropa verzeichnete Mallorca im vergangenen Jahr mit 11,95 Millionen ausländischen Besuchern einen Rekord. Im Vergleich zu 2017 kletterte die Touristenzahl um 2,73 Prozent. Insgesamt waren es auf den Balearen 13,8 Millionen Touristen aus dem Ausland. Die meisten (33,7 Prozent) kamen nach offiziellen Angaben aus Deutschland, dahinter folgen die Briten mit 26,7 Prozent.

Der rekordbedingte Andrang auf Mallorca hat allerdings schon zu Konflikten mit Einheimischen geführt. Die Umwandlung vieler Wohnungen in Feriendomizile in der Hauptstadt Palma und dementsprechende Mieterhöhungen, Wassermangel bei Hitze und Verkehrschaos machen den Alltag auf der Insel nicht einfacher.

Auch sorgen Ausschweifungen der Partytouristen immer wieder für Unruhe. 2017 gingen Tausende Mallorquiner gegen die Auswüchse des Massentourismus auf die Straßen. Gerade erst hat die Baleareninsel neue Benimmregeln am "Ballermann" eingeführt. Das etwas nachlassende Interesse verschafft den Insulanern eine vielleicht willkommene Atempause.

abl/dpa



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